Eindeutige Tendenz bei SPD-Umfrageaktion – Hoffnung auf Gehör bei anderen Parteien »Gelber Sack ist für die Tonne«

Verl-Sürenheide (WB). Der Gelbe Sack ist für die Tonne. So könnte man das Stimmungsbild nach einer Umfrageaktion der Verler SPD bezeichnen. Die Bürger tendieren klar zur Einführung der Gelben Tonne. Das zeigte sich auch bei einer Infoveranstaltung im Elli-Markt.

Von Andreas Berenbrinker
Brigitte Hagenlüke (rechts) ist für die Einführung der Gelben Tonne. Dies machte sie auch Maria Klima (SPD) deutlich.
Brigitte Hagenlüke (rechts) ist für die Einführung der Gelben Tonne. Dies machte sie auch Maria Klima (SPD) deutlich. Foto: Andreas Berenbrinker

Mit einer großen Gelben Tonne sind die Sozialdemokraten zum Elli-Markt gekommen. Die Mitglieder der SPD wollten mit den Bürgern zwar ergebnisoffen ins Gespräch kommen, stellten in einer eigens angefertigten Broschüre auch die Vor- und Nachteile der Tonne vor – aber im Grunde ist die Haltung der SPD klar. Genauso wie in Nachbarkommunen wie Bielefeld oder auch Her­zebrock-Clarholz brauche Verl die Gelbe Tonne. Auch bei den Bürgern kommt diese Idee sehr gut an. Dies zeigte sich schon, als während des Marktes in Verl und in dortigen Geschäften informiert wurde.

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Die Qualität ist einfach schlecht. Die Säcke reißen schnell, eine Tonne wäre mir wesentlich lieber.

Oliver Larisch

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Oliver Larisch aus Spexard erledigte seine Ostereinkäufe in Sürenheide, anschließend kam er mit SPD-Mitglied Karl-Heinz Henkemeier ins Gespräch. Auch in Gütersloh gibt es bisher nur die Gelben Säcke, die auch Oliver Larisch ablehnt. »Die Qualität ist einfach schlecht. Die Säcke reißen schnell, eine Tonne wäre mir wesentlich lieber.«

Dies sahen während der Umfrageaktion die meisten Verler so, einzig das Platzproblem wurde als Nachteil für die Tonnen angesehen. »Gerade in den Innenstädten haben die Menschen vielleicht keinen Platz mehr für eine zusätzliche Tonne«, bemerkte Brigitte Hagenlüke, die sich angeregt mit Maria Klima von der SPD unterhielt. Dennoch plädierte auch sie für die Abschaffung der Säcke zugunsten der Tonnen.

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Wenn man die Säcke draußen lagert, kommen sofort Tiere und zerfleddern ihn, im Haus könnte der Gestank stören.

Brigitte Hagenlüke

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Argumente für den Gelben Sack gab es während der Aktion der SPD und auch in den Sozialen Netzwerken kaum gegenüber den Vorteilen der Tonne. Die Säcke seien leicht zu handhaben und verbrauchten nur wenig Platz, beispielsweise in einer Kellerecke. Außerdem verursache der Sack als Teil des »Dualen Systems« keine Kosten beim Bürger. Nachteile wurden von vielen Bürgern angesprochen. Brigitte Hagenlüke: »Wenn man die Säcke draußen lagert, kommen sofort Tiere und zerfleddern ihn, im Haus könnte der Gestank stören.«

Ein großer Minuspunkt bei den Säcken ist die fehlende Reißfestigkeit. »Sind Dosen oder Becher etwas scharfkantig, sind die Säcke doch sofort kaputt«, so Oliver Larisch. Und schon bei leichtem Wind flögen sie schnell durch die Gegend. »Und die Beschaffung der Säcke ist oft das reinste Nervenspiel.«

Eine Tonne muss nicht unbedingt teurer werden

Vom Platzproblem abgesehen wurden bei der Tonne nur zusätzliche Kosten angesprochen. »Aber diese müssen ja nicht auftreten«, sagte Karl-Heinz Henkemeier. Hier müsse man noch etwas recherchieren und sich Informationen einholen. Ansonsten sei, so viele Bürger, die Tonne stabil, gut geeignet für scharfkantigen Müll und auch umweltverträglicher. Oliver Larisch: »Der Sack verursacht doch auch nur zusätzlichen Müll.«

Mit der Resonanz der Aktion zeigte sich SPD-Ortsvereinsvorsitzende Elke Henkemeier zufrieden. »Viele Bürger haben das Gespräch gesucht und ihre Meinung gesagt.« Man wolle jetzt weiter am Thema arbeiten und die Gelben Tonnen auf den Weg bringen. Henkemeier ist sich sicher, bei den anderen Parteien offenen Türen einzurennen. Zuletzt hatte die Verler CDU schon reißfestere Gelbe Säcke ins Gespräch gebracht. Dies sei aber nicht der Weisheit letzter Schluss, da sind sich die Sozialdemokraten sicher.

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