Die Spvg. Steinhagen setzt für das Hörmann-Sportzentrum auf ein ausgefeiltes Spendenkonzept
„Es wird eine pompöse coole Halle“

Steinhagen -

Ein Jahr ist es her, dass die alte Cronsbachhalle dem Erdboden gleichgemacht wurde. Im Moment sieht man an dieser Stelle – eine große betonierte Baugrube. Das Hörmann-Sportzentrum der Spvg. Steinhagen will erst in den nächsten Monaten Gestalt annehmen. Und dabei helfen alle: Denn die Baukosten liegen bei mehr als sechs Millionen Euro, die Innenausstattung noch nicht einbezogen.

Freitag, 05.03.2021, 19:19 Uhr aktualisiert: 05.03.2021, 19:22 Uhr
Die Grundlage ist jedenfalls geschaffen: Die Baugrube, ausgehoben von Firma Vollmer, hat inzwischen eine betonierte Sohle. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

 

„Uns fehlt noch viel Geld“, sagt Axel Börgers, zusammen mit Marion Elkmann mit dem Marketing der Spvg. befasst. Deshalb haben die beiden ein umfangreiches Spendenkonzept ausgearbeitet – „und wir suchen weitere Ideen“, so Börgers. Indes: Der Jahreseinstieg war erfolgreich. Schon jetzt beträgt des Spendenaufkommen in 2021 mehr als 70.000 Euro.

Kern des Konzepts ist nach wie vor die „Steine“-Aktion: „Vom Kiesel bis zum Felsen“ kann jeder sein Spendenpaket schnüren von zehn Euro im Monat für fünf Jahre bis zur einmaligen Zahlung von 30.000 Euro. Das hat Mark Metzger gemacht – oder genauer gesagt: die Steinhagener Tiefbaufirma Vollmer, deren Geschäftsführer er ist, hat den Höchstbetrag gespendet. Mark Metzger (47) ist selbst Spvg.-Mitglied, seit er 2001 nach Steinhagen kam. „Der Sportverein ist immer Kontakt Nummer ein, um Leute kennenzulernen.“ Metzger ist Tischtennisspieler und nach wie vor, wenn nicht gerade Corona ist, mit Doppelpartner Bernd Gerlach erfolgreich. Inzwischen sind auch seine Töchter im Verein und spielen Fußball. „Wir haben uns in der Spvg. immer wohlgefühlt“, sagt der Unternehmer, der den Verein in großem Umfang unterstützt, wie er sagt. Über Training, Spiele und sportliche Erfolge hinweg ist ihm der Mannschaftsgeist wichtig. In einem Sportzentrum, so hofft Metzger, dass man näher zusammen- und neue Mitglieder dazukommen.

„Es wird eine pompöse coole Halle“, ist sich Cigdem Terzi sicher. Die 45-Jährige hat ihrem Verein Unterstützung in der Kategorie „Brocken“ mit 100 Euro monatlich zugesagt. Warum? „Die Spvg. ist für mich Familie.“ Mit zwei Jahren kam sie nach Steinhagen, trainierte als Kind zunächst in der Tischtennisabteilung und war als Jugendliche im Handball aktiv, eine der besten Spielerinnen. Elf Jahre lang, bis zu ihrer beruflichen Selbstständigkeit mit einem Reisebüro, trainierte sie die Damen in der Bezirksliga, 14 Jahre lang war sie als Schiedsrichterin tätig und sogar im Leistungskader. Und die enge Verbundenheit zur Spvg. hat sie an ihre Tochter (15) weitergegeben. Cigdem Terzi ist heute Handball-Jugendwartin. Auch sie setzt auf den Gemeinschaft stiftenden Effekt eines Sportzentrums: „Früher waren Heimspieltage auch für die, die nicht selbst spielten, ein Event.“

„Die Spvg. liegt mir am Herzen“, sagt Andreas Freitag, früher selbst Spieler, heute Abteilungsleiter Handball und Marathonläufer. Der 59-Jährige hat einen „Findling“, nämlich 3000 Euro, für das Sportzentrum gespendet. Da ist zum einen emotionale Verbundenheit: „Die Kinder haben Handball gespielt und viel fürs Leben mitgekriegt“, sagt er. Und zum anderen: „Das Sportzentrum ist als Vision immer toller geworden. Da entsteht etwas, das auf lange Sicht großartig wird.“ Dafür lohne es sich, einen Beitrag zu leisten, nicht nur mit Geld. Andreas Freitag will auch sein Netzwerk aktivieren. Der Verein, 2000 Mitglieder stark, sei gut geführt – und hat trotzdem einen familiären Charakter beibehalten. „Ich hoffe, dass der Verein durch das Sportzentrum noch attraktiver wird“, sagt Andreas Freitag.

Da ist sich Axel Börgers ganz sicher: „Sportvereine werden in Zukunft noch wichtiger.“ Und zwar als integrative Kraft. Deshalb kommt das Hörmann Sportzentrum zur richtigen Zeit. Doch dazu muss es erst einmal fertig werden, und die Hoffnung von Vorsitzendem Andreas Wessels, im WB-Interview geäußert (WB vom 31. Oktober), dass bis Ostern der Rohbau steht, dürfte schwinden.

Doch so bleibt den Spendensammlern Zeit. Axel Börgers ist guter Dinge, denn auch in der „Steine“-Aktion sind gerade „tolle Felsen und Brocken gewonnen worden“, wie Börgers sagt – sprich: Unternehmer, die verlässlich über fünf Jahre unterstützen. Darüber hinaus werden derzeit auch viele Kleinbeträge gespendet, seit die Spvg. einen Paypal-Account hat. „Wir haben Geld aus Köln und München bekommen von Menschen, die uns verbunden sind“, so Börgers.

Einen Spvg.-Hoodie gibt es bereits, weitere Artikel sollen hinzukommen, vielleicht sogar ein Lego Bausatz. Auch an Autokino und Großveranstaltungen nach Corona denkt die „Marketing-Abteilung“ schon. Der Bielefelder Künstler Heiner Meyer malt der Spvg. ein Bild für eine Versteigerungsaktion.

Aber auch darum, wie man die Menschen wieder zusammenbringt, geht es: Marion Elkmann denkt etwa an Angebote für Kinder über Wochen in den Sommerferien. Und über den Landessportbund ist die Spvg. ausgewählt worden für die „Sportehrenamt NRW Tour“ zur Förderung des Ehrenamtes.

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