Jahreskonzert des Verler Musikvereins lässt das Herz von Polka-Franz aufgehen Mit Musik und Bär auf Weltreise

Verl (WB). Nicht enden wollender Applaus sagt mehr als tausend Worte. Mit gleich drei Konzerten hat der Musikverein Verl 1300 Besuchern einen kulturellen Höhepunkt geboten.

Von Manuela Fortmeier
Immer mit dabei: Nie fehlen darf Maskottchen »Amadeus«, der Teddybär in Vereinskleidung. Hier posieren mit ihm (von links) Celine Pollmüller, Jule Jasper, Victoria Bastian, Carina Wittenbrink und Lena Brinkmann vom Jugendorchester.
Immer mit dabei: Nie fehlen darf Maskottchen »Amadeus«, der Teddybär in Vereinskleidung. Hier posieren mit ihm (von links) Celine Pollmüller, Jule Jasper, Victoria Bastian, Carina Wittenbrink und Lena Brinkmann vom Jugendorchester. Foto: Manuela Fortmeier

Eine traumhafte Bühnenkulisse im pädagogischen Zentrum macht Lust auf eine musikalische Reise. Im zweistündigen Musikprogramm fehlt es an nichts: 200 Musiker, die mit spürbarer Freude darauf brennen, ihr Publikum zu erfreuen, begeistern mit Soloeinlagen, reichlich Zugaben und humorvollen Moderationen aus den eigenen Reihen.

Gleich zu Anfang schenkt der Musikverein Verl den Besuchern mit »Start Up« unter dem energiegeladenen Dirigat von Dietmar Kay einen grandiosen, stimmungsvollem Auftakt zum Jahreskonzertwochenende des Musikvereins Verl. Nur wenige Minuten zuvor hieß der Vereinsvorsitzende Andreas Berenbrinker die Zuschauer, Ehrengäste mit den Worten willkommen: »Liebe Freunde, da sind wir wieder. Und ehrlich gesagt, sind wir nicht nur glücklich, sondern auf unseren Musikverein mit seinen drei Orchestern auch ein wenig stolz.«

Zu Recht, denn wenn drei Orchester seit Jahrzehnten in der Lage sind, ihr Publikum auf facettenreiche Art bei Konzerten, unzähligen Auftritten und immer hohem Niveau stets neu zu begeistern und zu überraschen, dann ist das durchaus ein Aushängeschild für den Musikverein und all diejenigen, die die Orchester in jahrzehntelanger Arbeit zu dem, was sie heute sind, haben wachsen lassen.

Feuerwehr und Kesselflicker

Mit flammender Leidenschaft, alle Instrumente perfekt im Einsatz, würdigten die Frauen und Männer im Anschluss daran mit dem Beitrag »Backdraft« aus der Feder von Hans Zimmer die Arbeit aller Feuerwehrmänner- und Frauen weltweit. Besonders aber die der Chicagoer Feuerwehr, die jährlich 750.000 Einsätze, also 2000 pro Tag, absolviert – für sie wurde das Stück komponiert. In Verl grüßte das Orchester damit auch die Freiwillige Feuerwehr der Stadt mit ihren Löschzügen und Löschgruppen, die während der Konzerte auch die Sicherheit garantierten. »Richtig rund« ging es bei der Kesselflicker-Polka, die an die Zeit erinnerte, als die Kesselflicker noch umher fuhren, um Töpfe und Kochgeschirr zu reparieren. »Das ist so richtig etwas fürs Herz,« lobte der Ehrenvorsitzende Franz Berenbrinker den gelungenen Marsch und verriet, dass er genau wegen seiner Liebe zu dieser Musikrichtung gerne liebevoll »Polka Franz« genannt wurde.

»Lehnen sie sich entspannt zurück«, lud Sascha Tillman in seiner Moderation zum Stück »Ross Roy« auf, in dem die historische Geschichte einer monumentalen Villa in Brisbane erzählt wird und bei der zum Schluss des Stückes in einer Ouvertüre die Emotionen des Lebens wunderschön musikalisch beschrieben werden.

Falko und Sperrbezirk

Laut mitgesungene Spaß und Freude erlebte das Publikum auf der musikalischen Reise der »80er KULT-Tour«, einem Arrangement von Thiemo Kraas, einem Medley, das an den »Skandal im Sperrbezirk« erinnerte, an Falko, der mit »Amadeus« rockte, an Hubert Kah, mit dem die Musiker den Zuhörern in Noten verpackt den »Sternenhimmel« bescherten und an Klaus Lage erinnerten, bei dem es nach dem tausendsten Mal des Berührens plötzlich »zoom« gemacht hat.

Eingebettet zwischen den Darbietungen des Musikvereins Verl und denen des Jugendorchesters ließen die Jungen und Mädchen des Schülerorchesters unter der Leitung von Anatole Gomersall mit gleich drei Stücken aus der Filmmusik freudig aufhorchen. Beim »Baby Elephant Walk«, der Filmmusik aus »Hatari«, dem Song »By Dawn´s Early Light« aus dem gleichnamigen Film und der wunderbar dargebotenen »Selections from Harry Potter and the Deathly Hallows« entlockten die zwischen neun und 14 Jahre alten Schüler ihren Instrumenten wahrlich zauberhafte Klänge und Töne.

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