Trauerbuche in Steinhagen wurde erneut kräftig gestutzt – die Reste könnten künstlerisch gestaltet werden
Ein Engel vor der Dorfkirche?

Steinhagen (WB) -

Die „Gnadenfrist“ scheint langsam, aber sicher abzulaufen für die restlichen Meter der Trauerbuche vor der Steinhagener Dorfkirche. Soll der Stamm stehenbleiben? Oder ganz gefällt und samt Wurzel entfernt werden? Möglicherweise könnte der Rest aber auch künstlerisch verändert werden.

Sonntag, 03.01.2021, 17:24 Uhr aktualisiert: 03.01.2021, 17:26 Uhr
Die Astoberfläche, die Form und das Moos auf dem Baumrest bilden auch aus der Nähe betrachtet einen interessanten Anblick. Foto: Volker Hagemann

 

Mehr als zwei Jahre ist es mittlerweile her, dass der Großteil der einst so stattlichen Trauerbuche der Kettensäge weichen musste. Noch heute weinen viele Steinhagener dem Baum hinterher – nur allzu verständlich, wenn man Fotos von früher sieht. Aber die Aktion war leider notwendig. Auch Andreas Christiansen, Hausmeister der Evangelischen Kirchengemeinde, und Pfarrerin Kirsten Schumann hören bis heute immer wieder, wie sehr die Menschen den Baum vermissen. „Doch zuweilen müssen wir uns auch deutliche Kritik anhören“, berichtet Christiansen.

Wie alle anderen hätte auch er den Baum natürlich gern erhalten. „Aber wir haben ihn ja nicht grundlos so derbe gestutzt“, betont er. „Jahrelang hat der Pilz – eine so genannte Buckeltramete – die Trauerbuche geschädigt, mehrfach fielen auch sehr große Äste auf den Kirchplatz. In Abstimmung mit dem Umweltamt und mit Fachmann Martin Knabe haben wir ihn im Oktober 2018 stark eingekürzt.“ Doch alles half nichts, erst vor kurzem mussten weitere Äste abgesägt werden, inzwischen stehen nur noch der Stamm und ein paar Aststümpfe.

„Das tut auch uns in der Seele weh“, betont Kirsten Schumann. „Aber die Kirchengemeinde hat auch eine Verkehrssicherungspflicht – nicht auszudenken, wenn jemand von Zweigen oder Ästen getroffen worden wäre!“

Bevor auch der letzte Rest entfernt wird, wurden nun andere Ideen an die Kirchengemeinde herangetragen: Mehrere Bürger schlagen vor, den Baumrest künstlerisch zu gestalten, entweder so stehen zu lassen, wie er ist, oder ihm noch etwas Feinschliff zu verpassen. „Viele sagen, bei längerem Hinsehen erkenne man eine Engelsfigur“, berichtet Kirsten Schumann. Was je nach Standort und Blickrichtung des Betrachters mit etwas Phantasie durchaus erkennbar ist.

Ob solche Überlegungen in die Tat umgesetzt werden, sei aber momentan völlig offen, sagt die Pfarrerin. Bis dahin jedenfalls bietet der Rest der Trauerbuche auch so viel Raum für Gedankenspiele.

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