Bürgerschützen kutschieren Schneewittchen beim Rosenmontagszug durch Rietberg
Jecker Zwergenaufstand

Verl (WB). Es waren einmal die Verler Bürgerschützen. Jahr für Jahr waren sie beim Rosenmontagszug in Rietberg dabei. Immer wieder hatten sie tolle Ideen. In diesem Jahr geht es gar märchenhaft zu. Die Grünröcke proben den Zwergenaufstand und haben natürlich Schneewittchen im Gepäck.

Freitag, 01.03.2019, 11:15 Uhr aktualisiert: 01.03.2019, 11:20 Uhr
Bis Rosenmontag müssen die Bürgerschützen noch einiges erledigen. Uwe Edinger (von links), das Jungschützenkönigspaar Marius Springer und Linda Diekmannshemke, Torsten Hänisch-Hüttenhölscher und Frederik Venne sind sicher, dass sie es schaffen. Foto: Andreas Berenbrinker

Seit 2007 sind die Bürgerschützen ununterbrochen bei der Sause in Rietberg dabei. Bei den verschiedenen Mottoideen zeigten sich die Verantwortlichen immer wieder kreativ. Es ging ins Mittelalter, auf ein Piratenschiff, es gab einen Besuch bei Familie Feuerstein und in Anlehnung an das Vereinsheim in Bornholte wurde ein Hühnerstall präsentiert.

Auch Geschehnisse in Verl wurden thematisch verarbeitet. Als die Ortsdurchfahrt verändert wurde, gingen die Schützen als Bauarbeiter, beim Aufkeimen der Idee zur Wiederbelebung der TWE-Strecke als Lokomotivführer. Nur 2016 haben sie mangels Interesses aus den eigenen Reihen keinen Wagen gebaut.

»Da haben wir aber schon im Vorfeld bewiesen, dass wir sehr schlau sind«, sagt Frederik Venne grinsend. Vor drei Jahren wurde der Zug wegen Sturms kurzfristig abgesagt. Neben einem bunten und fantasievollen Wagen sind die Kostüme zu Karneval natürlich sehr wichtig – seit Jahren trägt hier Miriam Hüttenhölscher-Reineke die Verantwortung. Sie wird die Schützen in Zwerge verwandeln.

Schneewittchens gläserner Sarg wird die Blicke auf sich ziehen

Das Motto dieses Jahr haben sich die Wagenbauer Lars Diekmannshemke, Uwe Edinger, Torsten Hänisch-Hüttenhölscher, Miriam Hüttenhölscher-Reineke, Christian Schmidt, Norbert Spohde, Frederik Venne, Dominik Wannhof und René Westerwalbesloh in der Adventszeit überlegt. »Wir kamen auf Schneewittchen und die sieben Zwerge, das hat uns gefallen«, sagt Uwe Edinger, der eine Firmenhalle zum Wagenbau zur Verfügung stellt.

In den Bau investieren die Bürgerschützen viel Liebe zum Detail, enormen Ideenreichtum, kreative Lösungen, Geld und vor allem viel, viel Zeit. »Man muss schon Spaß dran haben, es ist echt viel Arbeit«, sagt Edinger. In den drei Wochen vor Karneval werkelten die Schützen im Schnitt vier Stunden pro Tag in der Halle. Auch in diesem Jahr gibt es einige Effekte auf dem Märchenwagen, der sogar über eine funktionierende Toilette verfügt. Neben Nebelschwaden wird bestimmt Schneewittchens gläserner Sarg die Blicke von zehntausenden Karnevalisten auf sich ziehen.

5200 Kamelle und unzählige »Bützje«

Der Sarg kann mit Hydraulik nach oben bewegt werden. Im Sarg wird sich keine echte Frau befinden. »Das wollte ich dann doch nicht«, lacht die pinselschwingende Jungschützenkönigin Linda Diekmannshemke. Und auch Königin Miriam Hüttenhölscher-Reineke sei dazu nicht bereit gewesen. Stolz sind die Wagenbauer aber, dass die Königspaare bisher immer mitgefahren sind und dass auch der Vereinsvorstand hinter der Sache steht. »Da gibt es schon mal einen Kasten Bier und lobende Worte«, sagt Oberzwerg Frederik Venne.

Mit viel Idealismus sind die Bürger dabei. Edinger: »Wir machen das alles für vier Stunden Spaß am Rosenmontag.« Zur Grafschaftler Karnevalsgesellschaft pflegen die Schützen freundschaftlichen Kontakt. »Sie kommen extra nach Verl und nehmen den Wagen ab«, erzählt Edinger. Der Aufbau dürfe nicht zu hoch sein, der Wagen nicht zu breit. Außerdem müssen die Verler sechs Ordner stellen zur Sicherheit rund um den Märchenwagen.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann werfen sie am Rosenmontag über 5200 Kamelle sowie unzählige »Bützje« in die Menge.

 

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