Verl Spielplatz nach Ideen von Kindern

Verl (nika) - Was passiert, wenn Kinder Vorschläge für einen Spielplatz machen dürfen? Das hat die Stadt Verl für das Gelände an der Trakehner Straße ausprobiert. Herausgekommen ist ein Konzept, von dem viele Jungen und Mädchen anderer Städte und Kommunen nur träumen können.

Von Anonymous User

Der Jugendhilfeausschuss ist sich einig: Da waren Profis am Werk – nämlich Kinder. Die Politiker beschlossen am Dienstag einstimmig eine Variante des Konzepts, für die das Rietberger Büro Objekt und Landschaft rund 380 000 Euro veranschlagt hat. Im Haushalt sind für die Umsetzung aktuell 400 000 Euro eingeplant.

Spielfläche auf 2500 Quadratmetern

Viel Geld für eine Spielfläche. Dementsprechend vielfältig ist auch das Angebot auf dem 2500 Quadratmeter großen Areal. „Alle Kinder haben ein Recht auf Spielen“, sagte Jürgen Edenfeld vom beauftragten Planungsbüro.

In einem Workshop hatten Kinder von 6 bis 14 Jahren ihre Wünsche für die Fläche äußern und modellhaft basteln können. Die beiden Varianten, die Edenfeld im Ausschuss vorstellte, waren schließlich das Ergebnis ihrer Vorstellungen.

Aufstieg zur Rutsche soll herausfordern

„Wir wollen den Spielplatz nach Altersgruppen untergliedern, damit die Jüngeren nicht untergehen, wenn die Älteren wild werden“, sagte Edenfeld. Demnach soll es etwa sowohl eine größere Rutsche von einem aufgeschütteten Hügel geben als auch eine kleinere, die an ein Spielhaus gebunden ist. „Schon der Aufstieg zu der großen Rutsche soll motorisch herausfordernd sein“, sagte Edenfeld und zeigte ein Beispielbild, auf dem Kinder sich den Weg zur Rutsche über Balken, Felsen und Äste erklettern müssen.

Ein großer Wunsch seitens der Kinder sei eine Seilbahn gewesen. Ebenso sei das Thema Wasser häufig aufgekommen. Die Politiker entschieden sich für die Variante mit einem Quellstein, aus dem die Kinder über eine Handpumpe Wasser in einen Matschbereich befördern können. „Bei einer Pumpe müssen die Kinder miteinander interagieren, sie müssen sich absprechen und zusammenarbeiten“, lobte Otfried Morck von der Grundschule Kaunitz, der als beratendes Mitglied im Jugendhilfeausschuss sitzt, den Vorschlag.

Spielplatz so barrierearm wie möglich

Insgesamt solle der Spielplatz so barrierearm wie möglich gestaltet werden, sagte Edenfeld. Eine Herausforderung stelle die Nutzung mit einem Rollstuhl dar: ohne Begleitperson komme etwa das befahrbare Bodentrampolin nicht zum Schwingen. Und auch der Weg aus dem Sandbereich am Ende der Rutsche zurück in den Rollstuhl, der noch oben stehe, sei ohne Begleitperson nicht möglich.

Um Schatten zu spenden, sollen mehrere Bäume neu gepflanzt werden. Die sechs kleineren, die aktuell noch mittig auf der Fläche stehen, müssten allerdings weichen.

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