Angebote für Schulen – Heimatverein will Lehrern Arbeit erleichtern Ortskunde aus erster Hand

Verl (WB). »Lehrer haben viele Möglichkeiten, sich mit unserer Hilfe die Arbeit zu erleichtern«, sagt Annette Kröning vom Vorstand des Heimatvereins. Es geht um das Wissen über den eigenen Ort.

Von Matthias Kleemann
Michael Schwan, Annette Kröning und Matthias Holzmeier (von links) sowie Bernhard Klotz und Wolfgang Eckholt (nicht auf dem Foto) sind beim Heimatverein Ansprechpartner für die Schulen in Verl und halten jede Menge Material bereit.
Michael Schwan, Annette Kröning und Matthias Holzmeier (von links) sowie Bernhard Klotz und Wolfgang Eckholt (nicht auf dem Foto) sind beim Heimatverein Ansprechpartner für die Schulen in Verl und halten jede Menge Material bereit. Foto: Matthias Kleemann

Idealerweise sollten Kinder bereits in der Grundschule darüber im Sachkundeunterricht mehr erfahren. Sei es die heimische Natur, sei es Ortsgeschichte, seien es die Unternehmen, die in der Stadt angesiedelt sind, alles ist wichtig.

Arbeitsmaterial und Führungen

Der Heimatverein bietet Arbeitsmaterial und Führungen an. Im Heimathaus laden die Medien des Heimatlabors zum aktiven Umgang mit ortsbezogenem Unterrichtsmaterial ein. Es gibt eine Dokumentation über die Entwicklung der Verler Unternehmen und das Mitmachbuch »Wir entdecken Verl«, das ähnlich wie das Buch »Unser Kreis Gütersloh« kindgerecht an die eigene Heimatstadt heranführt. Die erste Auflage dieses Buchs (170 Stück) ist bald vergriffen. »Lehrer benutzen es aber auch gern als Kopiervorlage«, sagt Annette Kröning und betont, dass der Verein nichts dagegen hat.

Ganz neu sind Arbeitsblätter, die auf der Internet-Homepage des Heimatvereins zum Download bereitsstehen. Die meisten davon hat Annette Kröning, selbst Grundschullehrerin in Sürenheide, entwickelt oder digitalisiert. Da sind Landkarten oder das Verler Stadtwappen zum Ausmalen oder Informationen zum Verler Bürgerservice mit einem kleinen Test.

Für die Schüler der weiterführenden Schulen bieten Matthias Holzmeier und Bernhard Klotz zum Thema Erinnerungskultur Wissenswertes über die jüdischen Familien aus Verl an, mit Besuch des jüdischen Friedhofs in Neuenkirchen, oder den Besuch des Stalag 326 beziehungsweise der rund zwölf Außenstellen, die das Stalag auf Verler Gebiet hatte.

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Viele Lehrer wissen gar nicht, welche Schätze an ihren Schulen schlummern.

Matthias Holzmeier

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Eine Dokumentation über die Juden in Verl ist bereits im Jahr 1988 erschienen. »Wir haben damals jeder Schule einen doppelten Klassensatz zur Verfügung gestellt«, sagt Holzmeier. Aber ganz offensichtlich sei das zu wenig bekannt. »Viele Lehrer wissen gar nicht, welche Schätze an ihren Schulen schlummern.«

Verschiedene ausgearbeitete Stadtrundgänge werden von Bernhard Klotz angeboten. »Der Lehrplan lässt heutzutage nicht viel Spielraum für ortsbezogenen Unterricht«, klagt Klotz jedoch, der bis zu seinem Ruhestand 2006 selbst Rektor der Hauptschule war. Hinzu komme, dass vor allem an den weiterführenden Schulen die wenigsten Lehrer aus dem Ort kommen und etwas über ihn wissen. »Zehn Prozent sind vielleicht noch ortskundig.«

Da wundert es nicht, dass die Nachfrage nach den Angeboten des Heimatvereins stagniert. Sie sei mal besser, mal weniger gut.

Immerhin führe er im Schnitt die Hälfte aller Grundschulklassen durch den Ort, sagt Klotz. Allein bis zu den Sommerferien habe er noch acht Termine. Weniger Resonanz hatte vor einiger Zeit ein Gespräch, zu dem der Verein Lehrer der Schulen gebeten hatte, um seine Angebote einmal vorzustellen.

Knöpfe und historische Maschinen

Wer mehr über das Angebot des Heimatvereins erfahren will, kann dies im Internet tun. (Heimatverein Verl/Angebote für Lehrer). Zum Beispiel findet sich da auch Michael Schwan als Ansprechpartner für Besichtigungen der Knopfmanufaktur Dolleschel, wo auch die historischen Maschinen der Druckerei Maasjost stehen. Oder der Hinweis darauf, dass der Heimatverein Schiefertafeln und Griffel zur Verfügung stellt, wenn es um das Thema »Schule früher« geht.

Übrigens referiert dazu auch Annette Kröning am kommenden Montag, 9. April, ab 19.30 Uhr im Heimathaus. »200 Jahre Schulgeschichte in Verl« lautet der Titel ihres Vortrags.

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