Verler Parteien bereiten sich auf den 13. September vor – FWG stellt sich neu auf
Kandidaten-Kür für Kommunalwahl

Verl (WB). Acht Monate vor der Kommunalwahl in NRW teilt Bürgermeister Michael Esken (CDU) mit, dass er noch nicht verraten möchte, ob er am 13. September ein zweites Mal antritt oder nicht. Anlass für das WESTFALEN-BLATT, bei den anderen Parteien und Wählergemeinschaften nachzufragen, wie weit sie ins Kandidaten-Karussell eingestiegen sind.

Freitag, 10.01.2020, 07:45 Uhr aktualisiert: 10.01.2020, 08:01 Uhr
Wer wird’s? Am 13. September entscheiden die Verler Wahlberechtigten über einen neuen Stadtrat und Bürgermeister. Derzeit laufen bei den Parteien und Wählergemeinschaften die Vorbereitungen. Erstmals will auch die AfD mitmischen. Foto: Stolte/Montage: Dunja Delker

CDU

Der CDU-Stadtverband Verl hatte bei seinem Neujahrsempfang am vergangenen Sonntag klar gestellt, dass am 31. Januar zunächst die Wahlkreiskandidaten für den Stadtrat aufgestellt werden sollen. Knapp einen Monat später, am 28. Februar, will der Parteivorstand einen Bürgermeister-Kandidaten nominieren, am 2. April soll die Mitgliederversammlung ihren Wunschkandidaten aufstellen. Dieser Fahrplan hat laut Amtsinhaber Michael Esken einen klaren Grund: „Sobald ein Bürgermeister-Kandidat bekannt wird, werden die Wahlkreis-Kandidaten schnell zu Statisten.“ Das wolle die CDU vermeiden.

SPD

Die SPD will auch in diesem Jahr einen Gegenkandidaten aufstellen. „Das haben wir immer gemacht und so soll es auch dieses Mal sein“, kündigt Stadtverbandsvorsitzende Elke Henkemeier an. Derzeit seien die Sozialdemokraten noch in Gesprächen. Dass alle Parteien gemeinsam einen Gegenkandidaten aufstellen, hält die SPD-Chefin für unwahrscheinlich.

Ob ihr Fraktionsvorsitzender Peter Heethey ein drittes Mal in Folge antreten will, vermochte Elke Henkemeier auf Anfrage nicht zu beantworten „Ich halte das nicht für erstrebenswert, aber die Würfel sind noch nicht gefallen”, sagt der Rechtsanwalt und betont, dass derzeit die Vorbereitungen für die Aufstellung der Kandidaten für die 19 Wahlkreise liefen. Das solle im Februar geschehen.

Grüne

Der in Verl recht junge Ortsverband der Grünen ist bei der Kommunalwahl 2014 zum ersten Mal ins Rennen gegangen und hat prompt vier Sitze geholt. Mittlerweile ist Udo Hasler samt Ratsmandat zur SPD gewechselt.

Für ihre zweite Wahl erhoffen sich die Grünen, von der landesweiten Stimmung zu profitieren und noch mehr Sitze zu bekommen. „Wir diskutieren, ob wir einen eigenen Bürgermeister-Kandidaten aufstellen“, sagt Thorsten Rohde. Der Ortsverbandssprecher hält das für „optimal“, weil die Verler dann eine echte Wahl zwischen verschiedenen Kandidaten hätten. Dennoch müsse es ja auch ein Kandidat sein, der dem Anforderungsprofil genüge.

Dass die Grünen – wie bei der vergangenen Wahl – alle Wahlbezirke besetzen können, steht für Rohde außer Frage. Der Verler Verband habe 25 Mitglieder und damit die Anzahl im Vergleich zur vergangenen Wahl verdoppelt.

FDP

In seiner Haushaltsrede hatte Fraktionsvorsitzender Jan Böttcher angekündigt, dass es „Zeit für einen Wechsel“ sei. Und auch Ortsverbandsvorsitzender Ulrich Klotz weist die CDU darauf hin, dass eine absolute Mehrheit kein Selbstläufer sei. Nach der Winterpause ist die FDP noch nicht in die Debatte um Wahlkreis- und einen Bürgermeister-Kandidaten eingetreten. Klotz kündigt allerdings an: „Eine Neuauflage mit Paul Hermreck wird es nicht geben.“ 2014 hatten die Liberalen den freien Kandidaten in seinem Wahlkampf unterstützt.

FWG

Nachdem Fraktionsvorsitzender Wolfgang Rohde Anfang Dezember gestorben war, rückte Helmut Kosfeld in den Rat nach. Luc Soléme wurde Fraktionsvorsitzender. „Wir müssen uns insgesamt neu aufstellen – auch aus Altersgründen“, sagt Soléme. Udo Maik werde den Ortsvereinsvorsitz aus gesundheitlichen Gründen abgeben. Deswegen sei für Februar zunächst eine Ortsvereinsversammlung geplant.

Nächstes Ziel sei die Aufstellung der Wahlkreis-Kandidaten. Luc Soléme ist zuversichtlich. Zu dem Gerücht, dass die FWG mit Altbürgermeister Paul Hermreck, der 2015 die Wahl als freier Kandidat gegen Esken verloren hatte, ins Rennen gehen will, sagte Soléme schmunzelnd: „Da muss man sich überraschen lassen.”

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