Rat stimmt den Plänen für eine Pflegeresidenz in Sürenheide zu
Mediko kann bauen

Verl (WB). Der Rat der Stadt Verl hat den Plänen zum Bau einer Seniorenresidenz in Sürenheide zugestimmt. Der Beschluss, den Flächennutzungsplan zu ändern und einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufzustellen, wurde gegen die Stimmen der SPD-Fraktion gefasst.

Donnerstag, 04.04.2019, 07:45 Uhr aktualisiert: 04.04.2019, 07:50 Uhr
Der Rat der Stadt hat mehrheitlich zugestimmt, die Pläne zum Bau einer Seniorenresidenz in der Sürenheide zu verwirklichen.

Die Seniorenresidenz soll auf einem Grundstück an der Königsberger Straße in direkter Nachbarschaft zur Evangelischen Kirche und dem Jugendhaus Oase entstehen. Investor ist das Mediko Pflege- und Gesundheitszentrum, ein Tochterunternehmen der Lindhorst-Gruppe aus Winsen an der Aller, die in den vergangenen zehn Jahren bundesweit mehr als 400 Millionen Euro in Wohn-, Gewerbe- und Pflegeheimimmobilien investiert hat. Das Grundstück in Sürenheide hat sie bereits erworben.

80 Pflegeplätze geplant

Über den Flächennutzungsplan entscheidet die Bezirksregierung auf Antrag der Stadt. Bei der beantragten Änderung geht es darum, dass das vorgesehene Grundstück, das etwa 12.000 Quadratmeter groß ist, im westlichen Teil als Wohnbaufläche und im östlichen Teil als Fläche mit Gemeinbedarf ausgewiesen wird. Das heißt, dass dort sozialen Zwecken dienende Gebäude errichtet werden dürfen.

Im zweiten Schritt stellt die Stadt den Bebauungsplan auf und legt die beabsichtigte Nutzung fest. Damit sind dann die Voraussetzungen für einen Bauantrag geschaffen.

Die Lindhorst-Gruppe plant 80 neue Pflegeplätze. Sie gliedern sich in 54 vollstationäre Pflegeplätze, 13 Jungpflegeplätze und 13 stationäre Kurzpflegeplätze. Außerdem sollen 15 Tagespflegeplätze geschaffen werden.

Mit betreutem Wohnen

Mitarbeiter des Unternehmens und ein Architektenbüro hatten die Pläne Ende Januar im Rahmen einer Bürgerversammlung in Sürenheide vorgestellt. Während einer Sitzung des Ausschusses für Bildung, Sport und Kultur Anfang Februar wurden auch Bedenken geäußert. Eine Vertreterin des Kreises Gütersloh kam zu Wort und äußerte die Befürchtung, dass eine Einrichtung in dieser Größenordnung einen Verdrängungswettbewerb zu Lasten der etablierten Bestandseinrichtungen in Verl auslösen könnte.

Das sieht auch die SPD so. Sie sieht die Besonderheiten des Kreises Gütersloh nicht berücksichtigt und befürchtet, dass den anderen Ortsteilen Entwicklungsmöglichkeiten genommen würden.  Außerdem gehe das alles zu schnell, sagte Hedwig Rottmann in einer schriftlichen Stellungnahme. Das Verfahren sei regelrecht durchgepeitscht worden.

Eine Anregung der SPD-Fraktion wurde dann allerdings doch aufgenommen, nämlich, dass in den geplanten Stadtvillen auch betreutes Wohnen vorgesehen werden soll. Davon war bislang zwar auch schon einmal die Rede gewesen, schriftlich festgehalten worden war es jedoch nicht.

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