Aachener Architektenbüro entwickelt drei Maximalforderungen
Gedankenspiel für die Sielhorstsiedlung

Verl (WB). Ein halbes Jahr wird wohl noch vergehen, bis die Politik entscheiden kann, wie es mit dem Gebiet rund um die Eiserstraße weitergeht. Das Architektenbüro BKR Aachen beschreitet bei der Entwicklung des Geländes einen spannenden Weg und hat am Donnerstag im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss Zwischenergebnisse vorgelegt.

Samstag, 08.06.2019, 07:45 Uhr aktualisiert: 08.06.2019, 07:50 Uhr
Ein Blick in die Eiserstraße zeigt, wie sehr Wohnbebauung und gewerbliche Nutzung in diesem Gebiet verzahnt sind. Fährt man weiter Richtung Rietberg, sind auch die ländlichen Bereiche zu sehen, die ebenfalls bewahrt werden könnten. Foto: Matthias Kleemann

Die wiederum sollen nun auch in einer Bürgerbeteiligung vorgestellt und diskutiert werden, bevor es nach den Sommerferien wieder in den Ausschuss geht. Beantwortet werden muss die Frage, welche Schwerpunkte künftig in dem 230 Hektar großen Gebiet umgesetzt werden. Dort gibt es nämlich alles, Natur, Wohnbebauung und Gewerbe.

Der ungewöhnliche Weg, den Andrea Kranefeld vom Büro BKR beschritten hat, besteht darin, dass sie drei Entwicklungsstudien erarbeitet hat, die die Maximalforderungen für jeweils eine Nutzungsform beinhalten.

Wohnstandort

»Die Sielhorst-Siedlung wird zu einem attraktiven Wohnstandort entwickelt«, heißt es da beispielsweise in einer der drei Optionen. Das bedeutet: Häuser für junge Familien, generationengerechte Wohnungen, Kindergarten, Spielplätze, ein Quartierstreffpunkt, vielleicht mit Bäckerei, die Station eines Wanderweges.

Gewerbestandort

Soll das Gewerbe stärker entwickelt werden, dann müssten neue Betriebe angesiedelt werden, die nicht bebauten Flächen innerhalb des Wohngebietes sollten für Mischnutzungen bereitgehalten werden, und die Straßenanbindung an benachbarte Gewerbegebiete würde verbessert. Ein Stellplatzkonzept für die Mitarbeiter der Gewerbebetriebe müsste entwickelt werden.

Freiraum-Bedingungen

Schließlich die dritte Option: »Entwicklung der Freiraumstruktur«, das bedeutet vorhandene Biotope schützen und stärken, vielleicht sogar neue Biotope anlegen. Freiflächen nicht bebauen, sondern als Orte der Begegnung und Erholung gestalten. Der Wanderweg hat auch hier seinen Platz, auch eine bessere Anbindung an den Verler See wäre wünschenswert. Und landwirtschaftliche Flächen werden weiter als solche genutzt.

Auf die Reaktion der Bürger sind nun alle gespannt. Dass den Anliegern etwas an ihrer Siedlung liegt, zeichnete sich bereits beim ersten Treffen ab. 80 Teilnehmer waren gekommen. »Das Problem ist der Verkehr«, sagte Ulrich Pollmüller (CDU). Mit dem Wachstum der Gewerbebetriebe in den vergangenen Jahren sei eine Zunahme der Mitarbeiter, die täglich kommen, einhergegangen. Viele kämen aus dem Kreis Paderborn. Der Stellflächenbedarf ließe sich durch den Bau eines Parkhauses reduzieren. Dafür jedoch müssten sich die drei größten Betriebe zusammentun.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6673531?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516081%2F
Behinderungen wegen bundesweiter Warnstreiks im Nahverkehr
Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) streiken vor einem BVG Betriebshof in der Stadt.
Nachrichten-Ticker