Verler Jugendhäuser stellen sich im Jugendhilfeausschuss vor
Ohne Ehrenamtliche ginge es nicht

Verl (WB). Ohne ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter wären die Jugendhäuser auch in Verl aufgeschmissen. Jutta Witte-Vormittag, Leiterin der »Oase«, hat ausgerechnet, dass ihre 48 Ehrenamtlichen zusammen rund 4500 Stunden im Jahr geleistet haben. Das wäre gut doppelt soviel wie die 33 Fachkraftstunden pro Woche.

Freitag, 07.06.2019, 11:45 Uhr aktualisiert: 07.06.2019, 11:50 Uhr
Dieses Bild entstand während der Ferienspiele im evangelischen Jugendhaus Oase. Das Angebot wird gut genutzt. »Mehr als 40 Teilnehmer können wir aber leider nicht stemmen«, sagt die Leiterin, Jutta Witte-Vormittag.

Großes Lob für die Arbeit der Jugendhäuser gab es im Jugendhilfeausschuss am Dienstagabend. Nicht nur Jutta Witte-Vormittag, sondern auch Frank Schwichtenhövel, Leiter des Kinder- und Jugendnetzwerks im Pastoralverbund Verl, gaben einen Bericht über die Arbeit ihrer Einrichtungen ab.

Obwohl das katholische Jugendzentrum größer ist und zwei Zweigstellen hat, teilt sich die Arbeit dort etwas anders auf. Schwichtenhövel kommt nur auf 1300 Stunden bei seinen Ehrenamtlichen, er hat jedoch auch mehr hauptamtliches Personal. Dass man die Ehrenamtlichen weiterbilden und bei der Stange halten muss, betont auch er.

Oase: Generationenwechsel

Öffentlichkeitsarbeit sei wichtig, sagen beide Einrichtungsleiter und führen deren Verbesserung auch als Ziel für dieses Jahr an. »Bei uns hat ein Generationenwechsel stattgefunden«, sagt Witte-Vormittag. Eine feste Clique sei aus dem Jugendheim-Alter herausgewachsen, treffe sich manchmal zwar noch vor der Tür, gehöre aber nicht mehr zur Klientel. Weil die Oase an der Königsberger Straße in Sürenheide etwas abseits liegt, sei es nicht einfach, auf sich aufmerksam zu machen.

Immerhin hat das Haus 29 Stammbesucher, die meisten im Teenie-Alter. Der Kellerraum, in dem sich die Einrichtung befindet, ist jetzt aufgemöbelt worden. Mit den Jugendlichen wurden Wände und Decke neu gestrichen. Ein Besuch im schwedischen Möbelhaus, um die Einrichtung zu aktualisieren, steht noch aus.

Platz ist auch im Freigelände. Auch dort sei viel passiert, sagt Monty Göhlich, hauptberuflicher Mitarbeiter der Oase. Die Terrasse ist erneuert und von den Besucher in Beschlag genommen worden. Ein bisschen wild sei das Gelände immer noch, aber das komme den Aktivitäten durchaus entgegen.

Wenn das Haus Projekte anbietet und damit einen Nerv trifft, kommen auch wesentlich mehr Besucher. »Bei unserer vorweihnachtlichen Plätzchen-Backaktion sind wir regelrecht überrannt worden«, berichtet Witte-Vormittag. Ausgebucht seien auch die Ferienspiele zu Ostern, im Sommer und Herbst.

Seit 2006 gibt es die Oase, schon etwas länger bietet Witte-Vormittag Mädchenfreizeiten an, die nach wie vor gut angenommen werden. Hinzu gekommen ist eine integrative Sommerfreizeit, hervorgegangen aus dem regelmäßig stattfindenden Inklusionstreff. Weitere Angebote sind ein Kinder- und ein Jugendtreff, Fördergruppen und ein Kinderkino. Besondere Treffs sind der Pokerabend, Geländespiele, Lagerfeuer und Darts-Turnier. An neuen Projekten arbeite man, verspricht die Leiterin.

Samstags Bundesliga

Das Kinder- und Jugendnetzwerk im Pastoralverbund Verl hat an allen fünf Werktagen geöffnet und während der Bundesliga-Saison auch samstags. Frank Schwichtenhövel kann auf drei hauptamtliche Mitarbeiter zurückgreifen, von denen jedoch keiner eine Vollzeitstelle hat.

Seit 30 Jahren existiert das Jugendhaus, 2001 sind Zweigstellen in Kaunitz und Sürenheide dazu gekommen. Seinen Besucherstamm schätzt er, alles zusammen, auf 200 Kinder und Jugendliche. Relativ neu ist eine Gruppe junger Flüchtlingsfrauen mit Kindern, die sich alle 14 Tage trifft.

Das Jugendhaus kooperiert mit den Grundschulen, bietet Fußball bis Mitternacht und Familienfahrten an. Erfolgreich war 2018 eine Vater-Kind-Fahrt zur Alm mit dem Spiel Bielefeld gegen Bochum. Es ging zur Freilichtbühne Bökendorf und in den Signal-Iduna-Park. Dieses Jahr besuchte bereits eine Gruppe Hamburg mit Hafen und Miniaturwunderland.

Aus einem Graffity-Workshop ist eine gestaltete Außenwand des Jugendzentrums hervorgegangen. Natürlich ist auch beim St.-Anna-Jugendzentrum die Nachfrage bei den Ferienspielen groß.

Eines ist Schwichtenhövel besonders wichtig: »Es gab 2018 keine Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung.«

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