Verl
Bewohner und Mitarbeiter selbst getestet

Verl (dl) - Das St.-Anna-Haus in Verl hat in Eigenregie sämtliche Mitarbeiter und auch die Bewohner auf das Corona-Virus getestet. Ein aufwendiges Unterfangen, das Einrichtungsleiter Jürgen Mertes und Pflegedienstleiterin Annette Hibbeln selbst vornahmen. Positive Befunde habe es bislang nicht gegeben.

Freitag, 03.07.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 03.07.2020, 20:31 Uhr

Die allgemeine Anordnung sei vom Gesundheitsamt des Kreises gekommen, der auch das Testmaterial zur Verfügung gestellt habe. Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) habe es nach Verl gebracht und die Abstriche auch täglich wieder abgeholt. „Zuerst sind die 98 Mitarbeiter aus allen Bereichen des Hauses getestet worden“, berichtet Annette Hibbeln im Gespräch mit dieser Zeitung.

Ergebnisse per App übermittelt

Dazu sei eine Teststrecke eingerichtet worden, die die Beschäftigten zu bestimmten Zeiten durchlaufen hätten. Die Abstriche im Rachen hätten sie selbst vorgenommen und die Stäbchen in Röhrchen gesteckt, etikettiert und eingetütet. Zuvor seien die Mitarbeiter angeleitet worden, wie der Test durchzuführen sei. Die Ergebnisse seien per App direkt vom Labor übermittelt worden. Positive Befunde seien nicht darunter gewesen. „Sonst hätte sich das Gesundheitsamt gemeldet“, sagt Hibbeln.

Schutzanzüge vom Kreis zur Verfügung gestellt

Die 88 Bewohner seien über die bevorstehenden Testungen informiert worden. „Wir haben beruhigend auf sie eingewirkt, um ihnen auch Ängste zu nehmen“, so Hibbeln weiter. Sie und Einrichtungsleiter Jürgen Mertes hätten Schutzanzüge und Masken getragen – eben so, wie es in den Testzentren auch der Fall gewesen ist. Die Schutzausrüstung hatte ebenfalls der Kreis Gütersloh zur Verfügung gestellt. „Eine außergewöhnliche Situation, besonders, da bei Patienten mit Demenz die Situation schwer zu verstehen war“, sagt Hibbeln.

Zwei Tage lang getestet

Zwei Tage nahmen die Tests der Bewohner in Anspruch, am Donnerstag waren die Pflegedienstleiterin und Einrichtungsleiter Mertes damit durch. Zwei Personen hätten sich verweigert, „das war dann aber auch in Ordnung“. Insgesamt hätten die Bewohner die Testungen aber gut verkraftet.

Hibbeln sei selbst sehr angespannt gewesen, als die Verordnung zur Testung kam. „Man hat natürlich Angst vor einem positiven Test, aber es musste sein.“ Nun ist sie froh, dass das Prozedere vorbei ist und bisher keine positiven Ergebnisse vermeldet worden sind.

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