Weißrussische Schüler stellen ihre Werke im Gymnasium Verl aus
Mit Kunst den Frieden fördern

Verl (WB). Sie nehmen 28 Stunden Busfahrt auf sich, um ihre Kunstwerke nach Verl zu bringen und mit Schülern des Gymnasiums Kunst zu gestalten und darüber zu sprechen. Seit fast 30 Jahren tauschen sich Verler Gymnasiasten und Kunstschüler aus Witebsk aus.

Dienstag, 07.05.2019, 07:45 Uhr aktualisiert: 07.05.2019, 08:40 Uhr
Bei manchen Bildern muss man genau hingucken, um zu sehen, ob es ein Foto oder Malerei ist: Ilja Seledzovs »Die Minute nach Sonnenuntergang« zieht viele Ausstellungsbesucher in den Bann, ebenso wie Anna Zhluktenoks »Märchenpferde« – beides in Guasch-Technik.

Seit Samstag sind 19 Schüler der Jugend-Kunstschule Nr. 1 in Witebsk in Verler Gastfamilien untergebracht. Im Herbst besuchen die Deutschen Weißrussland. Der Austausch hat eine lange Tradition. Bereits zum 28. Mal begegnen sich auf diese Weise deutsche und weißrussische Schüler. Die Mutter einer der jetzigen Schülerinnen, die Verl besucht, war bereits selbst Teil des Austauschprojektes. Und der Schulleiter der weißrussischen Kunstschule war ebenfalls als Schüler dabei.

Höhepunkt des Austauschs ist die Ausstellungseröffnung in der Galerie des Gymnasiums. In Zusammenarbeit mit dem Droste-Haus zeigen die jungen Künstler ihre Werke. »Die weißrussischen Schüler erhalten durch ihr Talent und ihre Kunst die Möglichkeit einer weiteren Ausdrucksform abseits der Sprache«, sagt Karl-Josef Schafmeister vom Droste-Haus. Genau diese Kommunikation sei so faszinierend. »Wir als Droste-Haus sind ja keine Agentur zum Austausch von Kunst. Unsere Aufgabe ist es, Menschen miteinander in Kontakt zu bringen. Und da ist die Kunst ein tolles Hilfsmittel.« Die Schüler unterhielten sich auf Englisch, viele Weißrussen sprächen auch etwas Deutsch. Für Wichtiges gebe es Dolmetscher.

80 Werke haben die Jugendkunstschüler mitgebracht. Sie reichen von Guasch-Technik über Tuschezeichnungen bist hin zu Mischtechnik und Aquarellen. Kaum zu glauben, dass die schillernde »Megastadt« in Mischtechnik von dem zwölfjährigen Evgenij Gudjan stammt. Auch Matthias Hermeler, Leiter des Gymnasiums, ist begeistert, spricht von »vielschichtigen und außergewöhnlichen Werken«. Bürgermeister Michael Esken nennt den Einsatz der Weißrussen für den »einmaligen Austausch« mit dem Gymnasium »eine Berufung«. Und letztlich sei er auch ein Symbol der »Friedensförderung«. Bei diesen Worten nicken vor allem zwei, die bei jeder der 28. Ausstellungseröffnungen dabei waren: Peter Quick und Christel Wöstemeyer, die in Verl wie wenige andere für Völkerverständigung stehen.

Die Ausstellung ist bis zum 14. Juni montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr geöffnet. Zusätzliche Besichtigungstermine können telefonisch unter Tel. 05246/503160 vereinbart werden.

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