Heimatverein sieht Verler See als Mittelpunkt eines Rundwanderweges
Steinhorster Becken im Kleinformat

Verl (WB). Die Zukunft des Verler Sees wird kontrovers diskutiert. Während einer Informationsveranstaltung hat der Heimatverein den Wunsch geäußert, den See als Mittelpunkt eines Wanderweges zu sehen. Ein Steinhorster Becken im Kleinformat ist das Ziel.

Freitag, 08.02.2019, 07:45 Uhr aktualisiert: 08.02.2019, 09:20 Uhr
Ursprünglich sollte der Verler See – hier eine Luftaufnahme aus dem Jahr 2012 – als Naherholungsgebiet mit der Möglichkeit von zahlreichen Freizeitaktivitäten dienen. Im Jahr 1995 wurden die Uferzonen jedoch weitestgehend unzugänglich gemacht.

Die Vergangenheit

Bernhard Klotz skizzierte die Geschichte des Verler Sees , der ursprünglich viel größer werden und die Sürenheide mit Verl verbinden sollte. Ende der 60er Jahre wurde geplant, den See als Erholungsgebiet mit Bootsanliegeplätzen, Surfmöglichkeiten, Badestellen und sogar einem Campingplatz zu gestalten. 1979 lehnte die damalige Gemeinde Verl einen Rekultivierungsplan des Heimatvereines ab, im Jahr 1983 wurde ein Kompromiss gefunden.

Klotz: »Ein Teil des Sees wurde für Freizeitaktivitäten ausgewiesen, ein kleinerer Teil sollte der Natur überlassen werden.« Im Laufe der Jahre wurden insbesondere die Uferzonen durch die Freizeitaktivitäten zerstört, 1995 stellte die Landschaftsbehörde Gütersloh einen Bepflanzungsplan vor, die Uferflächen wurden größtenteils unzugänglich gemacht.

Der Ist-Zustand

Zuletzt wurde der See vom Essener Büro Ökoplan umfangreich untersucht (diese Zeitung berichtete) . Das Gewässer ist aufgrund von hohem Phosphat- und Nitriteintrag durch Düngemittel chemisch belastet, die Uferzonen sind sehr steil und haben keine nennenswerten Flachwasserzonen. Dieser Badewannen-Charakter sei nicht förderlich für die Wasserqualität.

Während der Versammlung führte Bernhard Klotz weitere Punkte an, die dem See und der direkten Umgebung schaden. Die Wege seien stellenweise mit Holzhäcksel abgestreut, was zu einer zunehmenden Kompostierung führe. »Diese Biomasse und viel Müll mindern die Qualität des Wassers sowie der Flora und Fauna.« An einigen Stellen sei zudem eine zunehmende Verwucherung zu erkennen.

Dennoch sehen er und Ortsheimatpfleger Matthias Holzmeier viel Potential. Es gebe zahlreiche Tiere wie Spechte, Enten, Fledermäuse, Eidechsen, Libellen und Blindschleichen. Auch der Fischbestand sei trotz der Kormoran-Problematik vielseitig, führten Mitglieder des Angelvereins Verl-Sürenheide aus. Der Verler See ist Eigentum der Stadt Verl, ist bis zu 15 Meter tief, der kürzeste Rundweg um den See hat eine Länge von 1950 Meter.

Die Zukunft

»Der Heimatverein möchte den Verlern ein Stück Natur zurückgeben«, sagte Bernhard Klotz, dem ein Steinhorster Becken im Kleinformat vorschwebt. Schon ausgearbeitet ist ein Rundwanderweg mit dem Verler See als Mittelpunkt. Interessante Punkte an diesem Erlebnispfad wie das Heimathaus, der Hof Meier zu Verl, die Bunten Mühle oder die Dünenlandschaft an der Waldstraße könnten mit Schildern erläutert werden.

Besonders im Blick hat der Heimatverein den Alten Ölbach, der den Verler See speist, auch aus ihm hervortritt und im weiterem Verlauf an der evangelischen Kirche in Sürenheide vorbeifließt, um in Gütersloh in den Neuen Ölbach zu münden. »Wir haben die Chance, den Alten Ölbach komplett zu renaturieren«, so Klotz. Der Ortsheimatpfleger Matthias Holzmeier skizzierte Aufgaben für die Zukunft. Schlagworte sind hier die Schaffung von Feuchtwiesen, die Belebung von Biotopen oder der Bau von Nisthilfen.

Der Heimatverein strebt in Zukunft eine Kooperation mit dem Rathaus sowie den Vereinen an, die den See nutzen (Angelverein, DLRG, Wasserwanderfreunde). Auch ein Runder Tisch mit interessierten Verlern sei möglich, so Holzmeier.

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