Abschiedsräume der Friedhofskapelle Kaunitz jetzt eingeweiht
Hell und freundlich

Verl (WB). Ein Betrag von 86.000 Euro ist im vergangenen und im laufenden Jahr in die Erneuerung der Kaunitzer Friedhofskapelle investiert worden. 80 Prozent davon hat die Stadt Verl übernommen.

Freitag, 08.11.2019, 11:45 Uhr aktualisiert: 08.11.2019, 11:50 Uhr
Andreas Bastian (links) und Gerhard Köhne in einem der beiden neuen Abschiedsräume. Im Vordergrund sieht man einen Teil der Aufbahrungsfläche mit der eingelassenen Kühlplatte, an der Wand ein Bild von Pastor Joachim Kruse. Foto: Matthias Kleemann

Zentrale Maßnahme war der Umbau der Aufbahrungsräume. Aus den ehemals drei engen Kammern sind zwei großzügig gestaltete Abschiedsräume geworden, die hell und freundlich wirken. Vergangenen Sonntag sind sie eingeweiht worden.

»Das Beerdigungswesen hat sich geändert«, sagt Gerhard Köhne, bisheriger Vorsitzender des Friedhofskapellenvereins Kaunitz. Am Mittwochabend hat Köhne während der Jahreshauptversammlung des Vereins das Amt in die Hände seines bisherigen Stellvertreters, Andreas Bastian, gelegt.

Köhne berichtete über die Bauarbeiten. Für den Umbau musste der Anbau, der eine Grundfläche von etwa 70 Quadratmetern hat, komplett entkernt werden. Um die neuen Abschiedsräume freundlicher zu gestalten, wurden auch die Fenster vergrößert. »Jetzt haben wir sehr viel mehr Tageslicht«, sagt Köhne.

Technik ausgetauscht

Aber auch Technik musste 40 Jahre nach der Errichtung der Kapelle ausgetauscht werden. So hat jeder Abschiedsraum eine Klimaanlage, die kühlen oder heizen kann, je nach Bedarf. Ein zusätzliches Kühlelement ist in die Aufbahrungsfläche eingelassen. »Wir wollen jetzt noch Stühle aufstellen«, sagt Köhne. Die Trauer am offenen Sarg sei heute selbstverständlicher. Früher trennte sogar noch eine Glasscheibe in der Tür die Lebenden vom Toten.

Zur Ausgestaltung der Räume hat auch Pastor Joachim Cruse, der künstlerisch aktiv ist, beigetragen, indem er fünf farbenfrohe Kunstobjekte aus seinem Atelier gestiftet hat, darunter eines bei dem er ein altes Kruzifix verwendet hat. So wird den Räumen einwenig von ihrer Nüchternheit genommen. Weitere neue Elemente sind die LED-Beleuchtung und eine schallabsorbierende Decke.

Außenanlagen verschönern

63.000 Euro hat diese Maßnahme im vergangenen Jahr gekostet. Eigentlich hatte man gedacht, damit sei alles erledigt, doch dann drang Wasser in das Gebäude ein. Die schadhafte Stelle befand sich im Flachdach über den erneuerten Räumen, deshalb war Eile geboten. Trotzdem konnte der Dachdecker den Kostenvoranschlag von 35.000 Euro unterbieten, am Ende kostete die Reparatur nur 23.000 Euro.

»Wir wollen im kommenden Jahr noch die Außenanlagen der Kapelle verschönern«, sagt Köhnes Nachfolger Andreas Bastian. Gegebenenfalls sei es möglich, bei den Gartenarbeiten Eigenleistung einzubringen. Aber auch die äußeren Fensterrahmen aus Metall brauchen noch einen Neuanstrich.

Während der Jahreshauptversammlung, die am Mittwoch in der Kapelle stattfand, wurde auch über eine Erhöhung der Friedhofsgebühren gesprochen, aber noch keine Entscheidung getroffen. Denn die Rücklagen des Vereins haben auch zur Finanzierung des 20-prozentigen Eigenanteils nicht ausgereicht. »Wir mussten Spenden sammeln«, sagt Köhne.

Der Verein wurde 1978 von Heinz Busche und Josef Lakämper gegründet und hat zurzeit 60 Mitglieder. Mit den Gebühreneinnahmen konnten bislang die Unterhaltungskosten der Kapelle finanziert werden. Der im Jahr 2001 errichtete Glockenturm wurde vom ehemaligen Vorsitzenden Rudolf Ottemeier gestiftet.

Während der Versammlung am Mittwochabend wurde Andreas Bastian zu Köhnes Nachfolger gewählt. Neuer Stellvertreter ist Norbert Polldavid. Dietmar Esken folgt Ernst Nüst im Amt des Schriftführers. Martin Kaup bleibt Kassierer. Außerdem gehört Pfarrer Karl Josef Auris als Vertreter der Kirchengemeinde dem Vorstand an.

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