Protest im Bauausschuss – Bebauungsplan für DRK-Heim noch nicht geändert
Eichen jetzt doch überplant

Verl (WB/kl). Hätte Helmut Kalte­fleiter (CDU) nicht nachgefragt, die Bebauungsplanänderung wäre womöglich am Donnerstagabend beschlossen worden. Dabei hatte Bürgermeister Michael Esken eine Vertagung gleich am Anfang in den Raum gestellt.

Samstag, 06.07.2019, 11:45 Uhr aktualisiert: 06.07.2019, 11:50 Uhr
Blick auf das umstrittene Grundstück von Westen. Die Eichen stehen gleich hier. Foto: Matthias Kleemann

Eine Änderung des Bebauungsplans »Westfalenweg 2« stand auf der Tagesordnung des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses, damit auf dem städtischen Grundstück an der Österwieher Straße das neue DRK-Heim gebaut werden kann.

Doch nach dem neuesten Architekten-Entwurf (vergleiche Bericht in der Ausgabe vom Freitag) ist der Platzbedarf des Baukörpers größer als avisiert. Die Garage für zwei Fahrzeuge soll jetzt direkt an das Gebäude gesetzt werden, dadurch kann einerseits mehr Grünfläche gerettet werden, andererseits wird der Baukörper aber breiter, so Michael Esken.

»Aber dafür müssen doch keine alten Eichen gefällt werden?«, fragte Kaltefleiter. Kurzes, betretenes Schweigen, dann ein verhaltenes Kopfschütteln des Bürgermeisters. »Doch.« »Dann kann ich nicht zustimmen. Das ist ein No Go.« Das sah auch der Rest der Ausschussmitglieder so.

Jeden Baum kartiert

Esken machte deutlich, dass er an sich ganz auf dieser Linie sei. Wegen der bereits schwelenden Bürgerproteste – viele Anlieger möchten das »Wäldchen« am liebsten erhalten, sei auf dem Grundstück jeder Baum kartiert worden. Und für die zu fällenden Bäume gehe die Stadt eine Selbstverpflichtung für Ersatzpflanzungen ein, denn nach dem Baugesetzbuch besteht dazu bei einem verkürzten Verfahren keine Pflicht.

»Wir haben die aktualisierten Architekten-Pläne erst heute herein bekommen. Wenn es nach mir ginge, könnte man den Baukörper einfach zwei Meter nach rechts (also nach Osten) versetzten. Aber meine Städteplaner sagen, das sähe nicht aus, dann gäbe es da eine ›städtebauliche Klinke‹«. Er könne aber eher damit leben, dass die Häuser an der Österwieher Straße nicht in einer Flucht stehen, als dass die Eichen gefällt werden, so Esken. Allerdings spiele auch die Nähe zum Fahrradweg eine Rolle. Damit man den, wenn man vom Parkplatz fährt, besser einsehen kann, wäre es sinnvoll, wenn der Baukörper nicht zu nah an der Straße steht.

Nachdem klar war, dass das Problem während der Ratssitzung in der kommenden Woche beraten werden soll, regte Burkhard Reineke (SPD) an, man möge den Architekten bitten, bis dahin noch einen zweiten Entwurf zu zeichnen, auf dem der Baukörper so platziert wird, dass die Eichen nicht fallen müssen. Dann müsse auch geklärt werden, inwiefern auch ein versetzter Baukörper die Standsicherheit der Eichen gefährden könnte.

Ein Kommentar von Matthias Kleemann

Was wäre da beinahe schief gegangen? Ist der Architekt nicht ausreichend instruiert worden? Wenn doch schon Bürgerprotest aufkommt, sollte die Behörde sensibilisiert sein. Ein wertvoller Baumbestand scheint in den Augen so manches Stadtplaners einfach nur störend zu sein. Gut, wenn es auffällt. In dieser Sache wird sich jetzt niemand mehr einen Fehler leisten, das würde nur zu neuen Protesten führen.

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