Verl
Teckentrup plant Neubau in Sürenheide

Sürenheide/Verl (ack) -. Der Türen- und Torhersteller Teckentrup will an der Industriestraße in Sürenheide ein neues Büro-, Logistik- und Produktionsgebäude errichten. Vom Tisch sind damit die Pläne, den Betrieb auf dem Grundstück an der Ecke von Isselhorster und Sürenheider Straße zu erweitern.

Freitag, 07.02.2020, 21:43 Uhr

Am Donnerstag, 13. Februar, soll im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Areal in der Industriestraße eingeleitet werden. Konkret geht es um den Acker zwischen dem Teckentrup-Werk und dem Friedhof. Die Fläche ist laut einer Vorlage für den Bauausschuss 2,44 Hektar groß und reicht bis an die Isselhorster Straße.

Der Stadtrat hatte im vergangenen Jahr der Verwaltung grünes Licht für den Kauf des Areals gegeben. Nun soll es an Teckentrup weiterveräußert werden. Die Stadt wendet damit ihre Strategie an, Grundstücke erst in ihren Besitz zu bringen, ehe sie als Standort für Gewerbe und Industrie ausgewiesen werden. Denn so kann die Kommune sicherstellen, dass die Flächen auch bebaut werden. An der Schinkenstraße in Sürenheide war die Stadt ähnlich vorgegangen. Die Grundstücke werden dann mit der Auflage veräußert, sie innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu bebauen. Gelingt das nicht, werden sie neu vergeben. Soweit die Theorie.

Investitionen in Höhe von rund 30 Millionen Euro

In Sürenheide geht es nun um die Praxis. Geplant sind Investitionen in Höhe von circa 30 Millionen Euro, schreibt Teckentrup auf Anfrage der „Glocke“. Sven Diembeck, Geschäftsleiter der technischen Bereiche, betont in der Mitteilung, dass es dem Unternehmen explizit um die Sicherung des Standorts in Verl geht. „Die Alternative wäre eine Investition in unseren zweiten Standort in Großzöberitz in Sachsen-Anhalt.“ Der Neubau sieht eine Modernisierung der Produktion auf den neuesten Standard vor. Entsprechende Pläne liegen bereits vor.

„Teckentrup befindet sich in intensiven Gesprächen mit der Stadt, um zeitnah eine für alle Beteiligten optimale Lösung zu finden“, teilt die Firma weiter mit. Noch seien einige Fragen nicht abschließend geklärt. Die Unternehmensführung sei optimistisch, dass Lösungen gefunden und Ende 2020 oder Anfang 2021 der erste Spatenstich erfolgen könne.

Erweiterung schon länger geplant

Im zweiten Anlauf macht sich das Unternehmen nun an die Erweiterung des Standorts Verl. Bereits Anfang 2013 war eine Änderung des Flächennutzungsplans für das Areal gegenüber der St.-Judas-Thaddäuskirche eingeleitet worden.

„Ein im Gewerbegebiet an der Industriestraße im Ortsteil Sürenheide ansässiges Unternehmen hat dringenden Erweiterungsbedarf. Am jetzigen Firmensitz besteht jedoch keine Erweiterungsmöglichkeit“, hatte es in einer Vorlage für den Bauausschuss am 31. Januar 2013 geheißen. Danach wurde auch fleißig geplant. Ende August 2016 wurde das Thema noch einmal im Bauausschuss besprochen. Es passierte aber nichts.

Ein Punkt, der im Planungsprozess als nicht optimal dargestellt wurde, war die Querung der Isselhorster Straße, wenn Teckentrup auf dem Grundstück gegenüber der Kirche gebaut hätte. Auf Höhe der Einmündung Industrie war im Zuge der Sanierung der Isselhorster Straße dennoch eine potenzielle Einfahrt zum Grundstück angelegt worden.

Teckentrup war nach Problemen mit einer Software-Umstellung sowie einer Umstrukturierung zuletzt wieder auf Wachstumskurs. Laut den im Bundesanzeiger veröffentlichten Zahlen setzte Teckentrup im Jahr 2018 rund 119 Millionen Euro um. Das waren 3,6 Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor. 847 Mitarbeiter beschäftigte die Firma am Stammsitz in Sürenheide und im Werk in Großzöberitz.

Schutzzentrum an der Kirche eine Option

Und was passiert nun mit dem Areal an der Ecke von Isselhorster und Sürenheider Straße, das mittlerweile auch im Besitz der Kommune ist? Denkbar ist, dass dort das Bevölkerungsschutzzentrum errichtet wird, von dem Bürgermeister Michael Esken (CDU) am vergangenen Wochenende bei der Feuerwehr in Verl berichtet hatte. Die Stadt hatte dem Kreis nach Angaben von Esken zwei Grundstücke angeboten.

Einiges spricht dafür, dass das Areal gegenüber der Kirche darunter ist. Der Kreis prüft nun, an welchem Standort der Neubau realisiert werden könnte. Das dauert aber noch. Ein Bevölkerungsschutzzentrum würde auch nicht unter die Einrichtungen fallen, die 2016 im Planungsprozess ausgeschlossen wurden: Tankstellen mit Rastanlagen für Lastwagen, Schrottplätze, Hotelbetriebe, Einzelhandel und – Achtung – Vergnügungsstätten, Bordelle und Erotikfachmärkte.

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