CDU kürt Bürgermeisterkandidaten Anfang April – Deutliche Kritik an der SPD „Verl braucht keine Alternativen“

Verl (WB). Am 13. September findet die Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen statt. Ob Michael Esken dann auch wieder als CDU-Bürgermeisterkandidat antritt, wollte er beim Neujahrsempfang der Christdemokraten noch nicht bestätigen. Die CDU möchte vielmehr eine gewisse Dramaturgie aufbauen.

Von Andreas Berenbrinker
Die CDU-Fraktionsvorsitzende Gabi Nitsch (von links), Stadtverbandsvorsitzender Matthias Humpert, Bürgermeister Michael Esken, Europaabgeordneter Dennis Radtke, der CDU/CSU-Bundestagsfraktionsvorsitzende Ralph Brinkhaus sowie der Landtagsabgeordnete Raphael Tigges schauen optimistisch in die Zukunft. Dies wurde am Sonntag beim Neujahrsempfang deutlich.
Die CDU-Fraktionsvorsitzende Gabi Nitsch (von links), Stadtverbandsvorsitzender Matthias Humpert, Bürgermeister Michael Esken, Europaabgeordneter Dennis Radtke, der CDU/CSU-Bundestagsfraktionsvorsitzende Ralph Brinkhaus sowie der Landtagsabgeordnete Raphael Tigges schauen optimistisch in die Zukunft. Dies wurde am Sonntag beim Neujahrsempfang deutlich. Foto: Berenbrinker

In seiner Ansprache ließ Esken keinen Zweifel daran, dass die CDU auch in Zukunft den Bürgermeister oder die Bürgermeisterin in Verl stellen wird. Der Wahlsieg sei sicher. „Das steht ja fest“, so Esken selbstbewusst. Ob er selbst antritt, wollte er weder bestätigen, noch dementieren. Man habe sich im Ortsverband für eine geregelten Weg entschieden, „der eine passende Dramaturgie aufweist.“ Zunächst werden am 31. Januar die CDU-Wahlkreiskandidaten für den Stadtrat aufgestellt. Während einer Mitgliederversammlung am 2. April soll dann der Bürgermeisterkandidat nominiert werden. Esken: „Ich finde diesen Weg richtig. Die Kandidaten für den Stadtrat sollen zuerst feststehen. Der Rat soll nicht nur schmückendes Beiwerk für den Bürgermeister sein.“

Esken: „Ich schäme mich für gar nichts“

„Verl braucht keine Alternativen“, sagte Esken, meinte damit aber nicht seine Person oder sein Amt als Bürgermeister, sondern die CDU als Partei. Insbesondere die SPD kritisierte er. Auch dafür, dass die Sozialdemokraten als einzige Partei dem Haushaltsplan der Stadt nicht zugestimmt haben, obwohl Verl blendend dastehe. Außerdem beklagte Esken, dass „man sich schon rechtfertigen müsse, wenn man konservativ ist und denkt“ und dass man insbesondere in den Augen der SPD schnell in der rechten Ecke lande. Als Beispiel fügte Esken den geplanten Bau der Seniorenresidenz in Sürenheide an, an der die Lindhorst-Gruppe beteiligt ist. Der frühere Chef des Unternehmens aus Winsen an der Aller habe Kontakte zur AfD gehabt. Die Verler SPD habe diese Verbindungen kritisiert. „Ich schäme mich aber für gar nichts“, so Esken, der froh sei, dass die Seniorenresidenz in Sürenheide gebaut würde.

Der Bürgermeister betonte, dass es Verl gut gehe. Die Konten seien gut gefüllt, es würde Wohnraum geschaffen, die ärztliche Versorgung sei trotz Problemen gut und man sei erfolgreich im Sport. Außerdem gebe es in Zukunft Investitionen wie nie zuvor. Beim Bau der Gesamtschule und des Hallenbades zeigte sich Esken froh, „alles auf Null zu stellen.“ Bekanntlich waren die Entwürfe der Architekten zu teuer. „Wir gehen hier einen Schritt zurück“, nahm auch CDU-Stadtverbandsvorsitzender Matthias Humpert hierzu Stellung. Dies sei aber notwendig.

Wichtige Projekte des neuen Jahres seien die Feierlichkeiten zum Stadtjubiläum im Mai mit der Einweihung der Bürmschen Wiese, die Eröffnung des Bau- und Wertstoffhofes im Frühjahr, die Umgestaltung des Freibades und der Bibliothek, die Einweihung der Kita „Im Zwergenland“ im Sommer sowie die Machbarkeitsstudie über eine mögliche Landesgartenschau im Jahr 2029. „Wir sollten da einfach mal drüber nachdenken“, so Humpert.

Brinkhaus: Die CDU hat der Stadt Verl gut getan

„Wir leben in dem besten Deutschland, das es jemals gegeben hat“, sagte der Festredner und Europaabgeordnete Dennis Radtke aus Bochum in seiner (zu) langen Rede. Radtke: „Wir sollten uns nicht alles kaputtreden lassen.“ Radtke übte Kritik an der AfD, den mangelnden Respekt in den sozialen Medien, aber auch an der eigenen Partei. „Im Wahlkampf zur Europawahl haben wir den gleichen Elan gezeigt wie meine Tochter beim Aufräumen ihres Zimmers.“

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Ralph Brinkhaus sagte, dass es das Ziel der Christdemokraten sein müsse, den Rechtsstaat zu schützen. „Unser Recht hält alle Schichten der Bevölkerung zusammen.“ Es müsse klar sein, weiterhin in Frieden zu leben, die Umwelt nicht zu zerstören sowie die Polizei und Justiz zu stärken. Bezug nehmend auf Verl sagte Brinkhaus, dass die CDU der Stadt gut getan habe.

1240 Jahre in der CDU

Während des Neujahrsempfangs in den Räumen der Firma ege-Fensterbau ehrte der CDU-Kreisvorsitzende Raphael Tigges folgende Jubilare für ihre Treue zur CDU:

für 60 Jahre : Josef Kipshagen, Hans Wester-Ebbinghaus,

für 50 Jahre : Helmut Cortomeickel, Josef Flütebories, Johann-Heinrich Frankenfeld, Heinrich Henkenjohann, Heiner Hollenhorst, Helmut Humpert, Heinz Johannwille, Ursula Köberl, Alois Köper, Paul Kuhn, Hubert Masmeier, Hans Mersch, Wilhelm Schnusenberg, Siegfried Siggemann, Hans-Hermann Voßhenrich, Peter Voßhenrich,

für 40 Jahre : Hans Grote, Josef Schröder, Erwin Stickling,

für 25 Jahre : Werner Buschmann, Maria Elbracht, Armin Hille, Andreas Hollenhorst, Marita Hülshorst, Matthias Humpert, Werner Paulfeuerborn, Heribert Reineke.

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