SC Verl hat vergeblich auf ein positives Urteil vom Landgericht Duisburg gehofft
Kurioser Gerichtsfall: Klage auf Klassenerhalt für C-Jugend-Fußballer zurückgezogen

Verl/Duisburg (WB/cbr). Der Abstieg einer Mannschaft von zwölf- bis 14-jährigen Fußballern aus Ostwestfalen hat am Mittwoch das Landgericht Duisburg beschäftigt. Auf dem zivilrechtlichen Weg wollte der SC Verl den Klassenerhalt seiner C-Jugend-Mannschaft einklagen. Ein außergewöhnlicher Fall! Der Verein zog jedoch die Klage zurück.

Mittwoch, 04.09.2019, 15:54 Uhr aktualisiert: 04.09.2019, 15:56 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa

»Für uns ist der Ausgang der Sache ein Nackenschlag und die Gerechtigkeit ist meinem Empfinden nach mit Füßen getreten worden«, erklärte der Klubvorsitzende Raimund Bertels am Mittwochnachmittag. Zuvor sei am Mittag vor dem Landgericht in Duisburg die Klage wegen geringer Erfolgsaussichten »auf Empfehlung des Richters zurückgezogen« worden, so der 52-Jährige weiter.

Klassenerhalt sportlich erreicht, Abstieg am grünen Tisch

Hintergrund seiner tiefen Enttäuschung: Eigentlich hatte die C-Jugend aus Verl in der vergangenen Saison den Klassenerhalt in der Westfalenliga am letzten Spieltag durch ein 4:1 im Abstiegsduell beim SV Lippstadt auf sportlichem Wege geschafft. Verl feierte die Rettung, Lippstadt stieg ab. Als so einfach erwies sich der Fall dann aber doch nicht!

Grund: Ein Verler Spieler hatte während der Partie die Gelbe Karte für ein Foulspiel gesehen. Statt der Verwarnung wäre jedoch nach Ansicht der meisten Beteiligten die Rote Karte und somit ein Platzverweis erforderlich gewesen. Auch der Schiedsrichter räumte ein, einen Fehler begangen zu haben. Da der Platzverweis ausblieb, legte der SV Lippstadt vor dem Jugendsportgericht des westfälischen Verbandes (FLVW) Einspruch gegen den Spielwertung ein. Dieser wurde jedoch abgelehnt, da es sich um eine Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters gehandelt hätte, die die Begründung.

Hin und her vor den Verbandsgremien

Daraufhin beschwerten sich die Lippstädter beim Westdeutschen Fußballverband (WFV), der die Angelegenheit im schriftlichen Verfahren klären wollte und schließlich ein Wiederholungsspiel für den 29. Juni angesetzt hatte. Zu dieser Partie trat der SC Verl nicht an, da er zu dem späten Zeitpunkt keine wettbewerbsfähige Mannschaft stellen konnte. Somit wurde das Spiel mit drei Punkten und 2:0 Toren für den SV Lippstadt gewertet. Diese Entscheidung fechteten jedoch widerum die Verler erfolglos vor den Jugend-Sportgerichten des FLVW und des WFV an. Nun schien Verl als Absteiger in die Landesliga festzustehen, da auch der Antrag für eine Aufstockung der Westfalenliga auf 13 Mannschaften abgelehnt wurde.

Richter sieht keine grobe Fehlentscheidung

Nachdem der SC Verl somit über Wochen und mehrere Instanzen gegen die Entscheidung der Verbandsgremien gekämpft hatte, kam es nun also am Mittwoch zu der Verhandlung um die zivilrechtliche Klage in Duisburg, wo der SCV durch seinen ehemaligen Spieler, Rechtsanwalt Sascha Brinker, vertreten war. »Der Richter hat sein Verständnis dafür geäußert, dass sicherlich eine unglückliche Entscheidung getroffen wurde. Es sei aber keine grobe Fehlentscheidung getroffen worden, weshalb er uns empfohlen hat, die Klage zurückzunehmen«, erklärt Raimund Bertels den Ausgang.

Mit seiner Klage auf Klassenerhalt hat der SC Verl in Duisburg also keinen Erfolg gehabt. Gleichwohl will der Klubvorsitzende weiter dafür kämpfen, dass die Verler C-Junioren-Fußballer in der Saison 2019/2020 doch noch in der Westfalenliga spielen dürfen. »Wir werden uns noch einmal in einem Schreiben an den Westdeutschen Verband richten. Vielleicht kann die Liga ja doch noch aufgestockt werden«, hofft Raimund Bertels.

 

 

 

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