Johannes Großerüschkamp schenkt Stadt digitalisierte Kirchenbücher Leichte Suche nach den Ahnen

Verl (WB). Das Lesen von Kirchenbüchern ist für Laien schwierig – aufgrund der damaligen Schreibschrift und weil die Eintragungen etwa bis zum Jahr 1800 auch lateinische Ausdrücke umfassen. In Verl jedoch ist die Suche nach den Vorfahren dank Johannes Gro­ßerüschkamp sehr viel einfacher geworden.

Bei einem Treffen im Rathaus bedanken sich Bürgermeister Michael Esken (rechts) und Stadtarchivarin Annette Huss bei Johannes Große­rüschkamp für seine wertvolle Schenkung, eine Datenbank der Verler und Kaunitzer Kirchenbücher.
Bei einem Treffen im Rathaus bedanken sich Bürgermeister Michael Esken (rechts) und Stadtarchivarin Annette Huss bei Johannes Große­rüschkamp für seine wertvolle Schenkung, eine Datenbank der Verler und Kaunitzer Kirchenbücher.

Angestoßen von seiner eigenen Familienforschung hat der Verler mit Erlaubnis von Pfarrer Hermann-Josef Hölscher und Pfarrer Joachim Cruse sowie mit technischer Unterstützung von Bernhard Deitert über viele Jahre hinweg digitale Fotografien sämtlicher Seiten der Kirchenbücher von St. Anna Verl (angelegt 1652) und St. Maria Immaculata Kaunitz (angelegt 1747) angefertigt.

Für die Familienforschung zugänglich

Zusätzlich hat Johannes Große­rüschkamp umfangreiche elektronische Namens- und Familienverzeichnisse erarbeitet, die die in den Kirchenbüchern niedergeschriebenen Geburts- und Taufeinträge, Heirats- und Sterbeeinträge für die Familienforschung erschließen und zugänglich machen.

Dieses Datenbankwerk hat er schon 2012 sowohl dem Heimatverein als auch dem Stadtarchiv zur Nutzung zur Verfügung gestellt. Nun hat er über einen Schenkungsvertrag der Stadt Verl offiziell die Nutzungsrechte an seinem Datenbankwerk eingeräumt. Dafür erhält er im Gegenzug die Zusicherung, dass es in seinem Sinne genutzt und dauerhaft sicher verwahrt und gepflegt wird.

Für die Familienforschung sind Kirchenbücher unverzichtbare Quellen. Denn bis zur Einführung der Standesämter im Jahr 1874 verzeichneten die Pfarrer darin wichtige Informationen über Geburten und Taufen sowie Heiraten und Sterbefälle in ihren Gemeinden.

Stadtarchivarin Annette Huss erreichen immer wieder Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern, die ihre Familiengeschichte erforschen wollen. »Dann greife ich sehr oft auf das Datenbankwerk von Herrn Großerüschkamp zurück«, berichtet sie.

Tabellen zu Geburten und Taufen

In vielen Bistümern – so auch im Erzbistum Paderborn – werden Kirchenbücher mittlerweile digitalisiert und online zur Verfügung gestellt. »In Verl haben wir den großen Vorteil, dass wir neben den digitalen Fotografien der Einträge und der historischen Namensverzeichnisse auch über die von Herrn Großerüschkamp erarbeiteten elektronischen Tabellen zu Geburten und Taufen, Heiraten und Sterbefällen, sogar zu ganzen Familien, verfügen. Das erleichtert die Suche nach einer bestimmten Person sehr«, freut sich Annette Huss.

Bürgermeister Michael Esken zeigte sich ebenfalls sehr beeindruckt von der ungeheuren Fleißarbeit, die Johannes Großerüschkamp über viele Jahre hinweg in die Erstellung der Datenbank investiert hat, und bedankte sich für diese außergewöhnliche Schenkung.

»Anfangs habe ich die Seiten aus den Kirchenbüchern per Hand abgeschrieben. Später dann habe ich die ersten Computerdateien erstellt und ab 2010 habe ich alle Seiten noch einmal fotografiert«, gab Johannes Großerüschkamp im Gespräch mit dem Bürgermeister und der Stadtarchivarin einen kleinen Einblick in seine Arbeit.

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