Verkaufsoffener Sonntag zum Frühlingsfest am 19. Mai gesichert
Verl dreht am Rad

Verl (WB). Zum Frühlingsfest am Sonntag, 19. Mai, können die Geschäfte von 13 bis 18 Uhr öffnen. Um diesen verkaufsoffenen Sonntag klagefest zu bekommen, hat der Rat einstimmig eine große Veranstaltung ins Leben gerufen: Verl dreht am Rad.

Mittwoch, 08.05.2019, 05:00 Uhr
Das Motto des Frühlingsfestes ist: Verl dreht am Rad. Der verkaufsoffene Sonntag begleitet die Aktionen rund ums Radfahren. Munna Shah von der Werbegemeinschaft wird das Kinderfahrrad aus dem Jahr 1910 in seinem Reformhaus zeigen. Foto: Monika Schönfeld
Welche Geschäfte öffnen

Es dürfen die Geschäfte öffnen, die in der räumlichen Nähe zur örtlichen Veranstaltung liegen. Nördlich beginnt der Bereich an der Kreuzung Hauptstraße/Sender Straße, südlich bis Bahnhofstraße/Mozartweg, östlich ab Paderborner Straße/Poststraße. Schluss ist an der Gütersloher Straße 27. Ausgeschlossen ist damit das Geschäft Wittkemper. Inhaber Reinhard Illies ist damit nicht zufrieden und fragte im Rat nach. Die Begrenzung, so Bürgermeister Esken, gelte nur für den 19. Mai 2019. Das sei nicht für ewig in Stein gemeißelt, musste aber für diese eine Veranstaltung rechtssicher gemacht werden.

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Hintergrund sind die Klagen, mit denen die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Städte und Gemeinden überzieht, die keinen oder keinen ausreichenden Grund dafür bieten, dass die Geschäfte am Sonntag öffnen. »Ein Frühlingsfest auf der Wiese reicht nicht aus«, sagte Bürgermeister Michael Esken im Rat. Deshalb habe die Stadt gemeinsam mit der Werbegemeinschaft Verl ein Konzept erarbeitet, diesen verkaufsoffenen Sonntag zu retten. »Es soll keinen Angriffspunkt für eine Klage geben«, sei er sich mit der Werbegemeinschaft einig.

 

Ereignis im Vordergrund

Um das Ereignis und nicht das Einkaufen in den Vordergrund zu stellen, wird das Motto des 19. Mai »Verl dreht am Rad« heißen. So sollen an verschiedenen Stellen der Innenstadt Aktionen rund ums Radfahren stattfinden. »Haupt-, Wilhelm- und Sender Straße werden deshalb zum Teil gesperrt«, so Esken. Die Aktionen dort sollen alle Altersgruppen ansprechen. Es gibt eine Versteigerung von Fahrrädern, einen Fahrradparcours, das Heimathaus und das Knopfmuseum öffnen und das Verler Weinfest steigt auf der Wiese am Gymnasium. Die Werbegemeinschaft greife das Motto auf, lobe einen Preis fürs schönste Schaufenster aus oder mache eine Schnitzeljagd. Die Ladenöffnung am Sonntag sei nur eine zusätzliche Aktion innerhalb des Frühlingsfestes.

 

Handel unter Druck

CDU-Fraktionsvorsitzende Gabriele Nitsch sagte, in der CDU sei der Sonntag ein hohes Gut. Allerdings sei der Handel in der Kleinstadt Verl stark unter Druck und spreche mit verkaufsoffenen Sonntagen auch Auswärtige an. »Auch Verdi muss gesamtwirtschaftlich daran gelegen sein, den Handel in Kleinstädten zu stärken, damit sich Arbeitnehmer nicht woanders Arbeit suchen müssen. Wir müssen gemeinsam Lösungen finden, damit die verkaufsoffenen Sonntage stattfinden können.«

Johannes Wilke (Bündnis 90/Die Grünen) sieht es so, dass die verkaufsoffenen Sonntage den Bürgern zugute kommen. »Eine klare Regelung muss her.«

Elke Henkemeier (SPD) sagt, sie sei selbst Verdi-Mitglied. Es sei verständlich, wenn Arbeitnehmerrechte in Handelsketten durchgesetzt werden müssten, in Verl gebe es aber überwiegend vom Inhaber geführte Geschäfte. Verkaufsoffene Sonntage seien ein Magnet. »Arbeiten macht dann richtig Spaß, höre ich von den Mitarbeitern. Den Radius sollten wir erweitern, um alle Geschäfte teilhaben zu lassen.« Esken versprach, das Frühlingsfest zu beobachten und für nächstes Jahr eine Ausweitung hinzubekommen.

Ein Kommentar von Monika Schönfeld

Beachtenswert: So muss die Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung und den Einzelhändlern aussehen. Statt zu lamentieren, dass Verdi den Städten den Knebel anlegt, kreieren Stadt und Werbegemeinschaft gemeinsam eine Veranstaltung, die die Vorgaben erfüllt. Denn dass die Geschäfte öffnen, darf nur zweitrangig sein. Schade, dass einige Geschäfte aus der »Kulisse« herausfallen. Das wird keinem Besucher klarzumachen sein, warum das so ist. Freuen sollte man sich, dass es klappt, 2020 muss man nachsteuern.

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