Internationales Sommerfest des Droste-Hauses mit Gästen aus Ägypten und der Schweiz Auf die Freundschaft

Verl (WB/abb). Fröhlich spielt Léna aus der französischen Schweiz mit Linus und Elias aus Neuenkirchen. Sprachbarrieren werden mit Händen und Füßen überwunden. Léna, Linus und Elias stehen sinnbildlich für die tolle Arbeit des Jugendaustauschwerkes im Droste-Haus. Es gibt Verbindungen und Freundschaften über alle Grenzen hinweg. Nun ist das Internationale Sommerfest gefeiert worden.

Jugendaustauschwerk

Das Jugendaustauschwerk wurde 1959 von Hugo Wöstemeyer († 2006), der als Soldat den Zweiten Weltkrieg erlebt hat, gegründet.

Der Verler setzte sich für die Aussöhnung der Kriegsfeinde und eine grenzüberschreitende Völkerverständigung ein. Heute stehen Reisen in mehr als 20 Partnerländer auf dem Programm des Droste-Hauses. Im Gegenzug sind Jugendliche aus aller Welt zu Gast in Verl. Vornehmlich in Gastfamilien lernen sie den deutschen Alltag kennen.

Léna (13) aus dem Wallis hat mit ihrer Gastfamilie schon viel unternommen. »Wir waren in Rietberg im Gartenschaupark und in Bielefeld beim Sparrenburgfest«, sagt Eva-Maria Sonntag, die Mutter von Linus (6) und Elias (3). Besonders schön findet sie, dass ihre Jungs gerne mit Léna spielen, obwohl sie ihre Sprache nicht sprechen und die Schweizerin mit französischer Muttersprache auch wenig Deutsch versteht. Sonntag: »Die Jungs lieben Léna förmlich, das ist hier alles eine tolle Sache.« Damit meint die Neuenkirche­nerin den überaus regen Austausch von Jugendlichen aus aller Herren Länder, der im Droste-Haus organisiert wird.

Beim Sommerfest sind 26 Ägypterinnen der Deutschen Schule der Borromäerinnen aus Kairo sowie 145 junge Schweizer aus dem Kanton Wallis dabei. 96 von ihnen wurden vom Droste-Haus in Gastfamilien wie den Sonntags aufgeteilt, weitere 50 Eidgenossen und Betreuer wohnen in Unterkünften in Vlotho und Detmold, um an Sprachkursen teilzunehmen.

Schon seit mehr als zehn Jahren nehmen die Verler Wolfram und Annette Schem Gäste aus Ägypten auf. Während das Programm die jungen Frauen nach Berlin oder Köln führte, lernten Carla und Natalie (beide 16) aus Kairo bei den Schems das »echte deutsche Leben« kennen. »Wir haben Minigolf gespielt, Eis gegessen und waren im Kino«, sagt Vanessa Schem, die Tochter von Wolfram und Annette. Annette Schem ist begeistert von der Idee, mit der Aufnahme von ausländischen Gästen andere Kulturen und Bräuche kennenzulernen. »Es ist jedes Jahr eine schöne Erfahrung«, sagt sie.

Vorsitzender lobt die »Alltagshelden«

Laut Karl-Josef Schafmeister, Vorsitzender des Jugendaustauschwerks, sind sowohl die Mitglieder der Gastfamilien als auch die Gäste »Alltagshelden«. Etliche der Jugendlichen seien zum ersten Mal länger auf einer großen Reise. »Viele haben bei der Ankunft ein mulmiges Gefühl. Wie wird es ihnen in der fremden Familie ergehen, wird es Schwierigkeiten wegen der Sprache geben?«, so Schafmeister. Und wenn sich diese jugendlichen Gäste später mit leuchtenden Augen verabschieden und Freundschaften geschlossen wurden, dann gibt es einige Helden des Alltags. Schafmeister spricht in der Stunde der Besinnung vor dem Fest von »Kraft und Einfühlungsvermögen«, das auf beiden Seiten des Austausches benötigt wird. »Wir hoffen, dass der Austausch lange nachklingt«, so Schafmeister.

Unterhaltung im Garten des Droste-Hauses

Sinnbildlich für die Arbeit im Droste-Haus wird während der Andacht ein Gedicht in russisch, französisch, italienisch, schwedisch, spanisch, kongolesisch, niederländisch, englisch, persisch, arabisch, kurdisch, deutsch und sogar plattdeutsch vorgetragen. Ein ergreifender Moment während des Festes, bei dem eine Schweizer Akrobatikgruppe, der Chor des Droste-Hauses, ein musizierender afghanischer Flüchtling, das Jugendorchester Verl sowie eine Disco für Unterhaltung sorgen.