„Wir sind stark!“: Gymnasium Verl und Kooperationspartner klären Schüler auf
Präventives Pilotprojekt gegen Sucht

Verl (WB/cas). Madeleine ist schon mal Alkohol angeboten worden. „Doch ich habe sofort abgelehnt“, erzählt die 13-jährige Gymnasiastin und Klassensprecherin. Um Madeleine und viele andere Mädchen (und Jungen) muss man sich wohl kaum Sorgen machen. Dennoch: Die Gefahr für junge Menschen ist permanent vorhanden, mit alkoholischen Getränken, Drogen und Nikotin in engeren Kontakt zu geraten – schlimmstenfalls droht gar eine Abhängigkeit.

Sonntag, 09.02.2020, 11:45 Uhr aktualisiert: 09.02.2020, 12:00 Uhr
Henriette (links) und Madeleine mixen einen Cocktail – natürlich ohne Alkohol. Frank Schwichtenhövel gibt Tipps. Foto: Uwe Caspar

Um dem rechtzeitig entgegenzuwirken, hat das Gymnasium Verl ein Präventions-Pilotprojekt gestartet. Der Titel: „Wir sind stark!“ Das Ende März auslaufende Modell wird von verschiedenen Kooperationspartnern (Caritas, Polizei, Jugendamt, AWO) in Form von Workshops begleitet und unterstützt. „Jeder der Partner ist ein Spezialist auf seinem jeweiligen Gebiet. Das Ziel unseres Projekts, das ebenso die digitale Mediensucht mit einschließt: Wir wollen die Schüler, die sich gerade in der schwierigen Pubertätsphase befinden, für das Thema Sucht sensibilisieren und ihnen Alternativen aufzeigen“, erklärt Oberstudienrätin Heike Bremer.

Alkoholfreie Cocktails werden gemixt

Das gilt für rund 140 Schüler der Jahrgangsstufe 7, die am Aktionstag in kleinen Gruppen mehrere Stationen durchlaufen. Im Jugendkeller etwa dürfen sie unter der Leitung von Frank Schwichtenhövel und Laura Lükewille alkoholfreie Cocktails mixen und Stoffbeutel mit eigenen Stärken beschriften. Auch Schauspieler des Pädagogischen Theaters Osnabrück beteiligen sich an der Prävention. Laut Heike Bremer sei die Aufführung bei den Schülern „unterschiedlich angekommen“.

In das Projekt einbezogen sind extra geschulte Klassenlehrer und Eltern der Gymnasiasten. „Bei einem gemeinsamen Treffen mit den Eltern haben diese sich sehr aufgeschlossen gezeigt“, berichtet Heike Bremer. Dass sich ihr Gymnasium so intensiv mit der Prävention beschäftigt, könnte zu einem falschen Schluss führen. „In unserer Schule gibt es aber keine Drogenprobleme. Das hängt auch damit zusammen, dass das beschauliche Verl noch eine heile Welt ist“, meint Direktor Matthias Hermeler. Georg will nicht ausschließen, im fortgeschrittenen Alter mal ein Bierchen zu probieren. Doch der brave Schüler weiß jetzt schon: „Nur zum Genuss, nicht zum Besaufen!“

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