Die riesigen Hallen und Flächen von Gronemeyer&Banck in Steinhagen verschwinden – und doch:
Der Abriss ist für Hagedorn Alltagsgeschäft

Steinhagen -

Über Jahrzehnte haben sie an der Bielefelder Straße/Waldbadstraße das Steinhagener Ortsbild geprägt: die Hallen des früheren Großbehälterherstellers Gronemeyer&Banck. Lange schon nagt der Zahn der Zeit an den Gebäuden – und nun auch die Bagger. Die Gütersloher Unternehmensgruppe Hagedorn, die dort einen Gewerbepark entwickeln möchte, reißt die Industriebrache ab. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick zu diesem Großprojekt, bei dem es allein um Hallenflächen von weit mehr als Standard-Fußballplatzgröße geht.

Montag, 01.02.2021, 18:48 Uhr aktualisiert: 01.02.2021, 18:52 Uhr
Der Bagger nagt schon an den Gebäudeteilen. In dieser Woche geht es richtig los. Bis zum 30. April wird der Abbruch der riesigen Hallen und Flächen dauern. Foto: Hagedorn

 

 

Was muss alles abgerissen werden?

Alle Bestandsgebäude müssen zurückgebaut werden, sagt die Firma Hagedorn, damit die ausgediente Fläche wieder nutzbar und baureif wird. Im Detail bedeutet das: die Hallen, das Bürogebäude und die Außenflächen.

 

Mit welchem Abbruchvolumen ist zu rechnen?

Insgesamt werden knapp 7800 Quadratmeter Hallenfläche mit etwa 81.000 Kubikmetern umbauten Raum zurückgebaut. Außerdem das Bürogebäude mit etwa 4000 Kubikmetern umbauten Raum. Dazu noch eine Außenfläche mit 15.600 Quadratmetern Asphalt und 1.200 Quadratmetern Betonfläche.

 

Mit welchen Materialien ist zu rechnen? Gibt es problematische Baustoffe?

Neben den üblichen verbauten zu separierenden Baustoffen fallen hier bei der Bauschadstoffsanierung zusätzlich Asbest- und PCB-haltiges Fugenmaterial an.

 

Wie wird der Abbruch vonstatten gehen? Was wird derzeit an Vorarbeiten geleistet? Wo setzt dann der Bagger an?

Bevor der Abbruch richtig los geht, steht aktuell die Entkernung sowie das Thema Schadstoffsanierung der Gebäude und Anlagen auf der Agenda. Dabei werden die Gebäude von Asbest und künstlichen Mineralfasern (KMF-Wolle) sowie PCB-haltigem Fugenmaterial befreit. Sämtliche Schadstoffe werden nach geltenden Vorschriften separat verpackt und nach den behördlichen Vorgaben entsorgt. Herkunft, Transportwege und Endlagerung werden lückenlos dokumentiert. Bei allen Sanierungsprojekten in der Region wird Hagedorn vom Gütersloher Wertstoffzentrum (GWG) unterstützt.

Seit Anfang der vergangenen Woche sind die ersten Bagger auf das Gelände gerollt. In dieser Woche beginnt dann der Hallenabbruch. „Ab der siebten Kalenderwoche soll dann der Baggereinsatz noch aufgestockt werden, um parallel mit dem Abbruch des Bürogebäudes zu beginnen“, sagt Projektleiter Michael Selker. Zum Schluss stehe außerdem noch eine Altlastensanierung des Bodens im geringen Umfang an.

 

Was ist an technischem Gerät überhaupt im Einsatz?

Kettenbagger, Brecher, Radlader und für die PCB-Sanierung eine Teleskopbühne mit 20 Meter Auslage.

 

Was sind die Herausforderungen beim Abriss dieser Industriebrache?

Keine besonderen laut Hagedorn.

 

Wie sieht der Zeitplan aus? Wie groß ist das Team? Welche Spezialisten gehören dazu?

Die Fertigstellung ist zum 30. April 2021 geplant. Bei den Entkernungs- und Schadstoffsanierung waren in der Spitze 14 Fachkräfte gleichzeitig im Einsatz. Bei dem reinen Abbruch werden durchgehend vier bis sechs Fachkräfte vor Ort sein.

 

Wie läuft das Recycling der Materialien ab? Wird zum Beispiel vor Ort geschreddert?

Abfälle werden beim gesamten Abbruch weitestgehend minimiert, und die Entsorgungsexperten der Hagedorn Unternehmensgruppe separieren anfallende Materialien und führen sie der Wiederverwertung im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes zu oder entsorgen sie entsprechend. Ein Großteil der entstandenen Massen aus dem Rückbauprozess wird im Rahmen eines Stoffstrommanagements verwertet. Aus dem entstandenen Bauschutt werden direkt vor Ort hochwertige Recyclingbaustoffe produziert.

Das Ergebnis ist ein qualitativ hochwertiger Schotter, der im Straßen-, Erd- und Landschaftsbau sowie im Hochbau als Tragschicht unterhalb von Bodenplatten eingesetzt wird. Oftmals wird der RC-Schotter auf der Baustelle recycelt und dort auch später wieder verbaut. Auch an der Waldbadstraße in Steinhagen wird der recycelte Schutt für den späteren Einbau auf dem Gelände zur Verfügung gestellt.

 

Ist das für Hagedorn ein besonders großer, ein besonders aufwendiger oder schwieriger Einsatz oder Alltagsgeschäft?

Für Hagedorn ist der Rückbau in Steinhagen Alltagsgeschäft. Denn ob großflächige Industrieruinen, ausgediente Kraftwerke, alte Windkraftanlagen, Bahnhöfe samt Gleisanlagen oder baufällige Häuser und marode Straßen: „Bauwerke aller Art und jeder Größe werden von uns fachgerecht und in kürzester Zeit rückgebaut, um die Grundstücke wieder baureif zu machen“, heißt es seitens der Firma.

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