Verler Firma Böwingloh und Helfbernd baut den Fluss Emscher naturnah zurück
70 Kilometer Gewässer renaturiert

Verl (WB/du). In Zeiten von Starkregen und Hochwasser wird der Gewässerbau immer wichtiger. Der Verler Landschaftsbaubetrieb Böwingloh und Helfbernd engagiert sich seit Jahren im Ruhrgebiet für die Renaturierung der Emscher und fährt damit den größten Auftragswert in der 20-jährigen Unternehmensgeschichte ein.

Donnerstag, 05.12.2019, 11:37 Uhr aktualisiert: 05.12.2019, 11:52 Uhr
Etwa 70 Kilometer der Emscher haben die Verler in den vergangenen Jahren renaturiert. Gesamtauftragswert: 55 Millionen Euro.

Böwingloh und Helfbernd kann man wohl als einen sogenannten „Hidden Champion“ im Gewässerbau bezeichnen. Regional mag man das Unternehmen vielleicht gar nicht so genau kennen, aber beispielsweise im Ruhrgebiet ist es seit mehr als 20 Jahren vor allem in der Renaturierung von Gewässern und im Hochwasserschutz unterwegs.

Gesamtaustragswert von 55 Millionen Euro

Im Auftrag der Emschergenossenschaft in Essen hat Böwingloh und Helfbernd bereits 70 Kilometer der Emscher, dem rechten Nebenfluss des Rheins, und ihren diversen Nebengewässern renaturiert. „Wir haben bereits 1,5 Millionen Kubikmeter Boden bewegt und 650.000 Kubikmeter Rückhaltevolumen für den Hochwasserschutz geschaffen“, sagt Michael Böwingloh als Projektverantwortlicher. Der öffentlich-rechtliche Auftraggeber, mit dem die Verler Firma seit 2001 zusammenarbeitet, hat Einzelprojekte im Wert zwischen 100.000 Euro und zehn Millionen Euro an Böwingloh und Helfbernd vergeben. Das entspricht einem Gesamtauftragswert von etwa 55 Millionen Euro – dem größten in der Geschichte des Unternehmens.

Was ist Renaturierung?

Aber was bedeutet eigentlich „Renaturierung“ und warum ist sie so wichtig? Viele Wasserläufe – wie auch die Emscher – wurden seit Anfang des 20. Jahrhunderts begradigt, mit Betonwänden abgefangen und führen gleichermaßen sauberes Regen- und Abwasser. Nach heutigen Erkenntnissen tragen das Trennen von Ab- und Regenwasser, das Aufheben der Begradigungen sowie das Entfernen der betonierten Läufe erheblich zur ökologischen Verbesserung nicht nur des Wasserlaufs, sondern auch der umliegenden Natur bei. In Wasserläufen und an Ufern können sich Tier- und Pflanzenarten ansiedeln, die dort sonst nicht mehr leben konnten. So entstehen zum einen neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen, aber auch wichtige Naherholungsgebiete für den Menschen.

Das Unternehmen, das von den Verlern Markus Helfbernd und Michael Böwingloh geführt wird, trägt mit der Renaturierung von Gewässern und seiner umweltschonenden Maschinentechnik aktiv zu dem hochaktuellen Thema des Klimaschutzes bei.

Nachwuchs gesucht

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Auch wenn das Thema Klimaschutz aktuell viel Aufmerksamkeit insbesondere von jungen Menschen bekommt, gibt es viel zu wenig Nachwuchs. Das macht den beiden Unternehmern Sorge, auch langfristig die vollen Auftragsbücher abarbeiten zu können. „Um junge Menschen auf die interessanten Ausbildungsberufe in unserem Unternehmen aufmerksam zu machen und ihnen die Scheu vor dem Arbeiten auf einer Baustelle zu nehmen, haben wir sogar schon eine Prämienaktion ins Leben gerufen“, sagt Markus Helfbernd, der für das Personal (65 Mitarbeiter) zuständig ist. „Mit dieser Aktion belohnen wir einen guten Ausbildungsabschluss und die Treue zum Unternehmen.“

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