Lidl investiert einen „mittleren Millionenbetrag“ in Umbau der Filiale am Westring Hier kassiert der Bürgermeister selbst

Verl (WB). Ups, beim Thunfisch piept es gleich zwei Mal. Einmal Storno, und weiter geht’s. Bürgermeister Michael Esken hat am Donnerstagvormittag seinen Schreibtisch gegen die Kasse getauscht und im neu eröffneten Lidl-Markt mit den Kunden abgerechnet. Etwa zehn Minuten nimmt Esken den Platz von Filialleiterin Lisa-Marie Haberer ein. Eigentlich sollen alle Einnahmen aus dieser Zeit an den Verler Verein „Eltern für Kinder“ gehen, doch Lidl rundet auf 1000 Euro auf.

Von Dunja Delker
Hier kassiert der Bürgermeister: Maria Grote (links) ist eine der Kundinnen, die am Donnerstag ihren Einkauf bei Michael Esken bezahlen. Filialleiterin Lisa-Marie Haberer (Mitte) guckt ihrem neuen Mitarbeiter über die Schulter.
Hier kassiert der Bürgermeister: Maria Grote (links) ist eine der Kundinnen, die am Donnerstag ihren Einkauf bei Michael Esken bezahlen. Filialleiterin Lisa-Marie Haberer (Mitte) guckt ihrem neuen Mitarbeiter über die Schulter. Foto: Dunja Delker

Einen „mittleren Millionenbetrag“ hat das Unternehmen laut Bereichsleiter Matthias Sontheimer in den Umbau des Standorts am Westring investiert. Der Neubau sei aus Sicht des Unternehmens nicht nur angesichts der Vergrößerung der Verkaufsfläche um 350 auf 1217 Quadratmeter erforderlich gewesen. Vor allem im Sinne der Nachhaltigkeit sei die Verler Filiale jetzt ganz weit vorne: Die große Glasfassade lockt die Wärme, dunkelt sich bei Sonne aber wie eine Sonnenbrille selbst ab.

24 Stellplätze müssen weichen

Die Fußbodenheizung wird durch die Abwärme der Kühlgeräte beheizt, durch einen Wärmetauscher wird so auch die Klimaanlage betrieben. Auf dem Parkplatz, der nach dem Umbau nur noch 72 statt 96 Stellflächen hat, wird am Dienstag eine Ladesäule für Elektroautos installiert, aufs Dach kommt noch eine Fotovoltaikanlage. Und wer eine Flasche Mineralwasser kauft, kann davon ausgehen, dass sie zuvor in einen Lidl-Pfandautomaten gesteckt und zu 100 Prozent recycelt wurde. Sämtliche Pappverpackungen werden noch vor Ort in einer Kanalballenpresse zum Quader geformt und bei der Lidl-eigenen Firma Tönsmeier recycelt.

Extra Raum für Feuerwerkskörper

Drei Mal am Tag – und bei Bedarf auch häufiger – backen Marina Puhl und ihre 29 Kollegen am Standort Verl Brot und Brötchen. Eine Besonderheit ist sicherlich ein 35 Quadratmeter großer Raum, der extra für die Lagerung von Feuerwerkskörpern in der Zeit „zwischen den Jahren“ gebaut wurde. Im sogenannten „F-90-Raum“ mit höchster Brandschutzqualität könnten laut Architekt Frank Dreier 90 Minuten Feuerwerkskörpeer explodieren, ohne dass außerhalb der dicken Wände etwas davon zu sehen ist. Ebenso außergewöhnlich ist eine Maschine, die die Inhalte der Kassen nach Dienstschluss automatisch zählt.

Bei der Auswahl der Baufirmen habe man darauf geachtet, dass Unternehmen aus der Region eingebunden sind. Das ist unter anderem beim Rohbau, bei den Brandschutztüren oder bei den Pflasterarbeiten so. Das hat aus Sicht des Architekten nicht nur den Vorteil, dass das Geld in der Region bleibt – auch mit Blick auf die Wartungskosten.

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