Verl
Beim Heiler von Kaunitz ist es turbulent 

Kaunitz (abb) - Ein dem Wein frönender Dorfdoktor, eine sexuell unterversorgte Dauerpatientin, eine Kellnerin mit bewegungsfreudigem Becken und eine Bürgermeisterin, die Kaunitz zum Kurort machen will: Die Laienspielschar der Kolpingsfamilie Kaunitz hat mit der Komödie „Der Heiler von Kaunitz“ für Lachtränen und Begeisterung ausgelöst.

Sonntag, 08.03.2020, 14:50 Uhr aktualisiert: 09.03.2020, 11:18 Uhr

Der Kaunitzer Landarzt Dr. Johann Bacchus behandelt seine Patienten mit unkonventionellen Methoden. Bei guter Hausmannskost und Alkohol ist der Krankenstand im Dorf gering. Es gilt der medizinische Leitsatz: „Der Kaunitzer braucht Tablettchen nur, wenn ein Glas Wein draufsteht.“ Diese Methode der „akut eiligen Schluckimpfungen“ ruft nicht nur die Dienstbehörde auf den Plan. Die Bürgermeisterin Minna Moritz träumt von einem Kurort. Bad Kaunitz würde sich gut machen, findet sie.

Wie man es von der Laienspielschar kennt, wird diese Rahmenhandlung auf der Bühne im Kaunitzer Krug mit viel Humor gefüllt. In so gut wie jedem Gespräch ist ein Gag über oder unter der Gürtellinie versteckt, ohne dass es frivol oder peinlich wird. Mitten im Geschehen ist ständig Wilma Öfter, die sich beim Doktor vornehmlich über ihren Mann und das eheliche Liebesleben auslässt.

Das Chaos in der Praxis wird koordiniert von der Sprechstundenhilfe Lore Ley, die ihr Herz auf dem rechten Fleck trägt und modisch stets auf dem neuesten Stand ist. Sie nimmt sich auch der Bauerntochter Chantal Bollermann an, der Lore Ley die drei großen Zett empfiehlt. „Zur Dusche, zum Zahnarzt, zum Kleiderschrank“. Und dann ist da noch der abgehalfterte Schauspieler Eberhard Kühlmann, der selbst nichts auf die Reihe bekommt, die echten Kaunitzer Darsteller Thomas Kläsener und Jennifer Jürgens aber als „Möchtegern-George-Clooney“ und „Kate Winslet für Arme“ bezeichnet.

Toll beim Theater in Kaunitz ist stets das Lokalkolorit. Es geht um Klaus Bokels Schuheinlagen, den Bau des Hallenbads, und selbstverständlich dürfen auch Giftpfeilchen in die Nachbarschaft nicht fehlen. Mit der Komödie „Der Heiler aus Kaunitz“, im Original „Der Heiler aus Wintersheim“ von Bernd Kietzke, hat die Laienspielschar absolut ins Schwarze getroffen. Und damit kein Gast wegen Unterkühlung einen Arzt aufsuchen muss, wurde den Zuschauern mächtig eingeheizt. Zur Premiere am Samstag war es drückend warm im Saal.

Weitere Aufführungstermine: Samstag, 14. März (19.30 Uhr), Sonntag, 15. März (15.30 Uhr), Samstag, 28. März (19.30 Uhr), Sonntag, 29. März (15.30 Uhr), Samstag, 4. April (15.30 Uhr) und am Sonntag, 5. April (15.30 Uhr). Am 21. März spielt die Laienspielschar außerdem in Annaburgs Stadtteil Purzien.

Darsteller: Dr. Johann Bacchus (Christian Jacobfeuerborn), Lore Ley (Martina Höwelkröger), Hans Werthmann (Thomas Kläsener), Minna Moritz (Jutta Junker), Wilma Öfter (Elke Bokel), Chantal Bollermann (Natalie Bokel), Max Moritz (Nils Apelmeier), Ambrosia Teufel (Jennifer Jürgens), Lisa Groß (Stefanie Kläsener) und Eberhard Kühlmann (Martin Bokel).

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7318353?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516081%2F
„Das ist Abstiegskampf“
Jan-Moritz Lichte
Nachrichten-Ticker