Alulux-Gründer Wolfgang Beckhoff wird 80 Jahre alt – dem SCV stets verbunden
Verler mit Gespür für Erfolg

Verl (WB). Wolfgang Beckhoff wird einer der ersten sein, die den Ausblick von der Dachterrasse des neuen Hotels »Wunnerswat« an der Sender Straße genießen können, noch vor der geplanten Eröffnung am kommenden Donnerstag. Denn er feiert dort an diesem Freitag seinen 80. Geburtstag.

Freitag, 09.08.2019, 07:45 Uhr aktualisiert: 09.08.2019, 08:00 Uhr
Wolfgang Beckhoff, Gründer des Unternehmens Alulux, feiert an diesem Freitag seinen 80. Geburtstag. Mit Interesse verfolgt er immer noch die Geschicke des Regionalligisten SC Verl, dessen Präsident er fünf Jahre lang Jahre war. Foto: Matthias Kleemann

Das Hotel hat er bereits in den 90er-Jahren für seine beiden Töchter, Susanne und Alexandra, erworben und damals erstmalig aufwendig umgebaut. Jetzt wird im neuen Foyer ein Klavierflügel aus Beckhoffs Besitz, der aufgearbeitet und vor ein paar Tagen angeliefert wurde, ein besonderer Blickfang sein.

Dass Verl ein solches Hotel braucht, hat Wolfgang Beckhoff seinerzeit mit seinem unternehmerischen Gespür gut erkannt. Ein Gespür, das ihm auch bei vielen anderen Entscheidungen im Laufe der vergangenen Jahrzehnte geholfen hat.

Wolfgang Beckhoff ist Gründer und langjähriger geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Alulux an der Messingstraße. 1960 gründete er die Firma mit einigen wenigen Mitarbeitern und baute sie zu einem führenden Unternehmen aus. Als er sie 2012 an die irische CRH S&A Gruppe verkaufte, hatte sie einen Jahresumsatz von 75 Millionen Euro. Inzwischen gehört Alulux zur französischen Stella Group und hat rund 300 Mitarbeiter. Die Verwaltungs- und Produktionshallen an der Messingstraße sind jedoch weiter im Besitz von Beckhoffs Familie und garantieren laufende Mieteinnahmen.

Rollläden und Tore aus Aluminium

Rollläden und Tore aus Aluminium, das war die Geschäftsidee des jungen Wolfgang Beckhoff vor fast 60 Jahren. »Es gab rollgeformte Profile, die haben wir selbst produziert«, erzählt Beckhoff. »Dann gab es noch stranggepresste, die habe ich dazu gekauft.« Zusätzlich habe er Kunststoffprofile dazu gekauft.

Die Idee muss neu und Vertrauen erweckend gewesen sein. Die Kreissparkasse habe ihm das notwendige Startkapital seinerzeit geliehen, sagt Beckhoff, denn er musste teure Maschinen kaufen, um seine Idee umzusetzen. »Ich habe alles zurück gezahlt«, sagt er stolz. Sein Produkt hat er in vielen Ländern verkauft, selbst in die damalige Sowjetunion, nach Saudi-Arabien oder nach Japan, von den europäischen Ländern ganz zu schweigen.

Das Unternehmertum war ihm eigentlich nicht in die Wiege gelegt. »Meine Eltern waren aber auf Zack«, sagt Beckhoff. Der Vater war Bäcker von Beruf, arbeitetenach dem Krieg aber als Verwalter beim britischen Militär in Gütersloh. Das Elternhaus stand in Bornholte. Wolfgang Beckhoff ist der jüngste von fünf Brüdern. Nur Hans (86), Gründer des Möbelhauses in Sürenheide, lebt noch. Edmund, Reinhold und Arnold (Gründer des Elektro-Geschäftes, der Urzelle der heutigen Beckhoff-Gruppe) sind bereits tot.

Kaufmännische Kenntnisse? – »Habe ich mir angeeignet«, sagt Wolfgang Beckhoff. Tatsächlich hat er nur die Seppler-Volksschule in Bornholte besucht und ist danach, mit 15 oder 16, in die Lehre gegangen, als Weber bei Vossen in Gütersloh. Später hat er auf den Vertreterberuf umgesattelt und brachte für die italienische Firma Imbag Rollladen-Zubehör unter die Leute, bis ihm der Gedanke kam, selbst Rollläden zu produzieren. Mit 21 Jahren wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit. Es war eine Zeit, in der vieles möglich war.

»Bei meinem ersten Spiel habe ich mich verletzt, da war gleich Schluss.«

Wolfgang Beckhoff

In seiner Heimatstadt hat er sich neben seinem Unternehmertum als Förderer und zeitweiliger Präsident des SC Verl einen Namen gemacht. Zur Saison 1967/68 wurde er auf diesen Posten gewählt, den er aber nur fünf Jahre bekleidete und dann an Hans-Hermann Voßhenrich weitergab.

Er ist fußballbegeistert, hat jedoch selbst nie diesen Sport ausgeübt. »Bei meinem ersten Spiel habe ich mich verletzt, da war gleich Schluss.« Natürlich verfolgt Wolfgang Beckhoff bis heute die Geschicke des SC und fördert ihn nach wie vor.

Sein Eigenheim an der Bahnhofstraße errichtete der Jubilar 1998. Einen Zweitwohnsitz hat er in Frankenberg an der Eder, wo er lange Jahre zur Jagd gegangen ist. Die Gesundheit hindert ihn jetzt daran, es noch weiter zu tun. Wolfgang Beckhoff ist inzwischen auf eine Gehhilfe angewiesen. »Aber ich bin froh, dass ich noch so viel kann.« ›Dachs‹, sein dritter Hund der Rasse Deutsches Drahthaar, ist sein treuer Begleiter.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6835932?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516081%2F
Beschäftigte des öffentlichen Dienstes im Ausstand
In einzelnen Städten streiken heute Beschäftigte von Kitas, Krankenhäusern und anderen Einrichtungen des öffentlichen Dienstes.
Nachrichten-Ticker