Antrag als Alternative zur Portraitgalerie im Durchgang zum neuen Ratssaal
SPD möchte »Ort der Erinnerung«

Verl (WB). Die Verler SPD-Fraktion hat jetzt einen Vorschlag, wie die Stadt mit dem Thema NS-Geschichte umgehen könnte, vor allem im Zusammenhang mit der Diskussion um die Portraits der Verler Hauptverwaltungsbeamten. Sie beantragt, einen »Ort der Erinnerung« im Foyer des Rathauses einzurichten.

Samstag, 05.10.2019, 06:00 Uhr
Amtsbürgermeister Josef Lükewille, hier bei der Einweihung des Denkmalplatzes, der während der NS-Zeit Hindenburg-Hitler-Platz hieß.

»Mit diesem ›Ort der Erinnerung‹ könnte die Geschichte des Amtes, der Gemeinde und heutigen Stadt Verl, gerade in Bezug auf die Zeit von 1933 bis 1945, aufrichtig aufgearbeitet und dargestellt werden«, scheiben stellvertretende Fraktionsvorsitzende Elke Henkemeier und sachkundiger Bürger Luka Junkern.

An diesem Erinnerungsort hätten dann auch Bilder der ehemaligen Hauptverwaltungsbeamten einen angemessenen Platz. Durch den Einsatz moderner Technik (Computerterminal, Q-R-Code, Audioinformation) könnte den Besuchern des Rathauses an dieser Stelle Zugang zur Stadtgeschichte geboten werden. Darüber hinaus könnte die Website der Stadt Verl für eine solche Information genutzt werden.

»Wir halten es für falsch, Personen, die ›einer besonderen historisch-kritischen Einordnung‹ bedürfen, in eine Galerie, die schließlich grundsätzlich einen ehrenden Charakter hat, aufzunehmen und diese Bilder in der Nähe eines politischen Raumes, wie dem Ratssaal, zu präsentieren«, heißt es weiter in dem Antrag. Insbesondere die Taten des Amtsbürgermeisters Josef Lükewille, der nachweislich ein überzeugter Anhänger und aktiver Unterstützer des Nationalsozialismus war, sollten dort dargestellt werden.

Ursprünglich hatte Bürgermeister Michael Esken vorgeschlagen, im Durchgang zum neuen Sitzungssaal die Portraits der ehemaligen Verler Hauptverwaltungsbeamten aufzuhängen. Bis zum Umbau des Rathauses hatten die Bilder in dem alten kleinen Sitzungssaal gehangen.

Dabei scheint bis dahin niemandem so richtig klar gewesen zu sein, welche Rolle Amtsbürgermeister Josef Lükewille in der Zeit des Dritten Reiches gespielt hat. Das hatte die Diskussion im Verler Rat offenbart. SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Heethey zitierte aus Berichten des NS-Bürgermeisters und sorgte damit für Betroffenheit. Eine Entscheidung wurde seinerzeit vertagt, um nach besseren Lösungen zu suchen.

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