Prozessauftakt am Landgericht: Schaden beträgt 90 000 Euro Einbruchserie: 27-Jähriger für acht Taten angeklagt

Bielefeld (WB/saw). Seit Mittwoch muss sich ein 27-jähriger Georgier vor dem Landgericht Bielefeld verantworten. Er soll an einer Raubserie im gesamten Süden des Kreises Gütersloh sowie in Bad Oeynhausen beteiligt gewesen sein. Ziel waren Einfamilienhäuser.

Seit Mittwoch muss sich ein 27-jähriger Georgier vor dem Landgericht Bielefeld verantworten.
Seit Mittwoch muss sich ein 27-jähriger Georgier vor dem Landgericht Bielefeld verantworten. Foto: Thomas F. Starke

Die Staatsanwaltschaft klagt den Georgier für insgesamt acht Wohnungseinbrüche an, die er mit mindestens drei wechselnden Komplizen in der Zeit vom 10. April bis 2. Mai 2015 begangen haben soll. Dabei standen Objekte rund um die Asylunterkünfte in Verl und Vlotho, in denen der 27-Jährige gelebt hat, auf der Liste des Raubzuges. Drei Mal wurde in ein Haus in Bad Oeynhausen, zwei Mal in Verl sowie jeweils einmal in Gütersloh, Rietberg und Rheda-Wiedenbrück eingebrochen.

Gesamtschaden: 90.000 Euro

Der Gesamtschaden wird auf 90.000 Euro taxiert. Vor allem auf Schmuck, hochwertige elektronische Gegenstände und Bargeld hatten es die Einbrecher abgesehen. Zwei Tresore wurden aus Häusern mittels Teppich und ei­ner Schubkarre entwendet. In ei­nem 320-Kilogramm-Safe befand sich eine 10.000 Euro teure Briefmarkensammlung, erklärte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft.

Gezielt nutzen die Täter laut Anklage Schwachpunkte an den Einfamilienhäusern aus. Waren Terrassentüren besonders geschützt, wurde durch Küchenfenster eingestiegen. Auch geschlossene Jalousien seien hochgeschoben worden. Teilweise seien Objekte Wochen zuvor ausgekundschaftet oder gar unter einem Vorwand angeklingelt worden, um Erkenntnisse über Bewohner zu gewinnen.

Antrag abgelehnt

Wiederholt sollen die Räuber in den Abendstunden zwischen 21.30 bis 23 Uhr zugeschlagen haben, wenn die Hausbesitzer noch auswärtig waren oder bereits schliefen. Aber auch am helllichten Tag hätten sie sich Zugang zu den Wohnungen verschafft.

Dass sich der Ingenieur nun erst vor dem Landgericht verantworten muss, ist seinem häufigen Aufenthaltswechsel geschuldet. 2015 kam der 27-jährige Halbwaise als Wirtschaftsflüchtling nach Deutschland. Der gestellte Antrag auf Asyl wurde im Mai 2015 abgelehnt, sodass der Georgier ausreisen musste. Über Stationen in Österreich und seiner Heimat, reiste der Angeklagte schließlich im September 2016 erneut in Deutschland ein. Es folgte die Inhaftierung.

Weitere Termine

Der Mann gab als Grund seiner Einreise eine Hepatitis C-Erkrankung an und hoffte in Deutschland auf Behandlung. Vor der Großen Strafkammer schwieg der Angeklagte am ersten Verhandlungstag zum Tatvorwurf.

Der Prozess am Landgericht Bielefeld wird am Freitag, 5. April, 9 Uhr, fortgesetzt. Weitere Termine sind ebenfalls angesetzt: 12. und 21. April sowie 10. und 26. Mai.

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