Verl
Bürmsche Wiese in Verl ist eröffnet

Verl (rast) - Was lange währt, wird endlich gut. Der Spruch trifft auf die Neugestaltung der Bürmschen Wiese mehr als zu. Von den ersten Entwürfen bis zur Fertigstellung hat es sieben Jahre gedauert. Am Sonntag ist der Park hinter dem Rathaus feierlich eingeweiht worden.

Sonntag, 07.06.2020, 17:23 Uhr aktualisiert: 07.06.2020, 18:16 Uhr

„Es ist Verls geselliger Mittelpunkt“, sagte Bürgermeister Michael Esken. Noch blicken die Besucher auf schwarze Erde. Es dauert, bis der Grassamen aufgeht. Und danach heißt es: Betreten ausdrücklich erlaubt. Der ursprüngliche Charakter einer Wiese soll laut Esken erhalten bleiben. Daher würden die Flächen auch nur dreimal im Jahr gemäht.

Ein Ort zum Zurückziehen

In erster Linie sei es ein Ort zum Zurückziehen. „Aber auch für die eine oder andere Veranstaltung“, ergänzte der Verwaltungschef. Die grundsätzliche Idee geht auf die Kolpingsfamilie zurück, die einen Skulpturenpark vorgeschlagen hatte. Zwischen 2013 und 2017 wurden immer neue Varianten für die Umgestaltung entworfen, immer mehr Wünsche sollten umgesetzt werden.

2017 steckten die Planungen schließlich in einer Sackgasse. „Die Wiese wäre ganz schön voll geworden“, berichtete Esken. Also alles auf Neustart für Burkhard Wegener vom Kölner Planungsbüro Club L94. Eine Idee bei dem Neuanfang war, Kunst und Sitzen miteinander zu verbinden. Mit Christian Krausch war schnell ein passender Fachmann gefunden.

„Wollten etwas mit Kunst machen“

„Wir wollen hier etwas mit Kunst machen, und wir haben Geld“, berichtete der Kurator über die erste Anfrage des Bürgermeisters. Mit Christian Dahlhausen, Dorothee Golz, Georg Janthur und Stefan Sous fand Krausch vier Künstler, deren Arbeiten jetzt die Wiese schmücken. Am augenfälligsten der hoch aufragende „Leerstuhl“ mit den Schwiegermuttersitzen von Georg Janthur. Bunt kommen die Sitzschalen „Chairs To Share“ von Dorothee Golz daher, ebenso das Acryldach des Rondells „Treffpunkt unter Farben“ von Christoph Dahlhausen.

Die Leuchtbänke „sun sit“ von Stefan Sous erinnern ein wenig an eine Sonnenbank in einem Bräunungsstudio. „Eine gute Stube hat immer besondere Möbelstücke“, sagte Krausch. Mit der Fertigstellung der Wiese ist der Rathausparkplatz mit dem Auto wieder von der Poststraße aus erreichbar. Von dort führt ein Fußweg auf die Bürmsche Wiese, ebenso wie von der Bürmannstraße, was eine Verbindung vom alten zum neuen Verl darstellt.
Für Planer Wegener ist mit dem Umbau der Bürmschen Wiese der zweite von drei Schritten auf dem Weg zu einer echten Verler Ortsmitte vollzogen. Der erste war die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt. Im dritten Schritt sieht er die anstehende Neugestaltung des Marktplatzes.

Parkgelände kommt gut an

„Guck mal, der Stuhl ist abgesägt.“ Offensichtlich erschließt sich dem kleinen Jungen nicht sofort der Sinn der bunten Sitzschalen von Dorothee Golz. Aber auch Erwachsene haben mitunter ihre Schwierigkeiten. „Ich habe nicht alles sofort als Kunst erkannt“, erzählt Laurin Warm mit einem Schmunzeln.

Bei den hohen „Leerstühlen“ von Georg Janthur sei es unschwer zu erkennen gewesen. Bei anderen habe er Erklärungsbedarf verspürt, andere Gegenstände habe er falsch gedeutet. Grundsätzlich kommt der Park bei den ersten Besuchern gut an. Die Terrassen-Stufen am östlichen Eingang werden schnell in Beschlag genommen. Monika und Hermann Speda testen die Holzbänke.

„Jetzt muss es nur noch grün werden“

Die sind zwar keine Kunst, aber bequem. „Ansprechend, jetzt muss es nur noch grün werden“, sagt Hermann Speda. Auch wenn es momentan noch etwas karg aussieht, das Potenzial des Areals erkennen alle. „Das ist ideal für Leute, die keinen Garten oder Balkon haben“, sagt Rosemarie Finke. Ihr Mann Axel ergänzt: „So etwas hat schon lange in Verl gefehlt.“ Bärbel Stittner hat eine Idee, wie es noch schöner werden könnte: „Große Relaxbänke wären schön. Und einen Springbrunnen vermisse ich.“

Besucher steuern Ideen bei

Ideen steuern auch andere Besucher bei. „Wir planen schon mal mit“, sagt Stephanie Werner zur Eskens Anregung der einen oder anderen Veranstaltung. Mario Werner weiß auch, was nach der Corona-Krise möglich sein könnte: „Die Wiese wäre ideal für Mittwochs in Verl, das Sommerkino oder den Weinmarkt.“

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