Jasmin Rehpöhler bastelt nach englischer Tradition – Herstellung dauert 150 Stunden Brautstrauß für die Ewigkeit

Verl (WB). Kleine Knöpfe, große Knöpfe, aus Kunststoff, Holz, Perlmutt oder Glas und alle beeindrucken in verschiedenen Formen und Farben: Was diese Knöpfe mit dem Brautstrauß von Jasmin Rehpöhler zu tun haben? Jede Menge, denn ihr Exemplar besteht nicht aus Blumen, sondern aus Knöpfen und soll ein »Brautstrauß für die Ewigkeit« sein, sagt die Verlerin.

Von Manuela Fortmeier
Damit geht es los: Aus vielen bunten Knöpfen gestalten Jasmin und Axel Rehpöhler einen Brautstrauß
Damit geht es los: Aus vielen bunten Knöpfen gestalten Jasmin und Axel Rehpöhler einen Brautstrauß Foto: Manuela Fortmeier

Genau wie alle Bräute hatte sie sich mit der Auswahl ihres Brautstraußes viel Mühe gemacht, überlegt, wie dieser am Tag ihrer Hochzeit aussehen könnte. Individuell sollte er sein und zum hübschen Brautkleid passen. Soweit wir zurückdenken können, haben Bräute am Tag ihrer Hochzeit einen Brautstrauß in den Händen gehalten.

Während der Renaissance soll er sogar nicht nur als Blickfang, sondern auch dazu gedient haben, unangenehme Körpergerüche oder übermäßigen Weihrauch mit dem Duft der Blüten zu übertünchen. Auch heute noch gehört der Brautstrauß in seiner Individualität zur Grundausstattung der Braut und macht das Hochzeitsoutfit erst perfekt.

Ausgefallen statt normal

Jasmin Rehpöhler hat lange überlegt, wie ihr Brautstrauß aussehen soll. Bereits beim Kauf ihres Brautkleides habe ihre beste Freundin Carina Niemeier gesagt: »Jasmin, zu Dir passt aber auf keinen Fall ein Brautstrauß aus normalen Blumen. Er muss ausgefallen sein.« Somit war die Idee schnell geboren, sich auf die Suche nach einem »Strauß für die Ewigkeit« zu machen.

Schöne Perspektiven: Ein solcher Brautstrauß kann zum Hingucker einer jeden Hochzeit werden. Foto: Manuela Fortmeier

Positiv überrascht war Rehpöhler von dem unverhofft große Angebot, einen Brautstrauß zu erwerben der nicht vergeht. Sträuße aus Papierblumen, Seidenblumen und viele andere Möglichkeiten taten sich der suchenden Braut dabei auf. Besonders begeistert zeigte sich Jasmin Rehpöhler von der in England beliebten Tradition, einen Brautstrauß aus Knöpfen zu fertigen. »Das hat mich sofort fasziniert, genau den wollte ich auch haben.«

Küchensiebe als Basis für den Strauß

Zuerst habe sie überlegt, diesen über das Internet fertig aus England zu kaufen. Jedoch seien es auf der einen Seite die horrenden Preise – bis zu 400 Euro –, die sie abgeschreckt hätten, auf der anderen Seite habe ihr das Persönliche gefehlt.

Gemeinsam mit ihrem Mann Axel habe sie dann beschlossen, den Brautstrauß selbst zu fertigen, jedoch ohne zu wissen, was auf sie zukam. »Die Umsetzung war wirklich gar nicht so einfach«, sagt Rehpöhler. Schon das Beschaffen der Vielzahl an Knöpfen habe sich als schwierig gestaltet.

Es sei ihr im Vorfeld nicht bewusst gewesen, dass es gar nicht so viele große Knöpfe gibt und dass manche Knöpfe, wenn sie schön sind, schnell drei bis vier Euro pro Stück kosten würden. Auch das Herstellen des Grundgerüstes für den Strauß war komplizierter als gedacht.

Zuerst hat Jasmin Rehpöhler es mit einem herkömmlichen Schneebesen aus dem Haushaltswarengeschäft versucht, ist jedoch gescheitert, weil dieser sich nicht zu einem runden Strauß habe formen lassen. Am Ende sind zwei Küchensiebe zum Einsatz gekommen, die jetzt die Basis für den Strauß bilden.

Zwölf Kilo Knöpfe für 50 Euro

Um möglichst viele Knopfarten günstig zu bekommen, hat die junge Braut im Internet recherchiert und ist dabei auf einen Mann aus Bayern gestoßen, der die Knopfsammlung seiner verstorbenen Mutter zum Kauf angeboten hat. »Das war perfekt und mit sage und schreibe zwölf Kilogramm verschiedensten Knöpfen zu einem Kaufpreis von unter 50 Euro für uns ein wahrer Glücksgriff«, blickt Rehpöhler zurück.

Dann hat die insgesamt 150 Stunden umfassende Arbeit begonnen. Anfangs habe niemand geahnt, wie viel Zeit solch ein Strauß in Anspruch nehmen würde. Mehrere Wochen hat die Braut jeden Abend daran gearbeitet, die Knöpfe zu kleinen Türmchen aufeinander zu reihen, diese mit Draht zu verbinden und nebeneinander auf den Küchensieben zu befestigen. Manchmal musste sie mit einem Dremel zusätzliche Löcher in die Knöpfe bohren, damit diese verbunden werden konnten.

Anfangs bastelte die Braut alleine, aber als zum Schluss die Zeit drängte, halfen auch Freundinnen und der zukünftige Ehemann. Und passend zur Hochzeit wurde der ungewöhnliche Hochzeitstrauß fertig.

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