Grundschüler werden bei der Planung exklusiv mit eingebunden
Kinder kneten sich ihren Spielplatz

Verl (WB). »Auf so etwas wären wir gar nicht gekommen.« Thorsten Zietz vom Verler Jugendamt ist während seiner Präsentation am Dienstagabend im Jugendhilfeausschuss immer noch begeistert von der Bastelaktion mit Kindern in der St.-Georg-Schule vor zwei Monaten.

Donnerstag, 06.06.2019, 07:45 Uhr aktualisiert: 06.06.2019, 07:50 Uhr
Mit Knete hat hier ein Junge eine Kritzelwand für Straßenkreide auf den Spielplatz gebaut. Das im Vordergrund soll eine Höhle sein. Erkennbar ist auch ein Klettergerüst. Man sieht, wie viel Fantasie in den Entwürfen steckt. Foto: Stadt Verl

Die Kinder sollten ihren Traumspielplatz als Modell basteln, und zwar als Mitwirkungsaktion für die Umgestaltung des Spielplatzes an der Trakehner Straße. So hatte ein Junge beispielsweise eine »Kritzelwand für Straßenkreide« in sein Modell eingebaut.

»Wir haben hier ganz tolle Kinder in Verl«, bestätigt auch Erster Beigeordneter Heribert Schönauer den Eindruck von Zietz. Die Aktion habe gezeigt, wie viel Potenzial bei den jungen Mitbürgern vorhanden sei. Deshalb steht der Wille der Verwaltung fest: »Wir wollen die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen intensivieren.«

Architekten-Entwurf bleibt vorerst geheim

Wie ernst die Verwaltung diesen Vorsatz nimmt, lässt sich daran messen, dass der Architektenentwurf, der auf Basis der Kindermodelle entstanden ist, noch nicht öffentlich gemacht wird, sondern als erstes den beteiligten Kindern vorgestellt werden soll.

Eine entsprechende Zeichnung hatte Zietz zwar in seiner Powerpoint-Präsentation, er ließ sie jedoch nur so kurz aufblitzen, dass nichts zu erkennen war. So viel steht trotzdem fest: Die Stadtverwaltung hat ein knappes Dutzend von Elementen berücksichtigt, die von den Kindern am häufigsten gewünscht wurden.

Da ist etwa Wasser als Spielelement dabei, oder eine Seilbahn, Schattenspender, sowie eine Freifläche für Ballspiele oder Picknick. Vorab gesetzt, aber offenbar auch von den Kindern gewünscht, sind barrierefreie Spielelemente. Kinder wünschen sich aber auch die Klassiker: Schaukel, Rutsche, Klettergerüst. Solche Elemente könne man neu konzipieren und umsetze, sagt Zietz.

Schließlich wünschen sich die Kinder ein modelliertes Gelände: statt der derzeit flachen Fläche, also Hügel und Täler, die Abwechslung bringen.

»Es gab keine utopischen Ideen, alles ist umsetzbar«, betont Schönauer. Natürlich müsse man auf den gesetzten finanziellen Rahmen achten.

Grundriss auf Sperrholz

Auf die Aktion, die am 4. April im Werkraum der St.-Georg-Schule stattfand, hatte die Stadt mit Faltblättern, Plakaten und Hinweisen im Internet aufmerksam gemacht. 25 Kinder waren gekommen. Bevor es losging, fand eine Besichtigung des Spielplatzes statt, wie er zurzeit aussieht. Auf Sperrholzplatten hatte die Stadtverwaltung Pläne des Platze kleben lassen, so dass jedes Kind, einzeln oder in der Gruppe, sich genau an der vorgegebenen Fläche orientieren konnte. Unberücksichtigt blieb, dass sich die Form des Spielplatzes vielleicht noch ein wenig ändern wird, weil die angrenzende Posener Straße zum Teil ein wenig verlegt werden soll.

Der Spielplatz ist jetzt 15 Jahre alt. Die erste Geräte-Generation sei »aufgespielt«, sagt Zietz, sei also nicht mehr attraktiv.

Drei Stunden lang sei intensiv und konzentriert gearbeitet worden. Auf den Modellfotos erkennt man Klettergerüste, Seilbahnen, Rutschen, Schaukeln und immer wieder Wasser. Beliebt seien auch Höhlen oder Geräte, in die man hineingehen kann.

Nun wird es also einen Termin mit denselben Kindern am selben Ort geben, um mit ihnen den Entwurf zu besprechen, den ein Architekt jetzt gemacht hat. Danach werden mögliche Anregungen und Änderungswünsche gegebenenfalls eingearbeitet und dann, endlich, soll auch die Öffentlichkeit sehen, wie der Spielplatz werden soll.

Nach dieser guten Erfahrung plant die Stadtverwaltung eine ähnliche Aktion für den Spielplatz und das BMX-Gelände am Schmiedestrang.

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