Verl
121 Beiträge zu Beethoven an 121 Tagen

Verl (matt). Man hat es fast vergessen. Es ist Beethoven-Jahr. Vor 250 Jahren wurde der Komponist geboren. Daran erinnert das Verler Gymnasium täglich mit immer neuen Aspekten und Facetten über das Musikgenie mit einem wohl einzigartigen Projekt auf Instagram unter @Beethoven2020GymVerl (#Beethoven 2020).

Dienstag, 09.06.2020, 21:11 Uhr aktualisiert: 09.06.2020, 22:01 Uhr

121 Beiträge an 121 Tagen. Jeden Tag greifen Schüler oder Lehrer einen anderen Aspekt aus dem Leben und Schaffen von Ludwig van Beethoven heraus, beleuchten eine neue Facette oder kramen eine von zahlreichen Anekdoten hervor. Alles auf 65 Wörter und einen Hörtipp begrenzt. „Es sind zwar nur punktuelle Eindrücke, die aber am Jahresende ein umfassendes Gesamtbild ergeben werden“, hoffen Dr. Ares Rolf und Martin Herbold, die beiden Musiklehrer am Gymnasium und Beethoven-Verehrer.

Projekt läuft bis Jahresende

Bis zum 31. Dezember soll das Beethoven-Projekt nämlich dauern und vor den Weihnachtsferien mit einem Beethoven-Konzertabend und einer Ausstellung abgerundet werden. „Sofern es uns dieses Virus möglich macht“, schränkt Herbold ein. Bislang befinden sich Schüler und Lehrer auf einem guten Weg. Selbst als die Schule geschlossen war und an Feiertagen, ploppte jeden Tag ein neuer Beitrag bei Instagram auf. Pia Baduna hat ebenfalls schon etwas für das Projekt in dem sozialen Medium gepostet, obwohl die Schülerin bis zum Projektstart noch gar keinen Account dort hatte. Sie fasziniert die Tatsache, dass Beethoven trotz Hörverlust weiter komponieren konnte. Jetzt verfolgt sie täglich, was ihre Mitschüler so über den Komponisten posten.

Eintrag zu Beethovens Bratsche

Zum Beispiel den Post von Christine Frank. Bei ihrem Eintrag dreht es sich um die Bratsche Beethovens. Das Instrument ist heute noch erhalten und wird sogar gespielt, ist dort nachzulesen. Warum die Zwölftklässlerin sich für dieses Thema entschied, lag auf der Hand, da sie dasselbe Instrument spielt. Das verbindet. „Mit der Affinität der jungen Generation zu sozialen Medien, war die Idee für das Instagram-Projekt beinah naheliegend“, erzählt Rolf über sein Herzensprojekt, das es in der Form so sonst nicht gibt. Dabei steigen die Schüler durchaus tief in die Materie ein. Sie zitieren, wie Pia Barduna zum Beispiel, aus dem Buch des Kabarettisten Konrad Beikirchner „Der Ludwig – jetzt mal so gesehen: Beethoven im Alltag“ oder aus dem Digital-Archiv des Beethoven-Hauses in Bonn. „Einige nutzen Wikipedia, aber nur wenige“, so Martin Herbold.

Komponisten als Mensch wahrnehmen

Für Musiklehrer Martin Herbold, der am Gymnasium Verl unterrichtet, ist es wichtig, dass Ludwig van Beethoven (1770 bis 1827), trotz seines musikalischen Genies, als ein ganz normaler Mensch wahrgenommen wird und nicht als Überfigur deutscher Kulturgeschichte. Trotz der vielen Mühen und der Tatsache, dass das Gymnasium Verl mehr als 1000 Schüler zählt, stagniert die Zahl bei 148 Stammlesern, die täglich auf den Instagram-Account schauen. Das sollen deutlich mehr werden, „weil es das Projekt und das Engagement der Schüler es verdient haben“, obwohl die Schulschließung Ende März, dank Corona-Virus, das Projekt ein wenig ausgebremst habe, sagt Dr. Ares Rolf. „Bei 5000 Abonnenten schmeiße ich eine Party“, versprach der stellvertretende Schulleiter, der das Projekt betreut, indem er die Info-Texte auf Form trimmt und jeden Tag einstellt. „Eine große Herausforderung werden natürlich die Sommerferien werden“, aber Dr. Ares Rolf ist optimistisch, dass das Projekt der Schüler auch diese anstehende Hürde mit Unterstützung von Interessenten nehmen wird.

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