Insolvente Fleischwarenfabrik könnte Teil der Zur-Mühlen-Gruppe werden Tönnies will Astro schlucken

Verl-Sürenheide (WB/jst). Die insolvente Sürenheider Fleischwarenfabrik August Strothlücke (Astro) steht kurz vor dem Verkauf. Die zum Rheda-Wiedenbrücker Tönnies-Konzern gehörende Zur-Mühlen-Gruppe (ZMG) will das Familienunternehmen schlucken.

Es werden derzeit Gespräche geführt. Dies bestätigte Tönnies-Sprecher Markus Eicher gestern auf Nachfrage dieser Zeitung. Eine Einigung habe es allerdings noch nicht gegeben.

Bekannt geworden sind die Pläne der ZMG aus Böklund (Schleswig-Holstein) durch einen Eintrag unter »Laufende Fusionskontrollverfahren« beim Bundeskartellamt. Dort hat das 3000-Mitarbeiter-Unternehmen, das 700 Millionen Euro pro Jahr umsetzt, sicherheitshalber schon den »Er­werb sämt­li­cher Ver­mö­gens­ge­gen­stän­de der Au­gust Stroth­lücke GmbH & Co. KG Fleisch­wa­ren­fa­brik« angezeigt.

Vermerk beim Bundeskartellamt

Laut Markus Eicher handelt es sich hierbei aber lediglich um eine reine »Vorsichtsmaßnahme«. Man verhandele derzeit mit dem Astro-Management unter ei­nem gewissen Zeitdruck. »Für den Fall, dass die Parteien zueinanderkommen, will man keine Zeit verlieren«, so Eicher. Bis dahin seien noch einige Punkte zu klären – da­­- runter, ob die Zur-Mühlen-Gruppe das Sürenheider Unternehmen Astro (Umsatz 2016: etwa 37 Millionen Euro) vollständig oder nur in Teilen übernehme.

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Beide Seiten streben danach, sich so zügig wie möglich zu einigen.

Markus Eicher (Tönnies-Sprecher)

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Fakt ist: Ende der kommenden Woche endet bei Astro der Insolvenzgeldzeitraum. Laut Informationen von Andreas Romey – der Rechtsanwalt der Kanzlei Staubach aus Hamburg begleitet Astro in der Insolvenz in Eigenverwaltung – dauert es 10 bis 14 Tage, bis ein Vertrag zur Unterschrift reif ist. Deshalb könnte es jetzt schnell gehen. Einen Termin, bis wann die Einigung erzielt sein muss, gibt es seitens der ZMG nicht. Eicher: »Beide Seiten streben danach, sich so zügig wie möglich zu einigen.«

Astro spricht mit mehreren Interessenten

Laut Astro-Sprecher Uwe Alschner ist die Zur-Mühlen-Gruppe übrigens nicht der einzige Interessent, der für eine Übernahme des Handelsmarkenspezialisten infrage kommt. »Es finden Gespräche derzeit mit mehreren Interessenten statt«, sagte er am Dienstag gegenüber dieser Zeitung.

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