Erweiterung der Gesamtschule: Architekten sagen ab
Alles auf Anfang?

Verl (WB). Was darf die Erweiterung der Gesamtschule kosten? 29 Millionen Euro, sagt die Stadt Verl. Das war bislang der »Deckel« für die beteiligten Architektenbüros. Oder darf es doch ein bisschen mehr sein?

Dienstag, 05.11.2019, 07:45 Uhr aktualisiert: 05.11.2019, 07:50 Uhr
Eine Ansicht des Entwurfs vom Architektenbüro Schlattmeier aus Herford (Platz 3). Dieser Entwurf sah einen Erhalt der Aula und des angrenzenden Außenraumes vor, Aspekte, die bei der weiteren Planung nach wie vor eine Rolle spielen.

Vorläufig allerdings geht es noch einmal von vorn los. Zwei Architektenbüros aus dem Wettbewerb vom Anfang dieses Jahres waren noch im Rennen, das Büro 4a Architekten aus Stuttgart (Platz 1) und das Büro Schlattmeier aus Herford (Platz 3). Beide Büros haben jetzt abgesagt, das heißt, zu den derzeitigen Bedingungen bewerben sie sich nicht mehr um den Auftrag für die Baumaßnahme. Zuvor hatte die Stadt in einem Prüfverfahren nachgewiesen, dass die Entwürfe dieser beiden Büros den vorgegebenen Kostenrahmen sprengen würden und sie zur Nachbesserung aufgefordert.

Je repräsentativer, desto teurer

»Es wird jetzt ein europaweites Vergabeverfahren ohne Entwurf geben«, sagt Bürgermeister Michael Esken. Dass die Stadt wieder bei Null anfängt, will er so nicht bestätigen. Der Wettbewerb und das Prüfungsverfahren hätten wertvolle Erkenntnisse gebracht.

Auch einen größeren Zeitverzug sieht die Stadtverwaltung nicht. »Wir gehen immer noch von einem Baubeginn im Jahr 2021 aus«, sagt Beigeordneter Thorsten Herbst. Auch den Büros, die jetzt abgesagt haben, stünde es frei, an der Ausschreibung teilzunehmen.

Zu den gewonnenen Erkenntnissen gehört auch jene, dass das geforderte pädagogische Konzept für den Preis von 29 Millionen Euro umgesetzt werden könne. Dazu gehören laut Erstem Beigeordneten Heribert Schönauer Differenzierungsräume für jeden Jahrgang, offene Lehrräume und die notwendigen Fachräume. Allerdings: »Dafür bekommt man nur einen Zweckbau«, so Herbst.

Entschieden werden müsse jetzt, ob der Deckel vielleicht doch etwas angehoben wird, sagt der Bürgermeister.

Je repräsentativer der Baukörper ausfällt, umso teurer wird er. Gesamtschule und Gymnasium sollen auch städtebaulich etwas hermachen. Esken ist es überdies wichtig, dass man beim Betreten der Gebäude keinen Unterschied aufgrund des Schultyps feststellt. »Sie müssen ebenbürtig sein.«

Neuausschreibung »relativ zeitnah«

Ein anderer Kostenfaktor ergibt sich aus der Frage, ob das pädagogische Zentrum der ehemaligen Hauptschule und die Aula der ehemaligen Realschule erhalten bleiben oder gar aufgewertet werden. Die beiden Veranstaltungsräume könnte man abgetrennt vom pädagogischen Konzept betrachten, denn die Stadt und das Kultur- und Vereinsleben kommen nicht ohne sie aus, zumal der geplante Neubau der Verler Schützenhalle mittlerweile mehr als fraglich ist. Was daraus wird, wisse man bis Mitte Januar, kündigte Esken in dem Zusammenhang an.

Beispielsweise setzt der Entwurf des Büros Schlattmeier auf den Erhalt der Aula, die zurzeit 199 Besuchern Platz bietet. Ins Pädagogische Zentrum passen sogar 500 Besucher. Es sollte künftig jedoch stärker von seinem Umfeld abgetrennt werden können, um dort besser Unterrichtsveranstaltungen durchführen zu können. 13 Millionen Euro kostet allein der Neubau des Hallenbades. Hier seien die Entwürfe aber sehr ähnlich, sagt Michael Esken.

Die Vertreter der Fraktionen sind bereits informiert, ebenso Schulleiterin und Elternvertreter. Was den Kostenrahmen betrifft, so sei die Politik am Zug. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass die Neuausschreibung »relativ zeitnah« erfolgen kann. Anfang des kommenden Jahres sei man einen Schritt weiter.

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