Warum sich Verler um die herumliegenden Plastiktüten in Malawi kümmern
Ein Statussymbol wird zum Problem

Verl-Kaunitz (WB). Blaue Plastiktüten liegen zwischen dem Gras, das die Ochsen fressen. Einer von ihnen ist an den Kunststoffbeuteln gestorben. Eigentlich sind die Tüten in Malawi verboten. Dennoch liegen sie überall. Zwei Verler haben sich heute aufgemacht, um etwas dagegen zu unternehmen.

Dienstag, 07.05.2019, 07:45 Uhr aktualisiert: 07.05.2019, 07:50 Uhr
Auf den Feldern wird das Plastik zum Problem. Denn das Vieh kann daran sterben.

Wer in Malawi einkauft, der nimmt sich einen Plastikbeutel und packt dort alles rein. Denn die Wege sind weit bis nach Hause und Alternativen gibt es nur wenige. Die Tüten gefallen den Menschen. »Die Leute finden sie ganz toll«, sagt Elisabeth Maasjost. Sie war schon dreimal in Malawi und hat sich ein Bild von dem Problem gemacht. Es sei furchtbar. Einige hätten kein Bewusstsein dafür, dass sie die Umwelt verschmutzen.

 

Das große Fisch-Sterben

Dort, wo es derzeit noch so viele Fischarten wie an keinem anderen Ort der Erde gibt, droht deshalb das Artensterben. Im Malawisee soll es laut einer Studie 2050 keine Fische mehr geben, wenn das Land sein Plastikproblem nicht in den Griff bekommt. Um Hilfe vor Ort anzubieten, reist Maasjost heute erneut nach Afrika. Für sie ist es die vierte Reise nach Malawi. Tim Bohnenkamp begleitet sie. Für den 23-Jährigen ist es die erste Reise nach Malawi und der erste Flug überhaupt. Nach 17 Stunden erreichen sie ihr Ziel. Maasjost ist Leiterin des Verler Malawi-Projekts, das zuletzt mit Reisen und Spenden die Landwirtschaft und die Bildung vor Ort unterstützt hat. Nun geht’s darum die Umwelt zu schützen.

Dafür wollen Maasjost und Bohnenkamp die Einwohner sensibiliseren, möglichst auf Plastik zu verzichten. An drei Orten in Malawi planen die beiden, Workshops an Grundschulen zu geben. Mit dabei ist Moses. Er ist Malawier, Student und schreibt eine Studienarbeit über den Plastikmüll in seinem Land. Moses soll das Projekt über die Workshops hinaus begleiten, sagt Maasjost.

Das ist gar nicht so einfach in einem Land, indem es ständig nach verkohltem Plastik riecht. »Es gibt nur eine Recyclingfirma, eine andere Möglichkeit als das Plastik zu verbrennen, gibt es nicht«, sagt Maasjost.

 

Stoff statt Plastik

Neben der Plastikvermeidung möchte Maasjost die Malawier ermutigen, ihren Plastikmüll gezielt zu sammeln. Um eine Alternative zum Plastikbeutel zu bieten, haben Näherinnen in Kasantha Stoffbeutel genäht. Die Nähmaschinen sponsorten Verler im vergangenem Jahr. Mit sechs Laptops und 50 Handys reisen Maasjost und Bohnenkamp nach Malawi. Die Laptops sind für einen Computerworkshop. Die Handys geben sie an Priester weiter.

»Sie wissen am ehesten, welche Leute erreichbar sein müssen«, sagt Maasjost. Ihr Büro lag in den vergangenen Wochen voller gespendeter Handys. Maasjost überprüfte jedes einzelne, ob es noch geht. »Handys sind meist der einzige Weg der Kommunikation, sie sind unglaublich wichtig«, sagt sie. Vielleicht so wichtig wie die Umwelt für das Land ist.

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