Netzwerk Apostolische Geschichte will Forschungsstandort sichern
Von Steinhagen geht Glaube in die Welt

Steinhagen-Brockhagen -

Etwa 20 Millionen Menschen überall auf der Welt kennen den Namen dieses Steinhageners: Hermann Niehaus. Der Landwirt (1848-1932) aus Obersteinhagen ist einer der Kirchengründer der Neuapostolischen Kirche und war ihr zweiter Stammapostel (Kirchenoberhaupt). Viele der weltweiten neuapostolischen Gemeinschaften, ob in Südafrika, auf den Philippinen oder in Dänemark berufen sich auf ihre Wurzeln hier in Steinhagen, weiß der Steinhagener Mathias Eberle. Er ist Vorsitzender des Netzwerks Apostolische Geschichte – ein eingetragener Verein unabhängiger Forscher, die sich mit wissenschaftlichem Anspruch mit der apostolischen Kirchengeschichte beschäftigen. Vereinssitz ist Brockhagen.

Dienstag, 02.02.2021, 18:35 Uhr aktualisiert: 02.02.2021, 21:00 Uhr
Vorsitzender Mathias Eberle in seinem Archiv: Auf der früheren Empore der Kirche reihen sich jetzt die Regalmeter mit Archivalien aneinander. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

 

2012 ist das zwei Jahre zuvor gegründete Netzwerk mit seinem Archiv in die frühere Neuapostolische Kirche an der Uhlandstraße, die 2009 als Kirchengebäude aufgegeben worden ist, eingezogen. Viel ist umgebaut worden, Sanierungen, zuletzt 2019 die Heizungsanlage, waren nötig. Bisher hat der Verein das Gebäude von der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland gemietet. Nun möchte er es kaufen, um es dauerhaft für das Archiv zu sichern.

Vorsitzender Mathias Eberle (37), hauptberuflich Informatiker, Mitbegründer des Trägervereins, erklärt dazu: 150.000 Euro betrage der Kaufpreis, fast 50.000 Euro seien schon an Spenden eingegangen, weitere angekündigt, und der Rest soll über einen Bankkredit finanziert werden. „Öffentliche Fördermittel bekommen wir nicht, weil wir mit unserer Arbeit in kein Förderprogramm passen“, so Eberle. Aber bei der Kommune hat der Verein einen Antrag gestellt auf 15.000 Euro für die Kaufnebenkosten. Darüber wird heute im Haupt- und Finanzausschuss entschieden.

„Wir sind keine Kirche“, sagt Mathias Eberle. Das ist insofern wichtig, weil die Kommune dann per se nicht unterstützen würde. „Wir sind eine Gemeinschaft von unabhängigen Forschern.“

Als seine Aufgaben definiert das Netzwerk erstens den Erhalt historischer Quellen. 6500 Medien weist der Bestand auf, zusammengefasst in einem Online-Katalog, 2000 von ihnen auch digital erfasst und verfügbar. Hermann Niehaus ist für viele Anfragen relevant. Eberle erklärt: „Steinhagen war über viele Jahrzehnte ein historisches Zentrum für Deutschland und Europa.“ Von 1906 bis 1930 war die weltweite Verwaltung der Neuapostolischen Kirchen im Wohnhaus Niehaus untergebracht. Es stand am Rande der noch heute so genannten Niehaus-Siedlung, die auf seinem Land gebaut worden ist.

Aber Steinhagen ist nur ein Teil der Forschung, die viele weitere kirchengeschichtliche Aspekte hat. Publikationen und Vorträge zeugen von der Arbeit der 142 Mitglieder. In normalen Zeiten kommen Einzelbesucher und Gruppen ins Archiv. Jetzt wird eine virtuelle Strategie aufgebaut. Vor allem versteht Eberle den Verein als Brückenbauer: zwischen den unterschiedlichen, mitunter zerstrittenen apostolischen Richtungen. „Wir bieten ein offenes und neutrales Forum. Wir treffen keine politischen oder konfessionellen Aussagen.“

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