Verl
Neubau der Schützenhalle fällt flach

Verl (sib) - Was für ein Jahr für die St.-Hubertus-Schützengilde. Erst muss sie das Schützenfest absagen. Und dann reißen ausfallende Veranstaltungen, die in der Schützenhalle stattgefunden hätten, ein so großes Loch in die Kasse des Vereins, dass er den Neubau „noch einmal überdenken“ möchte.

Mittwoch, 03.06.2020, 17:28 Uhr aktualisiert: 04.06.2020, 05:01 Uhr

Das schreiben Schützengilde und Stadt Verl in einer gemeinsamen Mitteilung. Überdenken bedeutet in diesem Fall: Statt eine neue Schützenhalle zu bauen, soll die alte „außen und innen grundlegend modernisiert werden“.

Ein Projekt mit zahlreichen Unwägbarkeiten

Eine „schlagkräftige Hallentruppe“ habe im Februar schon den Anfang gemacht. Sie habe den Boden sowie tragende Stützsäulen erneuert beziehungsweise „mit einem modernen Look“ verkleidet (diese Zeitung berichtete).

Ein ebenbürtiger Ersatz ist das nicht. Noch im Januar hatte die Gilde dem Neubau, dessen Beginn eigentlich für 2022 geplant war, noch sehnlich entgegengeblickt – ganz besonders nach den zahlreichen Unwägbarkeiten, die sie bei der Planung des Millionenprojekts begleitet hatten. So hatten etwa Lärmgutachten das Bauvorhaben immer wieder verzögert.

Verein kann Investition nicht tragen

Und jetzt ist all das für die Katz. „Alle bereits zu Anfang des Jahres gebuchten Vermietungen für unsere Schützenhalle sind storniert worden“, schreibt die Gilde in ihrer Mitteilung. Sämtliche Kosten für den Neubau müsste der Verein aus eigener Tasche bezahlen. Dazu komme, dass die Baukosten während der Planungsphase immer weiter gestiegen seien.

Das und die „Sorge vor einer möglicherweise noch längere Zeit andauernden Pandemie“ habe zu dem Ergebnis geführt, dass die Investition in Millionenhöhe für den Verein aktuell nicht verlässlich tragbar sei.

Bürgermeister sucht Alternativen für Großveranstaltungen

Dass die St.-Hubertus-Schützengilde den Bau ihrer Halle absagt, bedauert Bürgermeister Michael Esken – und spricht im gleichen Atemzug Verständnis aus. Er könne die Entscheidung und die Gründe dafür absolut nachvollziehen. Jetzt gelte es, die Augen nach Alternativen für große Veranstaltungen offen zu halten. Eventuell sei das im Zusammenhang mit dem Gesamtschul-Umbau möglich. „Wir werden nun Alternativen prüfen und der Politik zeitnah Vorschläge vorlegen“, kündigt er an.

Wie groß die finanziellen Schäden durch stornierte Veranstaltungen für die Schützengilde tatsächlich ausfallen, bleibt abzuwarten. 2019 hatte der Verein 186 810 Euro eingenommen, 2018 waren es 174 182 Euro.

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