Am Mittwoch kommt Union: Der SC Verl glaubt an das nächste Fußballwunder – mit Video
„Wir sind nicht chancenlos“

Verl (WB). Der FC Augsburg und Holstein Kiel sind auf dem Verler Rasen schon böse gestürzt. Jetzt will Fußball-Regionalligist SC Verl auch Union Berlin ins Stolpern bringen. Am Mittwoch, 18.30 Uhr, tritt der Erstligist zum DFB-Pokal-Achtelfinale in der Sportclub-Arena an. Das Stadion ist mit 5135 Zuschauern ausverkauft.

Dienstag, 04.02.2020, 08:22 Uhr aktualisiert: 04.02.2020, 13:06 Uhr
SC Verls Trainer Guerino Capretti (links) im Gespräch mit WESTFALEN-BLATT-Redakteur Dirk Schuster. Foto: Sebastian Bauer

Das sind knapp fünf mal so viele wie am Freitagabend Zeuge des 1:0-Erfolges über den SV Lippstadt waren (1134). Ein wichtiger Sieg für den SC Verl im ersten Punktspiel des neuen Jahres, der die Aufstiegsambitionen des von Guerino Capretti trainierten Teams untermauert hat.

Trainer Capretti hat am Mittwoch Geburtstag

„Es war ganz wichtig, in unserem eigenen Stadion gegen Lippstadt zu gewinnen, um wieder gut reinzukommen und das Pokalspiel genießen zu können“, sagt Raimund Bertels. Der Vorsitzende des SC war selbst vier Jahre lang Trainer in Verl und weiß genau, wie schwierig der Spagat zwischen Ligaalltag und Pokalhöhepunkt für Capretti und dessen Team ist. Bertels: „Wichtig ist die Meisterschaft. Aber für die Außendarstellung des SC Verl sind die Spiele im Pokal sehr wertvoll.“

Der Dorfklub steht plötzlich im Blickpunkt. Wer nicht gerade ein beinharter Union-Fan ist, der drückt am Mittwoch dem Außenseiter die Daumen. Und so ganz aussichtslos sehen die Verler ihre Lage auch diesmal nicht. Bertels: „Wir hatten schon vor dem Kiel-Spiel gesagt, dass uns von nun an kein Gegner mehr unterschätzen wird. Aber ich kenne das ja selbst als Trainer und auch als Spieler: Was im Unterbewusstsein der Spieler passiert, lässt sich nur schwer beeinflussen.“

Aus Bertels’ Sicht „macht es Sinn, das Pokalspiel als Bonbon zu sehen“. Aber der 52-Jährige betont auch: „Wir sind nicht ganz chancenlos.“ So sieht das auch Capretti: „Wenn alles passt, kann an meinem Geburtstag vielleicht ein Wunder passieren.“ Der Deutsch-Italiener wird am Mittwoch 38 Jahre alt. „Keine Sorge, ich werde sicher nicht reinfeiern“, scherzt der Coach. Aber vielleicht ja rausfeiern? „Wir sind der Underdog“, sagt Capretti. „Aber das waren wir bei den anderen Spielen auch.“

1,23 Millionen Euro eingenommen

In der Bundesliga hat am vergangenen Samstag Borussia Dortmund vorgemacht, wie Berlin zu bezwingen ist. 5:0 gewann der BVB. Auf die Frage, welche Erkenntnisse er aus dieser Partie gewonnen habe, antwortet Capretti: „Viele. Eine Erkenntnis ist: Es wäre schön, wenn man Sancho und Haaland hätte.“ Drei der fünf Treffer gingen auf das Konto der beiden Youngster Jadon Sancho und Erling Haaland, die gegen Union groß aufspielten.

Die Prämie für den möglichen Viertelfinaleinzug haben die Verler Spieler ausgehandelt. „Wir waren uns schnell einig“, betont Bertels. Die Summe behält er für sich.

Insgesamt hat der SC in dieser Pokalsaison bereits 1,23 Millionen Euro allein aus TV-Geldern und Vermarktung eingenommen. Kein Wunder, dass Bertels sagt: „Was wir bis jetzt schon erreicht haben, ist sensationell – sowohl vom Sportlichen als auch vom Finanziellen her.“ Für das Erreichen des Viertelfinales kämen noch einmal 1,4 Millionen Euro hinzu.

Die Partie wird in der Kaunitzer Schützenhalle live auf Leinwand übertragen.

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