Der SC Verl gibt sich im Pokal-Achtelfinale Berlin erst spät geschlagen
0:1 – das Wunder bleibt aus

Verl (WB). Wie bitter ist das denn: Der SC Verl kratzte in seinem DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Union Berlin schon an der Verlängerung. Doch dann riss ein Traumtor des Unioners Robert Andrich (86. Minute) den Regionalligisten am Mittwochabend aus allen VIertelfinal-Träumen.

Mittwoch, 05.02.2020, 20:24 Uhr aktualisiert: 05.02.2020, 22:04 Uhr
Der Regionalligist SC Verl scheitert im Pokal-Achtelfinale an Bundesligist Union Berlin. Foto: Thomas F. Starke

Feiertag in Verl: Der SC hatte groß aufgefahren für eines der absoluten HIghlights in der Geschichte des 1924 gegründeten Clubs. Logenplatze für 80 bis 110 Euro, im Vergleich zum Zweitrundenspiel gegen Holstein Kiel ein zusätzliches VIP-Zelt und eine Cheerleader-Formation, die den Anhängern in der ausverkauften Arena (5153 Zuschauer) eine sehenswerte Show boten.

Auch die beiden Mannschaften hatten selbstverständlich etwas einstudiert. Bloß: Auf dem schon vor dem Anpfiff arg ramponierten Rasen war an ausgeprägten Kombinationsfußball nicht zu denken. Die Berliner probierten es anfangs trotzdem hartnäckig – mit überschaubarem Erfolg. Es dauerte bis zur 19. Minute, ehe Verls Schlussmann Robin Brüseke zum ersten Mal einen Schuss parieren musste. Anthony Ujah hatte abgezogen. Bezeichnend, dass die Möglichkeit aus einem Einwurf entsprang und nicht aus dem Spiel.

Unaufgeregte Verler

Drei Minuten zuvor hatten sich die bemerkenswert unaufgeregt agierenden Verler zum ersten Mal bis zum Tor von Union-Schlussmann Ralf Gikiewicz durchgekämpft. Der Unioner parierte den Schuss von Zlatko Janjic sicher (16. Minute).

DFB-Pokal: SC Verl vs. Union Berlin (0:1)

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Foto: Thomas F: Starke
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So richtig gefährlich für die Hausherren wurde es dann in der 25. Minute. Sebastian Andersson wurde wunderbar in Szene gesetzt. Doch der schwedische Nationalspieler schoss aus guter Position den Ball nicht bloß übers Tor, sondern gleich übers Dach der Nordtribüne. Klarer Fall: Platzfehler!

Die Nordseite ist jene Seite, auf der der harte Kern der Verler Anhängerschaft vor dem Anpfiff eine hübsche Choreografie darbot. „Verler Bauern auf dem Weg nach Berlin“, war in großen Lettern zu lesen, dazu hissten die Fans hinterm Kasten das Brandenburger Tor und zeigten Männer mit Forken.

Nicht ganz so selbstironisch gingen die Gästefans das Spiel an. Die in Scharen angereisten Unioner – 1520 waren aus Ostberlin ins Ostwestfälische gekommen – verbrannten auf der Südseite Haufenweise pyrotechnisches Material.

Fischer hatte Verl beobachtet

Dass Union das Spiel nicht auf die leichte Schulter nehmen würde, dafür sprach auch die Tatsache, dass Gästecoach Urs Fischer sich das Punktspiel des Regionalligazweiten SCV am vergangenen Freitag gegen den SV Lippstadt (1:0) live in der Sportclub-Arena angesehen hatte. Fischers Urteil: „Ich habe eine Mannschaft gesehen, die immer wieder hoch anläuft, die versucht, den Gegner zu pressen und Fußball zu spielen. Es wird eine ganz schwierige Aufgabe.”

Und so war es dann auch, auch wenn die Berliner im zweiten Durchgang nicht zuletzt aufgrund der Hereinnahme des früheren Rödinghauseners Marius Bülter deutlich zielstrebiger zu Werke gingen.

Fischers Verler Gegenüber Guerino Capretti, der am Mittwoch 38 Jahre alt wurde , hatte vor der Partie gesagt: „Wenn alles passt, dann kann an meinem Geburtstag vielleicht ein Wunder geschehen.“

Doch das blieb aus, weil Robert Andrich in der 86. Minute den Ball sehenswert in den Winkel drosch. Es war der Knock-out für den wackeren SC Verl.

Kurios: Aufgrund der niedrigeren Kamerapositionen im Verler Stadion gab es keine kalibrierten Abseitslinien. Bei klaren und offensichtlichen Fehlentscheidungen in Sachen Abseits konnte der Videoassistent aber dennoch einschreiten. Ab dem Achtelfinale wird auch im DFB-Pokal der Videobeweis eingesetzt.

SC Verl: Brüseke - Choroba, Lach, Stöckner, Ritzka - M. Kurt, Schallenberg (88. Haeder), Schöppner - A. Yildirim (84. Andzouana), Janjic, Hecker (68. Schikowski)

1. FC Union Berlin: Gikiewicz - M. Friedrich, K. Schlotterbeck, Parensen - Trimmel, Gentner (73. Prömel), Andrich, C. Lenz - Ingvartsen (90. Ryerson) - Ujah (60. Bülter), Andersson

Schiedsrichter: Sven Jablonski (Bremen)

Zuschauer: 5153 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Andrich (86.)

Gelbe Karten: Hecker (1), Schöppner (2) / Ingvartsen (2), Andrich (1)

 

 

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