Verl
Verler in Startlöchern vor Pokalspiel

Verl (rast/nika) - Wer sich gestern dem Dunstkreis der Sportclub-Arena näherte, dem wurde sofort klar: Hier ist etwas Besonderes im Gange. „Du musst dich ja nur mal umgucken. Überall passiert etwas“, sagt Raimund Bertels, Vorsitzender des SC Verl, vor dem Pokalspiel gegen Union Berlin.

Dienstag, 04.02.2020, 20:00 Uhr

„Ne, wenig Zeit“, hat Manfred Niehaus noch vor 45 Minuten in der Geschäftsstelle in den Telefonhörer gerufen. Jetzt macht er Mittagspause. „Muss ja auch mal sein“, sagt Raimund Bertels verständnisvoll.

Stadt will Imagefilm drehen

Währenddessen hält Hans Katzwinkel die Stellung. Kümmert sich um die letzten Akkreditierungen – die Stadt möchte einen Imagefilm drehen. Es folgen Telefonate mit Firmen, die ihre Werbung platzieren wollen und mit Fans, die ihre Eintrittskarten noch nicht abgeholt haben.

Es ist deutlich zu spüren, welchen Stellenwert das Achtelfinale für den Verein hat. Aber auch für die Stadt. Die vergangene Woche war der Bauhof jeden Tag im Einsatz, um den Rasen zu bearbeiten. „Er ist bespielbar, aber wir werden ihn kaputtmachen“, so Raimund Bertels mit einem Blick auf das weiche Geläuf.

„Wir sind hier alle positiv verrückt“

Draußen am Eingangstor hängen die Betreuer der SCV-Mannschaft, Markus Schmand und Johannes König, Banner der Stadt Verl auf. Kleinigkeiten im großen Ganzen, die aber erledigt werden müssen.

„Wir sind hier alle positiv verrückt“, sagt König. Damit meint er auch das Engagement der Verwaltung. „Ohne die Stadt würde das gar nicht gehen.“ Auch von außerhalb wird das Ereignis wahrgenommen. Bereits zwei Fernsehsender haben den Fanclub „Der harte Kern“ interviewt. „Nächstes Jahr sind wir im Dschungelcamp“, witzelt Andreas Baak über das plötzliche Interesse.

Kuchen und Nussecken sind gefragt

Man bleibt geerdet. Wenn „Katze“ (Hans Katzenwinkel) noch Hilfe benötige, sei man zur Stelle. Abseits der Kameras putzt Bärbel König die aufgehängten Banner sauber. Die gute Seele des Vereins versorgt ihre Fußballjungs. Zum Beispiel mit Nudeln nach dem Training. „Im Moment wollen sie lieber Kuchen und meine Nussecken“, erzählt sie und lacht.

Gerade wird einer der zwei Flutlichtmasten aufgerichtet. Von der Firma Elektro Beckhoff wurden bereits die armdicken Stromkabel verlegt. Vier Generatoren mit 500 000 Volt stehen für die Versorgung bereit. Eigentlich würden zwei genügen. Um die gute Ausleuchtung für die Fernsehübertragung zu gewährleisten, ist zur Sicherheit die doppelte Anzahl aufgestellt.

Werbung muss abgedeckt werden

Mit einem schiefen Grinsen stiefelt Raimund Bertels über den Platz. Gestern hatte er noch verhindert, dass das Schild mit der Aufschrift Sportclub-Arena zugehängt wurde. Jetzt ist es doch geschehen. Der Grund: Der Fernsehsender Sky sieht darin eine Werbung. Und im Stadion dürfen nur zugelassene Werbepartner hängen. „Das ist doch der Stadionname. Da kümmere ich mich später drum“, sagt der Vorsitzende des SC Verl. Bei der Nobilia-Werbung gibt es aber keine Diskussion – die muss weg.

An anderer Stelle gibt es über den Sinn oder Unsinn von Vorschriften keine Diskussion: bei der Sicherheit. 1600 Union-Fans erwarten die Verler. Ein Teil reist mit neun Bussen an. Der Rest unorganisiert. 140 Polizisten sind mit 40 Fahrzeugen für ein Geleit durch die Stadt im Einsatz. Mit fünf der Fahrzeuge wird auf dem Kunstrasenplatz neben dem Stadion eine Einsatzzentrale gebildet. Hinzu kommen 150 private Sicherheitskräfte im und ums Stadion.

Verler stufen Spiel auf mittlerer Sicherheitsstufe ein

Bei normalen Meisterschaftsspielen werden vom SC Verl dagegen 20 bis 30 Sicherheitsleute bestellt. Gerade steckt „Dorfpolizist“ Thorsten Heinrich den Kopf durch die Tür des Geschäftszimmers. Noch eine kurze Absprache mit Hans Katzwinkel. Es geht um die Vereinzelung der Besucher an den Eingängen. Wichtig für die Einlasskontrollen.

Während die Berliner sagen, es gebe kein Risiko, haben die Verler das Spiel auf einer mittleren Sicherheitsstufe einsortiert. Das Abbrennen von Bengalos hält Thorsten Heinrich für unwahrscheinlich. Fans wüssten von der Enge des Stadions und der damit verbundenen eigenen Verletzungsgefahr. Er geht von einem ruhigen Verlauf aus. „Die Union-Fans haben sich am Samstag gegen Dortmund ja einiges geleistet und vom Verein eine Ansage bekommen. Ich gehe davon aus, dass sie sich benehmen“, erklärt der Beamte.

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