Sachgebietsleiter äußert sich zum tödlichen Unfall in Verl-Kaunitz »Fahrer ist das letzte Glied in der Kette«

Verl-Kaunitz (WB). Im Fall des am Montagmittag von einem Müllwagen überrollten und getöteten Mannes (88) meldet sich Klaus Grundmann (60) als Sachgebietsleiter für Abfallwirtschaft der Unfallkasse NRW aus Dortmund zu Wort: Er kritisiert im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT, dass das Müllfahrzeug mit nur einer Person besetzt war.

Von Carsten Borgmeier
In dieser Straße in Kaunitz ist am Montag ein Müllwagen rückwärts gefahren, ein Mann (88) wurde überrollt.
In dieser Straße in Kaunitz ist am Montag ein Müllwagen rückwärts gefahren, ein Mann (88) wurde überrollt. Foto: Carsten Borgmeier

Auch hätte die offensichtlich enge Sackgasse, in der sich der tödliche Unfall ereignete, längst als potenziell gefährlich für solche Fahrmanöver analysiert werden müssen. »Seit zwei oder drei Jahren ist das Thema riskanter Rückfahrten von Müllwagen in der Branche in aller Munde«, meint Grundmann, »Kommunen wie zum Beispiel Gütersloh haben da vorbildlich gehandelt, ein Verzeichnis relevanter Straßen angelegt und manche Sackgasse für Müllwagen gesperrt.«

Straßenkataster soll regelmäßig aktualisiert werden

Dass das betroffene Fahrzeug, das über einen rechten Seiten-Ausleger zur Müllaufnahme verfügt, nur mit dem Fahrer (46) besetzt war, sei zulässig, aber auch dem Kostendruck geschuldet, meint er. »Der Fahrer ist das letzte Glied in der Kette.«

Von dem betroffenen Unternehmen Tönsmeier (3000 Beschäftigte) aus Minden äußerte sich gestern Sprecher Boris Ziegler: »Es gibt für die Stadt Verl ein solches Kataster, das regelmäßig überarbeitet und – in Abstimmung mit dem kommunalen Auftraggeber – aktualisiert wird.« Bei dem in den Unfall verwickelten Fahrer handele es sich um einen erfahrenen, umsichtigen und zuverlässigen Mitarbeiter, der das Revier Kaunitz seit 2008 kenne.

Der Müllwagen sei im Oktober 2011 zugelassen worden und »verfügt über eine vollumfängliche Sicherheitsausstattung, die – unter anderem – aus einer Rückfahrkamera sowie optischen und akustischen Warnsystemen besteht«, erläuterte der Tönsmeier-Sprecher.

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