Antrag der Grünen: Kreuzung am Schützenplatz noch einmal unter die Lupe nehmen
»Sicherheit vor Flüssigkeit des Verkehrs«

Verl (WB/kl). Die Fraktion der Grünen im Verler Rat nimmt den jüngsten schweren Unfall an der Kreuzung Paderborner Straße/Bielefelder Straße zum Anlass, noch einmal auf mehr Sicherheit an dieser Kreuzung zu drängen. In einem Antrag, der in einer der nächsten Sitzungen im Straßen-, Wege- und Verkehrsausschuss nach den Ferien beraten wird, fordern die Grünen, »die Verwaltung möge beim zuständigen Landesbetrieb Straßen NRW darauf hinwirken, dass die Sicherheit an der Kreuzung von Paderborner- und Bielefelder Straße überprüft und verbessert wird«.

Donnerstag, 08.08.2019, 11:45 Uhr aktualisiert: 08.08.2019, 12:00 Uhr
Ein gelber Pfeil soll blinken, wenn der Gegenverkehr für die Linksabbieger noch Grün hat. Foto: Matthias Kleemann

Seit dem Jahr 2010, als die Umgehungsstraße fertiggestellt wurde, habe es an dieser Kreuzung 19 registrierte Unfälle gegeben, schreiben die Grünen in dem Antrag. Die Kreuzung sei zwischenzeitlich als Unfallschwerpunkt eingestuft gewesen. Nachdem ein zusätzliches gelbes Blinklicht und ein grün aufleuchtender »Räumpfeil« installiert worden sind, schien sich die Situation zunächst beruhigt zu haben.

Wenn der Gegenverkehr Rot bekommt, soll er auf einen grünen »Räumpfeil« umspringen, um zu signalisieren, dass die Straße frei ist.

Wenn der Gegenverkehr Rot bekommt, soll er auf einen grünen »Räumpfeil« umspringen, um zu signalisieren, dass die Straße frei ist. Foto: Matthias Kleemann

Der Unfall vom 16. Juli war der erste seit etwa einem Jahr, allerdings ein typischer Abbiegeunfall, bei dem der Fahrer des nach links abbiegenden Fahrzeugs ein entgegen kommendes, bevorrechtigtes Fahrzeug übersehen hatte.

Für Dr. Egbert Daum hingegen, sachkundiger Bürger der Grünen und Mitglied im Straßen-, Wege- und Verkehrsausschuss, ist der Unfall möglicherweise ein Indiz dafür, dass die Sicherheit an dieser Kreuzung noch nicht ausreichend gewährleistet ist. Die Kreuzung sei nach wie vor unübersichtlich und die Ampelschaltung nicht immer durchschaubar.

Aus Sicht seiner Fraktion sollte es eine separate Grünphase für die Linksabbieger aus Richtung Kaunitz geben und ein Tempolimit von 50 km/h. Derzeit gelten 70 km/h. Das Argument, dass eine zusätzliche Ampelphase die Wartezeit für die Autofahrer verlängert, möchte Daum relativieren. »Was spricht gegen eine geringfügige Verlängerung, wenn die Sicherheit erheblich erhöht wird?«

Wartezeiten im Sekundenbereich müssen auszuhalten sein

Mittlerweile habe der Grundsatz »Sicherheit vor Flüssigkeit des Verkehrs« hohen Stellenwert im Straßenverkehrsrecht und in der Straßenverkehrsplanung. Das bedeute, so Daum, in diesem Fall: »Wenn zwischen Flüssigkeit und Sicherheit abzuwägen ist, müssen im Zweifelsfall längere Wartezeiten im Sekundenbereich aushaltbar sein, und zwar zugunsten von mehr Sicherheit.«

Dass man bei den zuständigen Behörden den jüngsten Unfall für einen Einzelfall hält und wohl erst dann wieder aktiv werde, wenn weitere Unfälle passieren, mute zynisch an, ebenso die Tatsache, dass man nach einer gewissen Frist mit dem Zählen der Unfälle wieder bei Null anfängt. »Das Kind ist mittlerweile schon mehrfach in den Brunnen gefallen, aber ein Deckel ist immer noch nicht drauf.« Genug sei genug.

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