Verl
Aufs Fleisch will Verl nicht verzichten

Verl (nika) - Das Catering-Angebot bei städtischen Veranstaltungen auf vegetarisches und biologisch angebautes Essen umzustellen - das hatte die SPD im September vergangenen Jahres gefordert. Die Verwaltung hat nun auf den Antrag reagiert. Sie legt den Politikern nahe, den Vorschlag abzulehnen.

Donnerstag, 27.02.2020, 18:19 Uhr aktualisiert: 03.03.2020, 10:52 Uhr

Vorgelegt wird das dem Haupt- und Finanzausschuss, der am Mittwoch, 4. März, tagt. Das Hauptargument der Verwaltung ist, dass ein Vorgehen, wie von der SPD gefordert, schlicht und einfach unpraktikabel sei.

Stadt will auf ausgewogenere Mischung aus fleischhaltigen und vegetarischen Speisen

„Die Stadt Verl ist gern bereit, künftig bei Veranstaltungen auf eine noch ausgewogenere Mischung aus fleischhaltigen und fleischlosen Speisen zu achten“, heißt es in der Vorlage. „Nach wie vor soll aber beides angeboten werden, so wie es in der Vergangenheit auch grundsätzlich der Fall war.“

Die SPD hatte gefordert, Fleischprodukte nur auf besonderen Wunsch anzubieten. Das sei laut Verwaltung deutlich aufwendiger als das bisherige Vorgehen. „Soll dann zum Beispiel vorher bei den Gästen abgefragt werden, wer bei einer bestimmten Veranstaltung Fleisch essen möchte? Oder ohne Abfrage: Wie sollen die passenden Mengen berechnet werden, wenn Fleisch vor Ort nur auf expliziten Wunsch ausgegeben werden soll? Grenzt ein solches Vorgehen nicht aus?“, heißt es in der Vorlage.

Gesunde Ernährung sei ein wichtiges Thema

Bisher sei lediglich bei Grundsteinlegungen oder Richtfesten auf ein reichhaltigeres Angebot verzichtet worden – aufgrund der Atmosphäre. Salate habe es aber bisher immer gegeben. Die Verwaltung betont, gesunde Ernährung sei ein wichtiges Thema. „Auch in Bezug auf Tierwohl, Nachhaltigkeit und Klimaschutz.“

Ob jemand auf Fleisch verzichten wolle, solle die eigene Entscheidung des Einzelnen bleiben. Auch wenn die Stadt Wert auf das Thema lege, gehe es zu weit, den „Gästen städtischer Veranstaltungen aus Klimaschutzgründen vorzuschreiben, ob sie künftig bei Festen und Ähnlichem nur noch vegetarisch essen sollen“.

Umstellung könnte mit sich bringen, auf weniger regionale Anbieter zurückgreifen zu können

Weiter führt die Verwaltung aus, dass eine Umstellung womöglich klimaschädlicher sei als das aktuelle Vorgehen. Schließlich schränke die Vorgabe biologisch angebauter Lebensmittel den Anbieterkreis deutlich ein.

Müsse man auf Anbieter außerhalb der Stadt zurückgreifen, müsse auch der CO2-Ausstoß für den weiteren Transportweg berücksichtigt werden. Außerdem: „Die Unterstützung der heimischen Betriebe ist der Verwaltung ein wichtiges Anliegen und die vertrauensvolle Zusammenarbeit der vergangenen Jahre hat sich sehr bewährt.“

Eine ausgewogene Mischung vegetarischer und fleischhaltiger Speisen werde durchaus befürwortet. Eine komplette Umstellung des bisherigen Vorgehens sei hingegen nicht sinnvoll.

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