Lars Bopf nimmt Stellung zu Facebook-Video mit blinden Passagieren im LKW Nobilia-Geschäftsführer: »Die Fahrer haben alles richtig gemacht«

Verl/Calais (WB). Das Video mit den sechs Männern , die sich auf einem Parkplatz nahe Calais in einem Lastwagen des Küchenherstellers Nobilia verstecken, sorgt in dem sozialen Netzwerk Facebook für Aufregung. Zu sehen sind offenbar Flüchtlinge, die als blinde Passagiere vermutlich nach England reisen wollen. Nun nimmt Nobilia-Geschäftsführer Dr. Lars Bopf Stellung.

Ein Lastwagen des Verler Küchenherstellers Nobilia – wie dieser auf dem Foto – ist auf einem großen Parkplatz in der Nähe der französischen Küstenstadt Calais aufgebrochen worden. Offenbar wollten sechs Männer als blinde Passagiere mitfahren.
Ein Lastwagen des Verler Küchenherstellers Nobilia – wie dieser auf dem Foto – ist auf einem großen Parkplatz in der Nähe der französischen Küstenstadt Calais aufgebrochen worden. Offenbar wollten sechs Männer als blinde Passagiere mitfahren. Foto: Lissi Walkusch

Die Filmaufnahmen, die offensichtlich mit einer Handykamera gemacht wurden, zeigen sechs Männer, die von der Ladefläche des Nobilia-Lasters auf einen Parkplatz klettern. Bereits mehr als 800.000 Mal wurde das Video bei Facebook angesehen. Der Vorfall trug sich wohl Ende vergangener Woche auf einem großen Parkplatz in der Nähe der Stadt Calais an der nordfranzösischen Küste zu.

Die Stadt ist derzeit bekannt dafür, dass viele Flüchtlinge versuchen, von dort nach England zu kommen. Viele suchen einen Weg durch den Eurotunnel. Ob die Männer im Lastwagen auch die britische Insel als Ziel hatten, kann der Sprecher der Geschäftsführung nicht sagen. »Sie wären auf jeden Fall nicht dort angekommen«, so Lars Bopf.

Schloss der Ladefläche aufgebrochen

Denn der Nobilia-Lkw sollte zu Kunden in die Nähe von Calais und schließlich wieder zurück nach Verl gefahren werden. Auf dem großen Parkplatz, auf dem laut Bopf sehr viele Lkw gestanden hatten, entdeckten die Fahrer, dass sich Männer hinter den Fahrzeugen versteckten. Als sie nach Angaben des Geschäftsführers schließlich die Auflieger kontrollierten, stellten sie fest, dass das Schloss an der Ladefläche aufgebrochen und von außen offenbar wieder zugedrückt worden war. »Das war schon professionell gemacht«, sagt der ­Nobilia-Geschäfts­führer.

Die Fahrer hätten schließlich die französische Polizei gerufen. Da aus dem Auflieger aber laute Geräusche zu hören waren, entschlossen sich die Fahrer, die Tür aufzumachen und die Szene zu ihrer Sicherheit zu filmen. Einen Vorwurf könne man den Mitarbeitern nicht machen, findet Lars Bopf. »Die Fahrer haben alles richtig gemacht.« Ob man das Video dann bei Facebook hochladen müsse, sei hingegen eine andere Frage.

Auch andere Lastwagen betroffen

Es sei das erste Mal gewesen, dass der Firma Nobilia so etwas passiert sei, sagt der Geschäftsführer. Aber auch andere Lastwagen auf dem Parkplatz seien betroffen gewesen. Davor schützen könnten sich die Fahrer nicht. »Mehr als die Tür abschließen geht nicht.« Eventuell könne man solche großen Parkplätze in Zukunft meiden, um das Risiko von blinden Passagieren gering zu halten. »Da hilft nur: Augen und Ohren offen halten«, ist sich Bopf sicher.

Herkunft der Männer unbekannt

Ob es sich bei den Männern in dem Lkw tatsächlich um Flüchtlinge handelt, steht unterdessen noch nicht fest. Denn sie waren schon verschwunden, bevor die Polizei eintraf. Auch die Polizei Gütersloh beschäftigt sich mit dem Vorfall. »Wir prüfen das Ganze erst mal«, sagt Polizeisprecher Karl-Heinz Stehrenberg. Erst dann würde entschieden, ob die Behörde weitere Schritte unternimmt.

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