Verl Gottesdienst während der Corona-Krise

Verl (abb) - Unter strengen Sicherheitsauflagen haben am Wochenende die ersten Gottesdienste in den Kirchen des Pastoralen Raums am Ölbach stattgefunden. Auch die Messe in der St.-Anna-Kirche stand unter dem Eindruck der Corona-Krise. Beim Gang in die Kirche wurde sofort klar: Nichts ist mehr so wie vor der Krise.

Am Eingang bekreuzigten die Gläubigen sich nicht mit Weihwasser, sondern reinigten ihre Hände mit Desinfektionsmittel. Mit Mundschutz bekleidet begrüßten Pfarrer Karl-Josef Auris und die Kirchenvorstandsvorsitzende Brigitte Gnegel die Kirchgänger und wiesen ihnen den Weg zu den Plätzen. Viele Bänke waren abgesperrt, an ausgewählten Stellen durften die Katholiken sich setzen.

Nur 70 Besucher dürfen in die Kirche

Lediglich 70 Personen dürfen nun zu den Gottesdiensten in die St.-Anna-Kirche kommen, alle müssen sich an Maßnahmen halten und sich in den kommenden Monaten an diese gewöhnen. Die Gläubigen können die Kirche nur über den Haupteingang betreten, die Gesangbücher (Gotteslob) müssen sie selbst mitbringen.

Es gelten während und auch direkt nach den Gottesdiensten die gängigen Abstandsregeln. Kurz vor dem Wochenende verbot das Erzbistum in Paderborn sogar das Singen.

Lediglich die Orgel durfte erklingen. Am Samstagabend versagte das Instrument dann aber auch zunächst seinen Dienst. Eine Begebenheit, die zur skurrilen Situation im Gotteshaus passte.

Dennoch wollte Pfarrer Karl-Josef Auris ein Stück religiöse Normalität aufkommen lassen. „Vergessen Sie das Virus, das uns das Leben so schwer macht“, sagte der Geistliche, der das Feiern der Heiligen Messe auch vermisste. Am Sonntag des guten Hirten, dem vierten Sonntag der Osterzeit, erinnerte Auris an die Werte des Überlebens, die gerade jetzt wichtig seien. „Fürsorge, Nächstenliebe, Mitleid und Empathie.“ Klares Denken, Vernunft, auch Mut und ein Streben gegen die Angst gehörten dazu.

Türen sollen geschlossen bleiben

Den Vorschlag, die Türen während der Messe zur besseren Durchlüftung geöffnet zu halten, lehnte der Pfarrer ab. „Dann werden die Gläubigen erst recht krank“, sagte Karl-Josef Auris. Er begrüßte den geschlossenen Raum, „wo wir Jesus begegnen können“. Dort könne man Ruhe, Lebensmut, Gelassenheit und auch Liebe finden. „Unsere Türen sind geschlossen, damit es warm wird“, sagte Pfarrer Auris, der aber betonte, dass das Gotteshaus nach der Messe ausgiebig gelüftet würde. Auch die Fürbitten drehten sich um die aktuelle Krise. Es wurde für Menschen in Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit gebetet und auch für die politischen Entscheidungsträger. Außerdem für die Personen in der Medizin und der Wissenschaft.

Die Kommunion empfingen die Gläubigen nicht wie üblich während der Messe, sondern erst danach. Pfarrer Karl-Josef Auris trug dazu einen Mundschutz und Handschuhe, die Gläubigen hielten sich dabei an die vorgeschriebenen Abstandsregeln. „Wir wollen als Kirche Vorbild sein, auch wenn die Maßnahmen sehr streng und vielleicht manchmal übertrieben wirken“, so Auris. Die Messe in St. Anna sollte einen wohltuenden Hoffnungsschimmer für die Christen ermöglichen, ein Stückchen Normalität, und auch die Orgel funktionierte nach der kleinen Panne zu Beginn später wieder und schaffte so ein „Erlebnis Musik“ (Auris) im Gotteshaus.

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