Einkaufssonntage: Michael Esken sieht keine Hektik wegen Verdi Verls Bürgermeister will Händlern beistehen

Verl (WB/jmg). Passend zum guten Wetter beim Verler Frühlingserwachen in der Innenstadt gönnte sich nicht nur Jens Niederschulte erst mal ein Eis. Für die Händler habe sich der verkaufsoffene Sonntag gelohnt, sagt der Vorsitzende der Werbegemeinschaft. Doch blickt er mit Sorge auf die Attacken der Gewerkschaft Verdi auf solche Veranstaltungen.

Beim »Frühlingserwachen« durfte eingekauft werden. Das soll auch so bleiben.
Beim »Frühlingserwachen« durfte eingekauft werden. Das soll auch so bleiben. Foto: Uwe Caspar

»Wir sind sozusagen mit einem blauen Auge davon gekommen«, erklärt Niederschulte. »Obwohl wir mit unseren vier verkaufsoffenen Sonntagen in Verl und einem in Kaunitz natürlich nicht ganz oben auf der Liste stehen.« Verdi geht im Moment massiv gegen die verkaufsoffenen Sonntage vor. Die Gewerkschaft fordert auch die Städte und Gemeinden im Kreis Gütersloh dazu auf, auf sonntägliche Verkaufsveranstaltungen zu verzichten.

Brief an den Bürgermeister

Dazu hatte der Bezirksverband vor einigen Tagen einen Brief an die Bürgermeister der Kommunen verschickt, den Verls Rathauschef Michael Esken nach eigenen Angaben ebenfalls auf den Schreibtisch bekommen hat. Der Vorwurf der Gewerkschaft: In den meisten Städten gebe die Situation nicht die Genehmigung der maximal zulässigen und oft geplanten vier verkaufsoffenen Sonntagen pro Jahr und Stadtteil her.

Kommunen sollten auf solche Einkaufssonntage verzichten, die nicht in Veranstaltungen eingebettet seien, zu denen erhöhter Besucherstrom erwartet würde. Die Sonntage in Verl dürften allerdings nicht unter diese Kategorie fallen: Frühlingserwachen und Weinfest, Verler Leben und Tod sind jeweils eigene Veranstaltungen.

Online gegen Innenstadt-Handel

»Wir als Stadt halten uns da ganz an die Vorgaben der Werbegemeinschaft«, sagt Bürgermeister Esken über die Genehmigungspraxis. Allerdings werde man künftig sicherlich Gespräche führen und sich an die Seite der Gewerbetreibenden stellen, verspricht der erste Mann im Rathaus der Kaufmannschaft.

»Ich persönlich sehe einen Rückzug äußerst kritisch«, bewertet Esken die Bemühungen der Gewerkschaft, die Einkaufssonntage zu beschränken. »Damit schneidet man sich am Ende ins eigene Fleisch.« Denn davon profitiere letztlich der Online-Handel, der den Geschäftsleuten in den Innenstädten das Leben schwer genug mache. »Da werden wir jetzt also nicht in Hektik verfallen.«

Absage in Paderborn

Zuletzt hatte die Werbegemeinschaft Paderborn einen verkaufsoffenen Sonntag am 2. April nach einer Verdi-Klage gegen die Stadt Paderborn abgesagt, obwohl die Genehmigung vorlag. Bemerkenswerte Namensverwandtschaft: Die Geschäfte sollten im Rahmen des Floristenfestes »Frühlingserwachen« öffnen.

Die Verler Werbegemeinschaft durfte sich zur gleichnamigen Veranstaltung am Ölbach aber fernab aller Gewerkschafts-Offensive über viele Besucher in der Innenstadt freuen. »Die Leute wollten endlich wieder raus an die Sonne«, beobachtete Vorsitzender Niederschulte Einheimische und Auswärtige, die den Frühling mit einem ausgiebigen Shopping-Bummel begrüßten. Und natürlich gab es auch ein Eis.

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