Tatjana Bergen-Dobrzykowski (36) eröffnet Anfang Februar in Sürenheide einen „UnVerlpackt“-Laden Nudeln und Nüsse im Glas

Von Andreas Berenbrinker
Das Logo für ihren „UnVerlpackt“-Laden in Sürenheide ist schon fertig. Ab dem 1. Februar 2020 sollen die Kunden von Tatjana Bergen-Dobrzykowski an der Thaddäusstraße die Möglichkeit haben, ohne Verpackungsmüll einzukaufen.
Das Logo für ihren „UnVerlpackt“-Laden in Sürenheide ist schon fertig. Ab dem 1. Februar 2020 sollen die Kunden von Tatjana Bergen-Dobrzykowski an der Thaddäusstraße die Möglichkeit haben, ohne Verpackungsmüll einzukaufen. Foto: Andreas Berenbrinker

Verl-Sürenheide (WB). Eingeschweißte Bio-Gurken, in Plastik verstaute Ananasstückchen, doppel- und dreifach verpackte Waren aller Art. Nach Einkäufen bleiben ganze Müllberge zurück. Damit soll laut Tatjana Bergen-Dobrzykowski Schluss sein. Die Sürenheiderin eröffnet bald ihren „UnVerlpackt“-Laden.

Tatjana Bergen-Dobrzykowski sind die Unmengen an Plastik- und Verpackungsmüll ein Dorn im Auge, sie ist es leid. „Das geht so nicht, wir müssen unbedingt etwas tun“, sagte die Sürenheiderin (36). Den letzten Ausschlag habe ein Urlaub in Spanien vor zwei Jahren gegeben. „Im Meer und in einer Bucht war alles voller Plastik“, erinnert sich die gebürtige Kasachin. Diese Bilder im Fernsehen zu sehen sei schon schlimm genug, aber direkt davor zu stehen sei einfach verstörend gewesen.

Workshop im Droste-Haus geplant

Zunächst hat Bergen-Dobrzykowski mit ihrem Mann und den zwei Kindern (3 und 5 Jahre alt) ihr Verhalten zuhause geändert und so gut es geht auf Verpackungsmüll und Plastik verzichtet. Nach und nach reifte bei ihr aber auch die Idee, einen „Unverpackt“-Laden zu eröffnen. Nun setzt sie ihren Traum um und geht so auch ein Wagnis ein, schließlich weiß Tatjana Bergen-Dobrzykowski nicht wie ihre Idee in Verl ankommt. „Aber die Resonanz ist sehr positiv. Sogar Menschen aus Gütersloh und Harsewinkel haben sich schon bei mir erkundigt.“ Auch beim Treffen des Klima-Tisches in Verl habe sie ihr Projekt schon vorgestellt, im Droste-Haus soll sie im Frühjahr 2020 einen Workshop zum Thema anbieten.

In ihrem „UnVerlpackt“-Laden, eine Freundin hatte die Idee mit dem zu Verl passenden Namen, werden die Kunden 60 Glas-Behälter (Bins) finden, die extra in München hergestellt werden. Hier kann man sich dann bedienen. Es wird Nudeln, Nüsse, Hülsenfrüchte oder auch Trockenfrüchte, Fruchtgummis und Schokolade geben. Außerdem natürlich Obst und Gemüse, Essig und Öle sowie Gewürze, Kaffee, Tee und andere Getränke. Wichtig ist Tatjana Bergen-Dobrzykowski die regionale und nachhaltige Herkunft. „Außerdem wird es bei mir natürlich nur Bio-Produkte geben“, sagt die ehemalige Angestellte der Stadtverwaltung Bielefeld. Im „UnVerlpackt“-Laden wird es aber nicht nur Nahrungsmittel geben, man kann sich auch Körperpflegeprodukte, Shampoos und Seifen abpumpen oder beispielsweise Zahnbürsten aus Bambus kaufen.

Edelstahldosen selbst kreiert

Tatjana Bergen-Dobrzykowski sind ihr Elan und Begeisterung für die Sache und ihre Idee anzumerken. Die Sürenheiderin kreiert auch Edelstahldosen mit Motiven, um auch so Plastik zu verbannen. „Diese Dosen eigenen sich wunderbar für das Pausenbrot für Schul- und Kindergartenkinder“, lächelt sie.

Entstehen wird der „UnVerlpackt“-Laden im ehemaligen Thiesbrummel-Supermarkt neben dem Eiscafé Plaza an der Thaddäusstraße 64 in Sürenheide. Der Bauantrag ist schon eingereicht, am 1. Februar 2020 soll die Eröffnung gefeiert werden.

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