77 Osterfeuer brennen bei bestem Wetter – Verler sammeln für Schule in Nicaragua Vertrauen ins königliche Barometer

Verl (WB). Das sah am Morgen des Ostersonntages nicht gut aus. Schneeregen, Graupelschauer – weiße Ostern statt weiße Weihnacht. Schlechte Aussichten für die Osterfeuer am Abend. Bei der Kolpingsfamilie in Verl hatte man aber die Ruhe weg – Dank des königlichen Barometers.

Von Andreas Berenbrinker
Los geht’s: Benedikt und David Westerbarkei (von links) sowie Bastian Frickenstein entzünden das Osterfeuer der Verler Kolpingsfamilie.
Los geht’s: Benedikt und David Westerbarkei (von links) sowie Bastian Frickenstein entzünden das Osterfeuer der Verler Kolpingsfamilie. Foto: Andreas Berenbrinker

Während die verschiedensten Wetter-Apps auf den Mobiltelefonen eher schlechtes Wetter prognostizierten, zeigte das Barometer des Kolping-Schützenkönigs Christian Westerbarkei bestes Wetter an. »Ich wusste, dass es so kommt«, freute sich der Regent am Abend und blickte sich um. Strahlend blauer Himmel, sogar mit Sonnenschein. Einzig der kalte Wind störte ein wenig, ansonsten gab es am Wetter nichts auszusetzen.

Trotzdem gab es beim Feuer am Leinenweg einige Unwägbarkeiten. Trotz aller Bemühungen der Helfer glich der Acker einer Wattlandschaft mit den typischen »Prielen«. Etliche Kinder blieben mit ihren Gummistiefeln stecken und mussten von ihren Eltern befreit werden. Schön zu sehen aber, dass alle diese Umständecmit viel Humor hinnahmen. »Ich habe zu Hause eine gute Miele-Waschmaschine«, sagte Andrea Siggemann.

Ärgerlicher war da schon der Wind, der die dichten Rauchschwaden des Feuers direkt in die Richtung der Verzehrstände und Getränkebuden blies. 40 Anhänger voller Strauchschnitt und Geäst hatte die Kolpingsfamilie zur Feuerstelle gebracht. Der Erlös des Osterfeuers fließt in diesem Jahr – wie bei allen anderen Projekten der Gemeinschaft – in das Mexiko-Projekt. Ganz konkret wird das Geld für den Sportplatz einer Schule in Nicaragua verwendet. Barometer-König Christian Westerbarkei: »Ich gehe davon aus, dass wieder mehr als 1000 Euro zusammenkommen.«

Flamme versinnbildlicht Jesus Christus als Licht der Welt

Das Licht für das Feuer wurde von Pfarrer Karl-Josef Auris an der Osterkerze in der St.-Anna-Kirche entzündet und zum Leinenweg gebracht. Die Flamme versinnbildlicht dabei Jesus Christus als Licht der Welt. Passend zum religiösen Hintergrund des Osterfeuers spielte das Jugendorchester unter der Leitung von Jonathan Verhoven zu Beginn des Festes das Kirchenlied »Großer Gott, wir loben dich«.

Auch in Sürenheide und Sende wurden die traditionellen Feuer am Abend des Ostersonntages entzündet. Während die Bürger in Sürenheide am Bürgertreff zusammenkamen – für Unterhaltung sorgte hier der Musikverein – traf man sich in Sende am Dorfgemeinschaftshaus am Kieselweg. Das Feuer in Kaunitz an der Schützenhalle wurde abschließend am Ostermontag entzündet.

Insgesamt 77 Osterfeuer wurden im Verler Stadtgebiet angemeldet. Im Vergleich zu den Nachbarkommunen eine enorm hohe Anzahl. In der gesamten Stadt Gütersloh waren es beispielsweise nur 34 angemeldete Feuer. Man darf in Verl getrost davon ausgehen, dass es sich nicht ausschließlich um Traditionsfeuer handelte, vielmehr wurden bestimmt auch die Überbleibsel des Sturms »Friederike« verbrannt. Auch am gestrigen Ostermontag waren die Folgen der 77 Feuer in Verl deutlich unter einer Dunstglocke zu riechen.

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